Forschungsprogramm

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Forschungsperspektive und Ziele

In der öffentlichen Selbstthematisierung der Politik, aber auch in den Sozial- und Kulturwissenschaften verdichtet sich gegenwärtig die Wahrnehmung einer "Transformation des Politischen", nach der die Arenen und Institutionen, Themen und Kommunikationsstile, Akteure und Legitimationen des Politischen einen Wandel durchlaufen. So lässt sich als eine Besonderheit der Gegenwart beobachten, dass die Trennung zwischen dem Politischen und anderen gesellschaftlichen Wirklichkeitsbereichen zunehmend in Frage steht (Ulrich K. Preuß) - ganz unterschiedliche Beispiele reichen von den Medien ("Mediokratie") über Formen zivilgesellschaftlichen Engagements ("Subpolitik") bis hin zum jüngst entdeckten Politikum des übergewichtigen Menschen.

Diese Beobachtung stützt die im SFB vertretene Hypothese, dass je nach Konjunktur unterschiedliche Wirklichkeitsbereiche zu Teilen des politischen Raumes transformiert werden können, und dass diese Grenzziehungen selbst ein wichtiger Bestandteil des Politischen sind. Der Forschungsverbund geht deshalb nicht von einer bereichsspezifischen oder gegenstandsbezogenen Definition des Politischen aus. Auch Macht und Gewalt, die in der Staats- und Politikwissenschaft lange Zeit als Kernelemente des Politischen galten, werden in dieser Perspektive als Teil der Zu- und Umschreibungen des Politischen begriffen und diesen nicht vorgelagert.

Der SFB basiert auf einem konstruktivistischen Grundverständnis und orientiert sich an kultur- und kommunikationsgeschichtlichen Fragestellungen. Mit dieser Ausrichtung zielt er auf eine Politikgeschichte neuen Zuschnitts, die sich weder auf politische Entscheidungsprozesse noch auf die darin traditionell untersuchten Akteure (Regierungen, Parteien, Lobbygruppen, Verbände) konzentriert, sondern auch weniger prominente Formen politischen Handelns einbezieht und darin bestrebt ist, die Trennung zwischen handlungs- und strukturtheoretischen Ansätzen zu überwinden.

Der Ansatz des SFB lässt einen allgemein und epochenübergreifend gültigen Begriff des Politischen nicht zu. Vielmehr richtet sich der Blick auf die historisch variablen Grenzen, Mechanismen und Medien eines diskursiv und symbolisch konstituierten politischen Kommunikationsraumes. Für dessen Analyse sind Akteure und Akteurskonstellationen, Modalitäten der Kommunikation und institutionelle Bedingungen gleichermaßen zentral.


 

Abschlussbericht des SFB 584
Auszug aus dem Abschlussbericht für die DFG

Tagungsbericht
zur SFB-Abschlusstagung "Writing Political History Today"
(01.-03.12.2011)

Publikationen

Neu erschienen in der Reihe "Historische Politikforschung":

Tobias Weidner, Die unpolitische Profession


Reihe "Das Politische als Kommunikation"


Reihe "Historische Politikforschung"


Weitere Publikationen

 

Flyer (PDF)

Flyer 2. Phase (PDF)

Flyer 1. Phase (PDF)