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Tagung des SFB 584
"Politische Inklusion und Partizipation:
Strukturen und Semantiken"
8. bis 9. Mai 2003
im IBZ der Universität Bielefeld

Konzept · Programm · Tagungsbericht

Veranstalter:
Teilprojekt A8
Prof. Dr. Christoph Gusy
Heiko Bollmeyer
Kathrin Groh
Teilprojekt B4
Prof. Dr. Ute Frevert
Prof. Dr. Winfried Schmitz
Peter Behrendt
Jan Timmer
Teilprojekt B7
Prof. Dr. Rudolf Stichweh
Marcus Otto
Christine Weinbach

Die Tagung wird vom SFB 584 "Das Politische als Kommunikationsraum in der Geschichte" veranstaltet. Im Zentrum dieses Sonderforschungsbereichs steht die Annahme, dass sich das Politische als ein spezifischer Kommunikationsraum konstituiert. Der Zugang zu diesem Raum ist jedoch begrenzt. Unterschiedliche Kriterien wie etwa Alter, Geschlecht oder soziale Herkunft sorgen dafür, dass bestimmte Akteure an politischer Kommunikation teilnehmen dürfen, während andere davon ausgeschlossen bleiben. Wer letztlich auf welche Weise am Politischen teilhat, lässt sich nur in historischer Perspektive angemessen beantworten, hängen doch die Regeln des Zugangs zum politischen Kommunikationsraum von der jeweiligen Gesellschaftsstruktur und den entsprechenden Aushandlungsspielräumen der Akteure ab.

Der Zugang zum und der Ausschluss vom politischen Raum können – wie im Dachpapier des SFB ausgeführt – mit dem Begriffspaar 'In- und Exklusion' beschrieben werden. Dabei soll politische Inklusion grundsätzlich im Sinne eines zweifachen Richtungsverhältnisses zwischen Staat und Staatsbürgern definiert werden: als passives Hineingenommensein in politische Strukturen beispielsweise durch wohlfahrtsstaatliche Maßnahmen und als aktive Teilhabe an diesen z.B. durch Ausübung des Wahlrechts. Die aktive Form politischer Inklusion lässt sich, so eine Annahme der Tagung, auch mit dem Begriff 'Politische Partizipation' fassen.

Beide Modi politischer Inklusion, sowohl die aktive als auch die passive, werden strukturell dadurch ermöglicht, dass Rollen, Institutionen oder Spielregeln zur Verfügung stehen. Zugleich gibt es Semantiken, die definieren, wer auf welche Weise inkludiert ist. Erst das wechselseitige Verhältnis von Struktur und Semantik schafft die Bedingung der Möglichkeit von Grenzverschiebungen des politischen Raumes. Denn Semantiken bilden soziale Strukturen nicht einfach ab, sondern sie wirken durch ihre Verwendung auf diese Strukturen zurück und verändern sie dadurch. Daraus folgt, dass die Grenzen des politischen Kommunikationsraums kontingent sind. Die Tagung beschäftigt sich daher in historischer Perspektive mit Grenzen und Grenzverschiebungen des politischen Kommunikationsraums sowie mit den damit verknüpften Formen politischer Inklusion.

Die Tagung ist für Interessierte geöffnet.
Um frühzeitige Anmeldung bei der SFB-Geschäftsstelle wird gebeten.
SFB 584
Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie
Postfach 10 01 31
33501 Bielefeld
Tel.: 0521/ 106-3213 oder -3203
E-Mail: sfb584@geschichte.uni-bielefeld.de