1. Studien zu Burden of Disease: Allgemeine Krankheitslast, Klimawandel, Gewalt

Ein zentraler Forschungsschwerpunkt der AG 2 liegt in der Auseinandersetzung mit und Anwendung von Verfahren zur Quantifizierung von Krankheitslasten, den so genannten Burden of Disease Studien. Neben der kritischen Analyse der verfügbaren Burden of Disease Methoden, die insbesondere für die Global Burden of Disease Studien entwickelt worden sind, führte die AG 2 eigene Berechnungen zur Krankheitslast unter Verwendung von Sekundärdaten und verschiedenen Maßzahlen sowie für unterschiedliche Themenbereiche und Regionen durch. So wurden z.B. die Konzepte der gesunden Lebenserwartung oder der verlorenen gesunden Lebensjahre mit administrativen Gesundheitsdaten aus Nordrhein-Westfalen und Hong Kong untersucht.

Weiterhin wurden im Rahmen der Megacities Projekte orientierende Abschätzungen zur Krankheitslast für China und Bangladesch vorgenommen. Differenziertere globale Abschätzungen auf der Grundlage weiterentwickelter Burden of Disease Methoden sind ferner für Infektionskrankheiten in Europa durchgeführt worden. Hier ist die AG 2 gegenwärtig in ein internationales Projekt des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) eingebunden, das auf die Methodenentwicklung und Abschätzung der Krankheitslast von 32 ausgewählten Infektionserregern in Europa abzielt (BCoDE). In einem weiteren EU-Projekt (SIDARTHa) beschäftigte sich die AG 2 mit der Entwicklung eines Systems zur Syndromic surveillance (Förderung durch DG SANCO). Dieses Projekt, das unter Beteiligung zahlreicher europäischer Partner lief, zielte darauf ab, auf der Grundlage von Routine-Notfalldaten ein Surveillance-System für Syndrome aufzubauen, um gesundheitliche Gefahren vor der eigentlichen Diagnosestellung entdecken zu können.

Weitere Projekte, denen sich die AG 2 in Zukunft im Kontext von Burden of Disease zuwendet, sind in den Themenbereichen Klimawandel sowie Gewalt und Gesundheit angesiedelt. Aktuell wird unter Federführung der AG 2 eine Forschergruppe mit nationalen und internationalen Expertinnen und Experten aufgebaut mit dem Ziel der Antragstellung für ein größeres Projekt zur Thematik „Climate change and health“. Des Weiteren plant die AG 2 zukünftig die Forschung im Bereich der so genannten Disability Weights, Gewichtungsfaktoren für den Schweregrad von Erkrankungen, zu intensivieren.

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