Aktuelles

Tagung: Kuratorische Praktiken des Vergleichens

15. bis 17. November 2018, Universität Bielefeld

Das vergleichende Sehen prägt die Rezeption vieler Ausstellungen. Auch die kuratorische Praxis selbst besteht in der Regie einer Vielzahl von Vergleichen. Was sind Formen, Voraussetzungen und Grenzen des Vergleichens, die in Ausstellungen wirksam werden, etwa durch die Auswahl der Exponate, deren räumliche Anordnung, den Einsatz von Zeigemedien und Paratexten? Mit dem Fokus auf Praktiken des Vergleichens werden auch die Materialität und der situative Kontext der Ausstellung in ihrer Wirkmacht deutlich – Faktoren, welche das vergleichende Sehen beeinflussen. Im Zentrum der Tagung stehen die Varianz und der Wandel der Praktiken des Vergleichens in Hinblick auf die Historizität von Ausstellungen, die verschiedenen Objekte und die Zuordnung zu Disziplinen und Institutionen. Neben Vorträgen und Diskussionen werden innerhalb der ‚Ortsbegehungen‘ von Ausstellungen in verschiedenen Bielefelder Institutionen kuratorische Mikrosituationen und die damit verbundenen Praktiken des Vergleichens vorgestellt.
Programm und weitere Informationen

Tagung: Handlungsakte. Anleitungen in den Künsten

8 bis 9. November 2018, Universität Bielefeld, Gebäude X

‚Anleitungen‘ adressieren in den unterschiedlichen zeitlichen, kulturellen und technischen Zusammenhängen eine Praxis, die im Sinne einer ‚Gebrauchsanweisung‘ die Handhabung von Dingen und/oder Abläufen leitet. Einerseits realisieren sich Anleitungen in unterschiedlichen Medien, andererseits produzieren wiederum verschiedene Medien auch jeweils spezifische Formen von Anleitungen. In diesen Formationsverfahren entsteht zwischen Ding und Mensch ein wechselseitig konstituierendes Verweisungsverhältnis. Anleitungen, verstanden als Handlungspraktiken, sind bislang nur wenig kulturhistorisch und -theoretisch bearbeitet worden. Der zweitägige Workshop fragt nach medialen Erscheinungsformen von Anleitungsformaten. Referierende aus der Kunstgeschichte, sowie der Bild- und Medienwissenschaften diskutieren dabei, welchen Stellenwert Anleitungen in den Künsten zu verschiedenen Zeiten und Epochen einnehmen und wie diese letztlich unterschiedliche Handlungen oder Betrachtungsweisen formieren. Der historische sowie mediale Wandel von Anleitungen und wie sie Praktiken in Routinen überführen können, bildet den Rahmen des bildwissenschaftlich/kunstgeschichtlich ausgerichteten Workshops.
Um eine kurze Anmeldung per E-Mail wird gebeten: veronica.peselmann@uni-bielefeld.de
Programm und weitere Informationen

Ringvorlesung: Go see the old art

Ausstellung: Natur ohne Farbe Druckgraphik als Medium französischer Landschaftsmaler im 19. Jahrhundert

17. Oktober bis 19. Dezember 2018, Universität Bielefeld, X - Gebäude, A2, Magistrale

Die Ausstellung »Natur ohne Farbe« schlägt vor, einen etwas anderen Blick auf Landschaftsdarstellungen in der französischen Kunst des 19. Jahrhunderts zu werfen. Im Fokus stehen keine Gemälde, sondern Druckgraphiken von Künstlern der sog. Schule von Barbizon und aus ihrem Umfeld. Mit den Radierungen und Clichés-verre von Charles-François Daubigny, Camille Corot, Théodore Rousseau, Charles Émile Jacque, Alphonse Legros und Paul-Ferdinand Gachet rücken Fragen in den Vordergrund, die im gewöhnlichen Ausstellungsbetrieb in der Regel wenig Berücksichtigung finden: Was heißt es, die Natur ohne Farbe erfassen zu wollen? Wie gelingt es vergleichsweise unspektakulären Landschaften, die mit den beschränkten Mitteln der Radierung oder des Cliché-verre dargestellt sind, Aufmerksamkeit auf sich ziehen? Und welche Rolle kann die auf Vervielfältigung zielende Druckgraphik im Kontext einer Landschaftsmalerei einnehmen, die auf Originalität und Authentizität setzt? Ausstellung und Begleitheft laden dazu ein, diesen Fragen nachzugehen.
Das Zentrum der Ausstellung bilden Arbeiten von Daubigny, der im Vergleich zu den meisten ›Barbizonisten‹ besonders zahlreiche Radierungen geschaffen und auch die Möglichkeiten des Cliché-verre ausgiebig erprobt hat. Seine Druckgraphiken werden durch einige Radierungen von Jacque, Corot und Rousseau kontextualisiert. Neben die Werke von Künstlern, die zur Kerngruppe der sog. Schule von Barbizon zählen, treten zudem Radierungen von Alphonse Legros. Sie stehen für eine Konjunktur der Radierung, die in Frankreich – unter maßgeblicher Beteiligung von Legros – zur Gründung der Société des aquafortistes (1862) und in England zum sog. etching revival führte, an dem Legros nach seinem Umzug nach London (1863) Anteil hatte. Ein kleines Blatt von Paul-Ferdinand Gachet bezeugt, wie das neue Interesse an der Landschaftsradierung auch Laien zu druckgraphischen Versuchen anregte. Zugleich schlägt die Radierung von Gachet, der als Arzt und Kunstförderer Bekanntschaften mit Daubigny, Corot, Camille Pissarro und Paul Cézanne sowie später mit Vincent van Gogh pflegte, eine Brücke in das Umfeld des frühen Impressionismus.
Die Ausstellung mit Leihgaben aus Privatbesitz entstand im Rahmen des Seminars »Die Kunst der Peripherie: Barbizon, die Normandie und die Ränder des Impressionismus«. Konzeption und Realisierung: Marie Goerens, Johannes Grave, Tanja Korte, Sandra Völkening und Mira Claire Zadrozny.

Weitere Informationen: Begleitheft zur Ausstellung

Vertretung der Professur

Im Wintersemester 2018/19 forscht Prof. Dr. Johannes Grave im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Praktiken des Vergleichens“. Er wird durch PD Dr. Johannes Rößler vertreten.

Neuerscheinung: Giovanni Bellini

Johannes Grave, Giovanni Bellini. Venedig und die Kunst des Betrachtens, München 2018.
Weitere Informationen

Johannes Grave, Giovanni Bellini. The Art of Contemplation, London/New York 2018. More information

Neuerscheinung: Schrift im Bild

Boris Roman Gibhardt und Johannes Grave (Hg.), Schrift im Bild Rezeptionsästhetische Perspektiven auf Text-Bild-Relationen in den Künsten (Ästhetische Eigenzeiten, Bd. 10), Hannover 2018. – Mit Beiträgen von Boris Roman Gibhardt, Johannes Grave, Britta Hochkirchen, Helga Lutz u. a.
Weitere Informationen

Neuerscheinung: The Agency of Display

Johannes Grave, Christiane Holm, Valérie Kobi und Caroline van Eck (Hg.), The Agency of Display. Objects, Framings and Parerga, Dresden 2018.
Weitere Informationen

Neuerscheinung: Romantische Allegorie

Boris Roman Gibhardt, Nachtseite des Sinnbilds. Die romantische Allegorie (Ästhetik um 1800, Bd. 13), Göttingen 2018.
Weitere Informationen

Autorenkolloquium: Horst Bredekamps Theorie des Bildaktes

Bielefeld, ZiF, 5. bis 6. April 2018

Ein Bericht über das Autorenkolloquium findet sich in den ZiF-Mitteilungen 2/2018

Neue Veröffentlichung

 

Britta Hochkirchen: Bildkritik im Zeitalter der Aufklärung. Jean-Baptiste Greuzes Darstellungen der verlorenen Unschuld

Weitere Informationen unter: www.wallstein-verlag.de/9783835319905-britta-hochkirchen-bildkritik-im-zeitalter-der-aufklaerung.html

Nachrichtenarchiv

Zum Archiv