Profil

Die Abteilung Geschichtswissenschaft steht seit ihrer Gründung im Jahre 1973 für eine theorieorientierte und forschungsstarke Geschichtswissenschaft. Ihr Konzept ist in Forschung und Lehre bestimmt durch

Theorie- und Methodenorientierung

Die fortlaufende theoretische Auseinandersetzung mit Bedingungen, Formen und Folgen geschichtswissenschaftlichen Arbeitens ist die gemeinsame Basis, die eine Vielzahl von Ansätzen zulässt und darin schult, sie zueinander in Beziehung zu setzen. Mit der curricularen Verankerung von Theoriemodulen in allen Studiengängen vom Bachelor bis zur Promotion prägt dieses Selbstverständnis auch das Studium und die Lehre. Das 2017 eingerichtete Zentrum für Theorien in der historischen Forschung gibt der laufenden Diskussion der Bielefelder Historikerinnen und Historiker einen festen Ort und vernetzt sie mit ähnlichen Initiativen weltweit. Auch die Geschichtsdidaktik mit Fragen des historischen Lernens und der Geschichtsvermittlung ist eng an die Theoriediskussion angebunden.

Die Überwindung traditioneller Epocheneinteilungen

Sie fordert dazu auf, langfristige historische Transformationen in den Blick zu nehmen, die Überlagerung von Ungleichzeitigem zu untersuchen und nicht-linearen historischen Prozessen Aufmerksamkeit zu schenken. Kontinuität und Diskontinuität sowie Fragen der Alterität historischer Phänomene lassen sich in der Verhältnisbestimmung von Vormoderne und Moderne klarer erfassen als im Rahmen kleinteiliger Epochenschemata. Historisch übergreifendes Denken kennzeichnet nicht nur die in der Abteilung angesiedelte Forschung, sondern mit einem Grundmodul Vormoderne/Moderne bereits das Bachelorstudium.

Ein breites Themenspektrum

In der Abteilung sind nicht nur alle Epochen von der Antike bis zur Zeitgeschichte vertreten, sondern, aufbauend auf dem Konzept einer theorie- und problemorientierten historischen Disziplin, auch Professuren für eine Reihe systematischer Teilbereiche wie Geschlechtergeschichte, Wirtschaftsgeschichte, Historische Bildwissenschaft/Kunstgeschichte, Iberoamerikanische Geschichte, Osteuropäische Geschichte und Historische Wissenschaftsforschung. Die Abteilung umfasst eine weltregional weitreichende Expertise zur Geschichte Europas und außereuropäischer Länder in den Amerikas, Asien und Afrika. Global-, regional- und verflechtungsgeschichtliche Perspektiven nehmen die europäische Geschichte neu in den Blick.

17 Professorinnen und Professoren sowie ca. 45 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kooperieren über die Arbeitsbereiche hinweg eng miteinander. Sie sorgen für ein breites Lehrangebot mit vielen Kombinationsmöglichkeiten, das sich an aktuellen Forschungsfragen orientiert und ein Studium nach eigenen Interessenschwerpunkten ermöglicht. Im fachwissenschaftlichen Masterstudiengang Geschichtswissenschaft können Studierende aus 13 Studienprofilen einen Schwerpunkt wählen, der im Abschlusszeugnis ausgewiesen ist. So werden gute Voraussetzungen für eine Promotion oder für ein spezifisches Berufsfeld geschaffen.

Interdisziplinarität

Die Auseinandersetzung mit den geistes- und sozialwissenschaftlichen Nachbardisziplinen regt an, die kategorialen Entscheidungen, theoretischen Prämissen und Methoden des eigenen Faches in der Begegnung mit einer anderen Disziplin kritisch zu reflektieren. Interdisziplinäre Ansätze werden innerhalb der Abteilung vertreten, sie werden aber auch in Zusammenarbeit mit anderen Fakultäten realisiert, in gemeinsamen Forschungsverbünden wie dem BMBF-Projekt Die Amerikas als Verflechtungsraum in Kooperation mit dem Center for InterAmerican Studies, dem SFB 1288 Praktiken des Vergleichens. Die Welt ordnen und verändern und der im Rahmen der Exzellenzinitiative geförderten Bielefeld Graduate School in History and Sociology. Dies setzt sich in interdisziplinären Studienprogrammen und kooperativer Lehre im Masterstudiengang History, Economics and Philosophy of Science, im Masterstudiengang InterAmerican Studies und in der Bielefeld Graduate School in History and Sociology fort. Ein neues Studienangebot im Kombi-Bachelor startet ab dem Wintersemester 2017/18 mit dem Fach Bild- und Kunstgeschichte. Es verbindet kunsthistorisch fundierte bildtheoretische Kompetenzen unmittelbar mit neuen Fragestellungen und Erkenntnismöglichkeiten der Geschichtswissenschaft.

Eine lebendige Diskussion

Die wöchentlichen Forschungskolloquien zu allen Epochen und Spezialgebieten sorgen für eine intensive Kommunikation mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland. Masterstudierende und Promovierende werden durch die Kolloquien früh in aktuelle Forschungsdebatten eingebunden. Mehr als zwanzig renommierte Partneruniversitäten in Europa, den Amerikas und Asien bieten Studierenden, Promovierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern weitgespannte internationale Vernetzungsmöglichkeiten. Dezidiert internationale Studienschwerpunkte setzen zwei binationale Studienprogramme in Kooperation mit den Universitäten Paris Diderot – Paris 7 (Deutsch-Französisches Studienprogramm Geschichte) und Bologna (Deutsch-Italienisches Studienprogramm Geschichte). Die Zusammenarbeit mit Museen, Archiven, Stiftungen, außeruniversitären Instituten und Schulen schließlich ermöglicht den laufenden Dialog zwischen Fachwissenschaft und Berufsfeldern für Historikerinnen und Historiker.