

Das Projekt untersucht die Prozesse der Zentralisierung und Umstrukturierung von Staatsarchiven in der DDR nach "sowjetischem Vorbild" insbesonders zwischen dem Erlass der entsprechenden Gesetzgebung im Jahr 1965 bis 1990. Dabei soll nach Herrschaftsstrukturen der SED, nach dem "Eigensinn" von Archivarinnen und Archivaren ebenso wie nach der Wahrnehmung und "Erfahrung" von Staatsarchiven der DDR seitens Benutzerinnen und Benutzern aus dem In- und Ausland gefragt werden. Ziel ist eine Erweiterung bislang vorliegender Studien zur Geschichtspolitik der DDR um den Blick auf den Umgang mit Quellen der Vergangenheit. Auch soll weitergehend als bislang die Überwachung (nicht sozialistischer) Forscher in der DDR seitens der Staatssicherheit und umgekehrt die "Erfahrung" der DDR als Forschungsraum in den Blick genommen werden.
Postdoktorandin (April 2006-Juli 2006)
Im Zentrum des inzwischen abgeschlossenen Dissertationsprojekts standen die von dem Antwerpener Jesuiten Jean Bolland (1596-1665) begründeten Acta Sanctorum. Es handelt sich dabei um ein für das 17. Jahrhundert charakteristisches gelehrtes Großprojekt, das es gestattet, Prozesse der Erschließung historischer Materialien, ihrer typographischen Aufbereitung und inhaltlichen Deutung unter den Bedingungen der Frühen Neuzeit in idealtypischer Weise zu studieren.
Postdoktorandin (August 2008-März 2009)
Der Codex Pighianus (Staatsbibliothek zu Berlin) ist der wissenschaftliche Nachlass des niederländischen Altertumsforschers Stephanus Pighius (1520-1604). In diesem Konvolut früharchäologischer Forschungsdokumente wurden erstmals antike Text- und Bildquellen inhaltlich miteinander kombiniert und in ein antiquarisches Klassifikationssytem gebracht. Der Codex als Medium und Archiv früharchäologischen Wissens repräsentiert die komplizierte, teils wiedersprüchliche Gedankenwelt der Frühen Neuzeit und ihren systematischen wie historischen Zugriff auf die Antike. Das Projekt beabsichtigt, Denkmodell und Systematik zu erschließen und in den Kontext der gerade im Wandel begriffenen Wissensparadigmen der Frühen Neuzeit zu stellen. Für die Folgezeit (17.-19.Jh.)wird der Codex als "Gradmesser" der Aneignung antiker Wissensbestände untersucht - gemäß Selektion und Methodik, mit der die im Codex archivierten Informationen einer modernen Verwissenschaftlichung unterzogen wurden.
Frauen in der Spätantike - Status und Repräsentation. Eine Untersuchung zur römischen und frühbyzantinischen Bildniskunst, Mainz 2003
The Female Body in Late Antiquity: between Virtue, Taboo and Eroticism, in: Thorsten Fögen / Mireille M. Lee (Hg.), Bodies an Boundaries in Graeco-Roman Antiquity (im Druck).
Das Projekt möchte anhand des Freiburger Materials die Fragen klären, wie das in Archiven und Kanzleien gespeicherte Wissen zur stadtobrigkeitlichen Herrschaftsausübung angewandt wurde, wie städtische Herrschaft mittels 'Verwaltung' funktionierte. Methodische Ansätze stammen vor allem aus der Institutionenanalyse und der Kommunikationstheorie. Zur Darstellung jener Personen, die mit Herrschaftswissen in Berührung kamen, soll eine Netzwerkanalyse dienen.
Das Projekt untersucht die Entstehung und Funktionsweise, die „poetics and politics“, von Immigrationsmuseen in den USA, Kanada und Australien. Im Mittelpunkt der vergleichenden Analyse des Ellis Island Immigration Museums in New York City, des Museums „Pier 21“ in Halifax und des Immigration Museum in Melbourne stehen die jeweiligen politisch-kulturellen Entstehungskontexte sowie die Charakteristika der Sammlung, Ordnung und Präsentation von Objekten und Geschichten. Die Arbeit verfolgt die These, daß in diesen neuen Institutionen „Gedächtnisse der Einwanderungsgesellschaft“ konstruiert werden, die in spezifischer Weise Migration als nationales „master narrative“ etablieren.
Das Projekt möchte vor der Folie der Absolutismus-Debatte am Beispiel des Kronarchivs in Simancas untersuchen, wie Herrschaft in der Frühen Neuzeit funktionierte. Anhand von Weisungen, Korrespondenzen, Instruktionen, politischen Testamenten etc. soll die Organisation des Archivs, die Sicherung von Beständen, sowie die Aushandlung von politischen Kräfteverhältnissen wie auch Identität(en) auf der iberischen Halbinsel mittels des Archivs als Herrschaftsinstrument im Zuge der Herausbildung des postfeudalen Staates untersucht werden.
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The main aim of this project is to analyze the mechanisms of monarchical power in early modern times. The study therefore takes the Royal Archive of Simancas, near Valladolid, as an example of an early modern archive of the Spanish Habsburg Monarchy which had developed simultaneously along with the huge administrative apparatus of the empire, especially under the reign of Philipp II. Through an examination of administrative directives (known as instrucciones), contemporary correspondence, royal decrees and various other sources the work focuses on the organisation of the archive, considering aspects such as the safety of the files or their storage. Furthermore, the doctoral thesis will also use the archive material to examine the negotiation of political power between the crown and those forces who wanted to challenge its authority as well as to analyze the role of the archives for the data collecting policy of the Habsburg administration.
Doktorandin (Mai 2006-März 2008)
Doktorand (April 2005-März 2008); Assoziiertes Mitglied
Geschichtsschreibung vollzieht sich nicht nur als Wissenschaft, sondern auch jenseits davon. Ein Blick an die Ränder des Akademischen kann neue Perspektiven für eine Historiographiegeschichte des 20. Jahrhunderts bieten. In mehreren Fallstudien sollen verschiedene Formen der Archivierung und Geschichtsschreibung untersucht werden.
Das Dissertationsprojekt analysiert Kommunikationsprozesse von Historiographien und Archiven. Es beobachtet die Wege, Karrieren und Konjunkturen von 'Archiv-Dingen' sowie die Spuren, die diese etwa als 'Quellen' in Historiographien hinterlassen haben. Dabei geht es darum, zu zeigen, wie verschiedene Orte, Akte, Subjekte und Dinge im Forschungsprozess spezifische Verhältnisse zueinander einnehmen. Ziel ist eine Geschichte konkreter Epistemologien, historiographischer Techniken wie auch materieller Kulturen von Archiven und Historiographien.
kristin.kalisch@uni-bielefeld.de
Das Projekt „Die Gestalter der Stadt. Herrschaft, Archiv und Verwaltung in der preußischen Stadt Göttingen 1866-1914“ beschäftigt sich mit der Entstehung und Entwicklung des Verwaltungsstaates im Deutschen Kaiserreich. Es werden in dieser Arbeit die Ergebnisse und Methoden der neuesten Kulturgeschichte der Verwaltung unter Berücksichtigung der Archivtheorien untersucht, um auf diese Weise Kenntnisse über den Verwaltungsalltag und den ihm immanenten Herrschaftsstrukturen zu gewinnen.
Doktorandin (April 2005-März 2009); Assoziiertes Mitglied
Bibliographie zur Geschichte und Theorie autobiographischen Schreibens, in: Vom Wir zum Ich. Individuum und Autobiographik im Zarenreich, hrsg. v. Julia Herzberg, Christoph Schmidt. Köln, Weimar, Wien 2007, S. 377-402.
Artikel in der "Moskauer Deutschen Zeitung", "Wostok", "Informationen aus dem Osten für den Westen" sowie "Einblick. Das Kölner Stadt- und Unimagazin"
Renzensionen für h-soz-u-kult, Archiv für Sozialgeschichte, Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, Sozial.Geschichte, der Zeitschriften Wostok und Einblick
Mitglied des Zentrums für Biografik: http://www.zentrum-fuer-biografik.de
Doktorand (April 2006-März 2009); Assoziiertes Mitgleid
Die Lokalstudie (Lüneburg 1380–1530) nimmt Erzeugung, Aufzeichnung und Überlieferung sozialen Alltagswissens in einer norddeutschen Mittelstadt im Spätmittelalter in den Blick. Sie verbindet ein sozialanthropologisches Erkenntnisinteresse mit wissens- und medientechnologischen Akzenten. Anhand unterschiedlicher Quellenbestände (Memorialbücher, Gerichtsprotokolle, Rechnungsbücher, Testamente, Eheverträge) wird stadtgesellschaftliches Handeln als Spannungsfeld argumentativer und medialer Praktiken nachgezeichnet und analysiert. Ausgangshypothese ist, daß sich Herstellung, Wahrnehmung und Deutung sozialer Zugehörigkeiten nicht unabhängig vom semantischen und kommunikativen Instrumentarium der fraglichen Gesellschaft untersuchen lassen. Damit werden Fragen nach der semantischen Organisation sozialer Identitäten, nach Position und Relation mündlicher und schriftlicher Kommunikation in der frühliteralen Übergangsgesellschaft und nach der argumentativen Ausformung von Traditionstechniken zentral für das sozialhistorische Interesse. Ziel ist die Erstellung einer kulturellen Grammatik sozialer Handlungsbedingungen, die Ordnung und Transformation von Beziehungssystemen als Prozeß der materiell vermittelten Investition und Manipulation von Denkformen beschreibbar macht.
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This local case study investigates the description of social relations in Lüneburg from the late 13th to the early 16th centuries, i. e.: the relationship of figurations of social (including legal) relatedness to writing practices and their specific logic. The problem is approached through a number of basic communicative functions: naming/addressing, reference/relating and stabilisation/transfer. These functions, it is argued, are subjected to extraordinary pressure in the period of research, in part due to the massive expansion of pragmatic writing. One result of this is the successive invention of different abstractions of kinship, which are analysed as specifically developed, practical, semiotic and material technologies rather than as pre-modern givens.
Ordnung, Konflikt und Kooperation in spätmittelalterlichen Testamenten, in: Frank Rexroth/Kerstin Seidel (Hg.), Kooperation und Betrug in Beziehungssystemen (im Erscheinen)
Forschungsstudent (April 2005-November 2005)
Das Projekt untersucht die Ausstellung von Menschen in Deutschland, England und Frankreich, wie sie zwischen 1840 und 1940 in Form von Welt- und Kolonialausstellungen oder auch kommerziellen Völkerschauen inszeniert wurde. Ziel ist es, über einen sinnes- und mediengeschichtlichen Zugriff aufzuzeigen, wie mittels ‚lebender‘ Archive Wissenskonstruktionen und gleichzeitig bewusste Zerstörungen von Wissensbeständen stattfanden. Die Untersuchung des Materials – u. a. zeitgenössiche Werbung, Rezeptionen und Selbstzeugnisse – kreist hierbei um im ‚Ausstellungsphänomen Mensch‘ zugrundeliegende Prozesse wie Schautrieb, Sexualdispositiv, europäische Imagination und Zuschreibung.
Forschungsstudentin (Februar 2006-Juli 2006)
Das Projekt setzt sich mit der deutschen regierungsamtlichen Darstellung des Kosovo-Konfliktes auseinander und will die Wissensproduktion von Seiten der Bundesregierung untersuchen. Hierbei wird die Arbeit auf zwei Ebenen ansetzen: Zunächst erfolgt eine Analyse des militärischen Komplexes und den dabei verwendeten Begriffen. Die zweite Ebene soll den Vergleich des serbischen Vorgehens mit nationalsozialistischen Verbrechen untersuchen, der u.a. für die Legitimation der militärischen Intervention verwendet wurde.
Forschungsstudent (Januar 2007-September 2007)
Forschungsstudentin (Oktober 2007-März 2008)
Forschungsstudent (April 2008-Oktober 2008)
Gaststipendiat (19. Oktober-19. November 2005)
Central European University, Budapest
Gaststipendiat (1. Novmeber-30. November 2005)
Universität ELTE, Budapest
Gaststipendiat (14. Novmeber-14. Dezember 2005)
Central European University, Budapest
Gaststipendiatin (4. April-4. Mai 2006)
Center for Advanced Study, Sofia University
Department of History
Gaststipendiatin (1. Juni-4. Juli 2006)
Central European University, Budapest