Die Bevölkerungsmedizin erweitert die Betrachtung des einzelnen Patienten auf die Untersuchung der Verteilungen von Krankheiten und Gesundheit in ganzen Bevölkerungen, Bevölkerungsgruppen, Regionen und Gemeinden (Community Medicine, Public Health Medicine). Hierfür ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Public-Health-Teildisziplinen wie Sozialwissenschaften, Gesundheitsökonomie, Umwelt- und Biowissenschaften erforderlich. Internationale Dimensionen von Gesundheit und Krankheit werden im Zeitalter der Informationsgesellschaft mit zunehmender Globalisierung besonders berücksichtigt.
Anhand von WHO-Daten über die Krankheitslast („burden of disease“) in Europa werden Projektionen für die zukünftigen Trends der Volkskrankheiten erstellt. Diese Entwicklungen werden mit der Verteilung von Risikofaktoren und protektiven Faktoren in der Bevölkerung assoziiert. Mittels mathematischer und epidemiologischer Modelle wird die Effektivität bestimmter Interventionsszenarios getestet, um eine Senkung der Krankheitslast zu erreichen.






