2. Migration, Flucht und Gesundheit

Vielfältige Forschungsprojekte der AG2 haben sich in den vergangenen Jahren mit der Gesundheit von Migranten beschäftigt. Die Forschungsaktivitäten haben sich dabei zuletzt insbesondere auf die Gruppe der Geflüchteten fokussiert. Die Zunahme globaler Flüchtlingsmigrationen stellt Deutschland vor gesellschaftliche und politische Herausforderungen, die auch die Gesundheitsversorgung betreffen. Die aktuelle Migrationswelle nach Westeuropa ist ein Zeichen der gegenwärtigen Globalisierung und einer Zunahme von Bürgerkriegen. Migration und insbesondere die Flüchtlingsmigration stellt ein komplexes Phänomen dar, welches in vielerlei Hinsicht mit Gesundheit verbunden ist. So sind Flüchtlinge vielen Risiken (z. B. Trauma, Gewalt, Unterdrückung, Folter, Vertreibung, Risiko für Infektionskrankheiten) vor oder während der Flucht ausgesetzt, welche die körperliche und mentale Gesundheit beeinträchtigen können. Darüber hinaus bestehen in den Aufnahmeländern häufig Barrieren bei der Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen sowie beim Zugang zum sozialen Versorgungssystem und zu bezahlter Beschäftigung.

Die AG2 koordiniert ein Fortschrittskolleg zur Gesundheit von Geflüchteten (www.uni-bielefeld.de/fluege/), in welchem 13 Promovierende aus unterschiedlichen Fakultäten der Universität Bielefeld beschäftigt sind. Die Forschungsziele reichen von der Erhebung des Gesundheitszustands und der Risikofaktoren von Flüchtlingen, der Identifizierung von Barrieren der Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen, der partizipatorischen Entwicklung zielgruppenspezifischer Interventionen, der Betrachtung der negativen wie positiven ökonomischen Effekte von Flüchtlingsmigration auf das Finanzierungssystem der gesetzlichen Krankenversicherung, der Erarbeitung von Empfehlungen für optimale Strategien zur Integration von Flüchtlingen/Asylbewerbern bis zur Darstellung rechtlicher Grundlagen unter Berücksichtigung der Menschenrechte sowie ethischer Fragen bis hin zu der Weiterentwicklung von Strategien zur Überwindung von sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit.

Da sich die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld durch ihre problemorientierte Forschungsausrichtung auszeichnet und auf vielfältige Kontakte und vertragliche Partnerschaften in die Praxis zurückgreifen kann, soll das Fortschrittskolleg dazu dienen, die durch die Flüchtlingsbewegungen kurzfristig, ebenso wie langfristig entstehenden gesellschaftlichen Herausforderungen in Bezug auf Gesundheit und Wohlergehen im demografischen Wandel sowie Sicherheit und Teilhabe im gesellschaftlichen Wandel zu adressieren und Lösungsmöglichkeiten anzubieten. Diese Lösungen sollen nicht nur auf wissenschaftlicher Ebene diskutiert, sondern auch in die Praxis integriert werden.

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