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Zum Tode von Gerhard A. Ritter 28.6.2015

Die Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie trauert um Ihren Ehrendoktor Gerhard A. Ritter.

Gerhard A. Ritter war einer der zentralen Wegbereiter einer kritischen Sozialgeschichte in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945. Er prägte das auf die neugewonnene Demokratie und den Sozialstaat ausgerichtete Geschichtsverständnis der Bundesrepublik aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive maßgeblich. Sein Vermächtnis besteht darin, Demokratie und Sozialstaat als sich gegenseitig bedingend zu denken.

Ritters bahnbrechende Forschungen richteten sich auf die Geschichte der Arbeiterbewegung, des Sozialstaats im europaweiten Rahmen, des Parlamentarismus, der politischen Parteien und Wahlen im 19. und 20. Jahrhundert sowie auf die sozialpolitischen Folgen der Wiedervereinigung nach 1990. Nach zwei Jahren als Gastwissenschaftler in Oxford wurde er 1962 im Alter von 33 Jahren auf eine Politologie-Professur am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin berufen. 1965 wechselte er auf eine Professur für Neuere Geschichte nach Münster, 1974 auf eine Professur für Neuere und Neueste Geschichte an die Ludwig-Maximilians- Universität in München, wo er bis zu seiner Emeritierung 1994 lehrte. Gerhard A. Ritter engagierte sich in den frühen 1990er Jahren federführend beim Neuaufbau der Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Auch leitete er 1976 bis 1980 als Vorsitzender den Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands. Für sein Lebenswerk erhielt er 2007 den Preis des Historischen Kollegs in München.

Gerhard A. Ritter hat sich vor allem durch eine selbstlose und hingebungsvolle Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ausgezeichnet. Obwohl es eine „Ritter-Schule“ im engeren Sinne nie gab, hat er Generationen von Historikerinnen und Historikern ausgebildet, die von seiner Zusammenarbeit „auf Augenhöhe“ profitiert und gelernt haben. Nicht wenige von ihnen besetzten bald die neugeschaffenen Lehrstühle für Sozialgeschichte in deren bundesrepublikanischer Expansionsphase – herausgehoben seien hier nur stellvertretend Jürgen Kocka, Hans Günter Hockerts und Klaus Tenfelde.

Mit Gerhard A. Ritter verliert die deutsche Geschichtswissenschaft einen ihrer scharfsinnigsten, bis ins Alter für Neues aufgeschlossenen, im persönlichen Umgang dabei stets freundlichen und verbindlichen Vertreter. Er ist nach langer schwerer Krankheit am 20. Juni 2015 in Berlin verstorben.

28.6.2015Thomas Welskopp




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