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Aktuelle Forschungsprojekte am Arbeitsbereich Iberische und Lateinamerikanische Geschichte

Kompetenznetz Lateinamerika: Ethnicity, Citizenship und Belonging
Teil­pro­jekt A: Eth­ni­zi­tät, Ci­ti­zenship und Be­lon­ging in der po­li­ti­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on seit 2010
Prof. Dr. Christian Büschges, Marc-André Grebe, AOR Dr. Sebastian Thies, JProf. Dr. Olaf Kaltmeier
Kurzbeschreibung:

Das Kom­pe­tenz­netz La­tein­ame­ri­ka ist ein Zu­sam­men­schluss his­to­ri­scher, eth­no­lo­gi­scher und so­zio­lo­gi­scher In­sti­tu­te der Uni­ver­si­tä­ten Köln, Bie­le­feld und Bonn und zwei­er as­so­zi­ier­ter Wis­sen­schaft­ler aus Müns­ter und Han­no­ver. Fi­nan­ziert durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung er­for­schen Geis­tes- und So­zi­al­wis­sen­schaft­ler in in­ter- und trans­dis­zi­pli­nä­rer Pro­jekt­zu­sam­men­ar­beit die Kon­zep­te "Eth­ni­ci­ty", "Ci­ti­zenship" und "Be­lon­ging". Dabei wird unter an­de­rem die An­wend­bar­keit die­ser Be­grif­fe in der wis­sen­schaft­li­chen und po­li­ti­schen Pra­xis in trans­re­gio­na­len Kon­tex­ten in den fol­gen­den the­ma­ti­schen Clus­tern un­ter­sucht:

- Eth­ni­zi­tät, Ci­ti­zenship und Be­lon­ging in der po­li­ti­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on

- Die Be­deu­tung von Räum­lich­keit für die drei Leit­be­grif­fe

- In­ter­de­pen­den­zen mit an­de­ren Un­ter­schei­dungs- und Iden­ti­täts­ka­te­go­ri­en

Die For­schungs­ar­beit des Netz­werks wird durch re­gel­mä­ßig statt­fin­den­de Ta­gun­gen und Work­shops in­ter­na­tio­nal im­ple­men­tiert.

Ziel des in­ter­dis­zi­pli­nä­ren Netz­wer­kes ist die struk­tu­rel­le Stär­kung und Er­wei­te­rung des in­sti­tu­tio­nel­len Rah­mens der auf La­tein­ame­ri­ka be­zo­ge­nen For­schung im Be­reich der Re­gio­nal­stu­di­en sowie die ge­mein­sa­me Ent­wick­lung in­no­va­ti­ver me­tho­di­scher sowie theo­re­ti­scher An­sät­ze.

Das re­gio­na­le Ex­per­ten-Netz stellt einen kom­pe­ten­ten An­sprech­part­ner für in- und aus­län­di­sche Wis­sen­schaft­le­rIn­nen, In­sti­tu­tio­nen der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit, Po­li­ti­ker und die in­ter­es­sier­te Öf­fent­lich­keit dar, die hier auf eine aus­dif­fe­ren­zier­te Ex­per­ti­se zu his­to­risch ge­wach­se­nen, ak­tu­ell bri­san­ten Kon­flikt­li­ni­en in der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit, Po­li­tik, Wirt­schaft und Kul­tur La­tein­ame­ri­kas zu­grei­fen kön­nen.

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Nation-building, Citizenship und Belonging zwischen Kolonialherrschaft und Nationalstaat. Kommunale Verwaltung, "interethnische" Beziehungen und Formen indigenen Widerstands in Ecuador (1765-1857)

Kompetenznetz Lateinamerika: Ethnicity, Citizenship und Belonging
Teilprojekt A: Ethnizität, Citizenship und Belonging in der politischen Kommunikation
Marc-André Grebe
Projektleitung: Christian Büschges

Kurzbeschreibung:
Zentrales Anliegen des Forschungsvorhabens ist es, für den Zeitraum von 1765 bis 1857 die Aushandlung politischer Repräsentation und Partizipation zwischen indigenen Gruppen und Akteuren der spanischen Kolonialverwaltung bzw. des Nationalstaats in Ecuador herauszuarbeiten. Ein besonderer Schwerpunkt soll auf der kommunalen Ebene liegen, um die komplexen rechtlichen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Rahmenbedingungen politischer Teilhabe in den Blick nehmen zu können.
Anhand von ausgewählten Phasen konfliktiver Verdichtung, diskursiven Konjunkturen und Momenten der Politisierung wird für verschiedene Regionen Ecuadors -u.a. Otavalo, Pichincha, Tungurahua, Chimborazo- analysiert werden, mit welchen Strategien verschiedene Akteure Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe respektive -nach der Unabhängigkeit- Staatsbürgerschaft finden bzw. ob und auf welche Weise diese Teilhabe verweigert wurde. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Frage nach der Bedeutung ethnischer Identitäten als Ressource politischer Inklusion und Exklusion. Mit der Arbeit sollen vor der Folie der ausgehenden spanischen Kolonialherrschaft, der Unabhängigkeitsbewegung und des nation-buildings im andinen Raum der Wandel bzw. die Kontinuitäten des Nexus zwischen ethnischer Zugehörigkeit und dem Kampf um politische Teilhabe herausgearbeitet werden.
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Politische Gewalt und state formation . La Violencia in Tolima, Kolumbien 1946-1964
Teilprojekt des SFB 584 "Das Politische als Kommunikationsraum in der Geschichte"
Lukas Rehm
Projektleitung: Christian Büschges
Kurzbeschreibung:
Das Projekt untersucht den als La Violencia bekannten Bürgerkrieg in Kolumbien zwischen 1946 und 1964 in der Provinz Tolima. Das Projekt fragt zum einen auf der Akteursebene, wie Gewalt als Mittel der politischen Exklusion und Inklusion eingesetzt wurde bzw. wie Machtstrukturen durch gewaltsames Handeln festgeschrieben oder unterminiert wurden. Das Projekt geht von der These aus, dass sich der Gewaltakt nicht nur an das Opfer, sondern - als eine Form der Kommunikation (ritualisierte und symbolische Gewalt) - auch an dritte Akteure wie Medien, das soziale Umfeld des Opfers etc. richtet. Daher untersucht das Projekt zum anderen auf einer zweiten Analyseebene die diskursiven Deutungskämpfe um den Charakter der Gewalthandlungen und ihre Legitimität. Diese entscheiden darüber, ob Akteure über Akte der Gewalt die Partizipation am Politischen erreichen. Dabei wird gefragt, wie der politische Raum durch die Gewalt selber und die Diskurse über sie verändert, ausgeweitet oder verengt wird und ob neue Machtverhältnisse in ihm etabliert werden. Auf einer dritten Untersuchungsebene nimmt das Projekt Prozesse der state formation in den Blick. Dabei untersucht es, wie der Staat auf der regionalen Ebene (gewaltsam) seinen Führungs- und Souveränitätsanspruch durchsetzte, ergo konstituiert wurde bzw. ob und wie der Staat (gewaltsam) in seinem Machtanspruch angefochten wurde.
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Diskurse, Praktiken und Instrumentalisierung von Ethnizität und Identität in Prozessen und Szenarien der gesellschaftlich-politischen Verhandlungen zwischen 1980-1995:
Die bewaffneten Bewegungen und die Nationale Verfassungsversammlung ("Asamblea Nacional Constituyente" - ANC) in Kolumbien 1991
Kompetenznetz Lateinamerika: Ethnicity, Citizenship und Belonging
Teilprojekt A: Ethnizität, Citizenship und Belonging in der politischen Kommunikation
Seit 2010
Eric Bejarano
Projektleitung: Christian Büschges

Kurzbeschreibung:
Das Forschungsprojekt untersucht, wie und warum sich mehrere bewaffnete Bewegungen in Kolumbien demobilisiert und in den Verfassungsgebungs-(ANC) Prozess des Jahres 1991 integriert haben. Unter besonderer Berücksichtigung der Konstellation der Guerilla-Gruppen M-19, MAQL, PRT und EPL im Zeitraum der Jahre 1980-1995 werden deren politische und kulturelle Praktiken sowie deren symbolische Formen in Verbindung mit dem ANC-Prozess analysiert. Ferner sollen ihre Organisationsformen, die von ihnen mobilisierten Ressourcen, ihre Strategien und ihre Beziehungen zu anderen Gruppen betrachtet und gezeigt werden, wie sie sich als Bewegung erhalten konnten. Darüber hinaus wird die Rolle und Instrumentalisierung von neuen Konzepten wie "kollektiver Identität", von neuen (kulturellen oder ideologischen) Faktoren und neuen Themen (wie "Ethnizität" oder "Staatsbürgerschaft") untersucht, um ein Verständnis davon zu erlangen, wie es diese den betreffenden Gruppen erlaubt haben, ihre politische Legitimität und ihre kollektiven Aktionen zu erhalten, um sich besser im Gegensatz zu den traditionellen politischen Parteien positionieren und populäre Forderungen besser vertreten zu können - und wie sie dadurch ihre Ziele zu einem gewissen Grad erreichen konnten, während sie zugleich neue kognitive Modelle, Werte, Ideologien und/oder Politiken der Identität repräsentierten.
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Informationen zu bereits abgeschlossenen Forschungsprojekten finden Sie hier.