
| Startseite | | Abteilung | | Forschung | | Studium |
Die Theorieorientierung der Bielefelder Geschichtswissenschaft fördert Epochen- und Disziplinengrenzen übergreifende, sie reflektierende Perspektiven. Damit schärfen historische Disziplinen ihr eigenes Profil, wie gleichzeitig Spezifika historischer Zeiträume, Kulturen und Wandlungsprozesse vielschichtiger beschreibbar werden.
Diachrone Transformationen und Differenzen werden hier - traditionelle Epochenschemata überwindend - als Prozesse in und zwischen Vormoderne und Moderne analysiert, wobei ungleichzeitigen und nicht-linearen Phänomenen besondere Aufmerksamkeit gilt. Phänomene wie Alterität und Kontinuität werden durch die Untersuchung von Transfer- und Verflechtungsgeschichten Europas, der Amerikas, Asiens und Afrikas in regionalen und globalen Zusammenhängen betrachtet.
Zentrale theoretisch-methodische Felder:
Zentrale Forschungsthemen:
Epochen, Methoden und Themen verdichten sich in drei Forschungsschwerpunkten, die sowohl Verbund- als auch Einzelprojekte integrieren:
1. Historische Politikforschung
Mit dem nunmehr in der dritten Phase von der DFG geförderten SFB 584 "Das Politische als Kommunikationsraum in der Geschichte" wurde ein interdisziplinärer Schwerpunkt etabliert, der auf weitere Forschungsprojekte ausstrahlt. Untersucht werden die historisch und kulturell variablen Grenzziehungen zwischen Themen, Räumen, Akteuren und Verfahren (Sprachen, Handlungen, Medien), die jeweils als politisch oder als nicht politisch galten.
2. Formen der Kommunikation - Konstituierung von Handlungsräumen durch Kommunikation
Im Zentrum des Schwerpunktes stehen Akteure und ihre kommunikativen Beziehungen und Strategien, aber auch Strukturen und Semantiken, die das kommunikative Handeln der Akteure bedingen. Kommunikationsgeschichtlich ausgerichtet sind etwa Projekte über Mobilität und soziale, kulturelle, ökonomische Transfers von der Antike bis zur Gegenwart, über Erinnerung und Zeitvorstellungen, über die Konstituierung sozialer Ungleichheit und Identität oder über den Umgang mit alten und neuen Medien.
3. Transfer - Verflechtung - Asymmetrie
Gemeinsame Perspektive dieses Schwerpunktes ist eine Verflechtungsgeschichte, die sich von der Vorstellung vermeintlich statischer oder unvermeidlicher Einheiten (wie Nation oder Staat) löst und stattdessen deren Konstituierung und Dynamik im Rahmen politischer und ökonomischer Beziehungen sowie kultureller und sozialer Interaktionen untersucht. Es wird davon ausgegangen, dass Transfers, Vernetzungen und Zirkulationen (von Akteuren/Gruppen, Wissen, Welt- und Selbstbildern, Technologien, Gütern) stets auch asymmetrische Beziehungen hervorbringen, festschreiben oder verändern.