Geschlechtergeschichte

Der Arbeitsbereich

Der Arbeitsbereich "Moderne Geschichte und Geschlechtergeschichte" beschäftigt sich mit der modernen Geschichte vom späten 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Forschung und Lehre betreffen überwiegend die deutsche Geschichte, mitunter auch Westeuropa und die USA. Schwerpunktthemen sind Kulturgeschichte und Theorie, die Geschichte der Weltkriege, Gewalt in der Moderne und internationale Beziehungen. Buchveröffentlichungen behandelten bisher z.B. die englische und französische Deutschlandpolitik nach 1945 oder die Geschichte der Langeweile im 19. Jahrhundert, wobei es hier um Zeitvorstellungen und den Umgang mit Gefühlen ging. Mein gegenwärtiges Buchprojekt fragt nach Entwürfen von Identität und Gewalt in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein anderes Forschungsprojekt analysiert den Zusammenhang zwischen Temporalität und Identitätsvorstellungen in westdeutschen Filmen nach 1945.

In der Lehre stehen ähnliche Themen im Mittelpunkt. So behandelten einige Kurse aus den letzten Jahren den Nationalsozialismus im Kontext der deutschen Geschichte des 20. Jahrhundert, Temporalität als historisches Problem in der Moderne und den Zusammenhang von Krieg, Gewalt und Geschlecht im 19. und 20. Jahrhundert. Aus kulturhistorischer Perspektive interessiert, wie Menschen die moderne Welt durch Praktiken und Semantiken* 'herstellen' und ihr Sinn verleihen. Dabei stehen momentan Prozesse von Inklusion und Exklusion im Vordergrund. Die Kategorie Geschlecht ist ein Element in diesen Prozessen von Sinngebung. Sie organisiert einerseits soziale Ungleichheit, dient andererseits aber auch, und das steht an diesem Arbeitsbereich im Vordergrund, als symbolisches System, mit dessen Hilfe historische Akteure sozialen Status ab- oder zusprechen oder (Macht)Beziehungen zwischen Menschen und Gruppen herstellen, verfestigen oder auch ändern.