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AG Infektionsepidemiologie der DGEpi - Startseite

Im Okt. 2011 wurden die Inhalte der Homepage der AG Infektionsepidemiologie z.T. auf die neue DGEpi-Homepage transferiert:
http://dgepi.visart.de/arbeitsgruppen.html


Impressum

der hier befindlichen "alten" Seiten der AG Infektionsepidemiologie der DGEpi:

Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 10 MDStV bzw. i.S.d.P:
Reinhard Bornemann (für die AG Infektionsepidemiologie)
bornemannuni-bielefeld.de

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Was ist Infektionsepidemiologie ?

Vorbemerkung: dies ist der Versuch einer ausführlicheren Definition; AG-Mitglieder und Gäste sind höflich aufgefordert, den Text weiter zu verbessern.

Inhaltsverzeichnis

1 Kurzdefinition
2 Geschichte
3 Aktuelle Schwerpunkte
4 Gesetzliche Grundlage
5 Institutionen
6 Wissenschaftliche Fachgesellschaften
7 Fachliche Qualifikationen
8 Quellen  

Kurzdefinition

Die Infektionsepidemiologie befasst sich mit Häufigkeit, Ursachen und charakteristischem Verhalten von Krankheiten bei Mensch und Tier, bei denen ein Infektionserreger (z.B. Bakterium oder Virus) beteiligt ist. Die Besonderheit der Infektionsepidemiologie liegt darin, dass der Infektionserreger ein „Eigenleben“ hat bzw. sich verändern und anpassen kann. Dadurch entsteht eine Eigendynamik, die in der allgemeinen Epidemiologie nicht zu beobachten ist, weswegen die Infektionsepidemiologie einen eigenständigen Bereich innerhalb der Epidemiologie darstellt.

 

Geschichte

Die heutige Epidemiologie hat ihren Ursprung zu einem Gutteil in der Infektionsepidemiologie, vor allem im 19. Jhd. Noch bevor Robert Koch und andere Bakterien & Co. als Krankheitsauslöser identifizierten, waren durch nähere Analysen von Epidemien Zusammenhänge sichtbar gemacht worden, die zum Verständnis von Infektionskrankheiten führten – bekanntestes Beispiel ist die Untersuchung einer Choleraepidemie in London um 1850 durch John Snow. In der Folge, Ende des 19. Jhd., verschmolzen beide „Teile“, der „diagnostische/mikrobiologische“ und der „epidemiologische“ Teil, zu einer einheitlichen Wissenschaft. Als dritter Teil der „klassischen“ Infektionsepidemiologie kam die Seuchenkontrolle hinzu, die schon viel länger existierte, z.B. im Rahmen von Quarantänemaßnahmen bei der Pest, nun aber in Verbindung mit den neu gewonnenen Einsichten aus Epidemiologie und Mikrobiologie zu einem effektiven Instrument der Gesundheitsfürsorge wurde. Ein 1891 gegründetes Königlich Preußisches Institut für Infektionskrankheiten, später nach Robert Koch benannt, übernahm allmählich all diese Aufgaben und dient heute schließlich der „Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infektionskrankheiten“, wobei eine von drei Abteilungen sich ausdrücklich mit Infektionsepidemiologie befasst. Die „moderne“ Infektionsepidemiologie um das Jahr 2000 stützt sich inzwischen auf eine Vielzahl von benachbarten Wissenschaftszweigen, zu nennen bzw. fortgeschrittene Diagnosetechniken wie molekularbiologische Untersuchungen, die Ursprung bzw. Übertragungsweg von Erregern erkennen lassen, genetische Untersuchungen, die die Empfänglichkeit von Individuen oder Populationen ggü. Infektionen beschreiben, die Mathematische Modellierung, die Infektionsausbrüche im Voraus simulieren kann.

 

Aktuelle Schwerpunkte

In Deutschland wird das aktuelle infektiologische Krankheitsgeschehen u.a. gemäß IfSG erhoben und jährlich im Infektionsepidemiologischen Jahrbuch meldepflichtiger Erreger, herausgegeben vom RKI, berichtet. An meldepflichtigen Infektionen in Deutschland standen in den letzten Jahren Magen-Darm-Infekte mit Abstand an der Spitze, mit je ca. 250.000 Fällen pro Jahr (wobei noch eine hohe Dunkelziffer hinzugerechnet werden darf). Zahlenmäßig „zweitrangig“ unter den häufigsten Krankheiten – jedoch mit deutlich schwerwiegenderem Verlauf – folgen Hepatitis-C, Tuberkulose, Influenza, Syphilis und HIV/AIDS, mit je ca. 7000–3000 Fällen (nebst einigen weiteren Darminfekten). Neben diesen dauerhaft solchermaßen häufigen Infektionen gibt es immer wieder kleinere Ausbrüche, die für Aufmerksamkeit sorgen, z.B. mit Masern, Hepatitis-A oder Q-Fieber. Speziell solchen Ausbrüchen ist rasche infektionsepidemiologische Kompetenz gefragt, um den Ausbruchsherd zu identifizieren und abstellen zu können. In den vergangenen beiden Jahren hat die Epidemiologie einer seit Jahrzehnten bei uns nicht mehr aufgetretenen Erkrankung, der "Vogelgrippe" (aviäre Influenza) beim Menschen, zu umfangreichen vorsorglichen Studien im Rahmen der Pandemieplanung geführt. International spielen Infektionskrankheiten eine viel größere Rolle, speziell in den Entwicklungsländern. Dort sorgen seit jeher vor allem Durchfallserkrankungen, Tuberkulose, Malaria, inzwischen aber auch HIV/AIDS, für hohe Krankheitslast und Todesfallzahlen. Daneben gibt es aber auch eine Reihe von weniger in der Öffentlichkeit beachteten Infektionen wie Cholera, Wurmerkrankungen, Leishmaniose u.v.m., an denen weltweit geschätzt über eine Milliarde Menschen - also etwa jeder sechste - leiden, und die von der WHO folgerichtig mit Neglected tropical diseases (NTDs) bezeichnet werden. Neben diesen, nun in globalem Maßstab, chronisch verbreiteten Infektionen treten auch hier immer wieder Ausbrüche auf, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, speziell, wenn sie das Potential für eine größere Ausbreitung haben. Im September 2007 war dies z.B. ein Ebola-Ausbruch im Kongo. WHO – Neglected tropical infections: [2] WHO – Ausbruch: [3]

 

Gesetzliche Grundlage

Maßgeblich ist das "Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen" (kurz: Infektionsschutzgesetz, IfSG) §1 (1) „Zweck des Gesetzes ist es, übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern.“ [4]

 

Institutionen national und international

(vgl. Hauptabschnitte "Institutionen Inland" und "Institutionen Ausland")

 

Fachgesellschaften

(vgl. Hauptabschnitt "Wissenschaftliche Gesellschaften")

 

Fachliche Qualifikationen

Der gemäß Musterweiterbildungsordnung von 2003 in allen 16 Bundesländern bzw. 17 Ärztekammerbezirken (NRW hat 2) eingeführte Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie führt zwar die Infektionsepi. im Namen, ist jedoch gemäß Weiterbildungsinhalt – und auch in der Praxis – oft in erster Linie Labormediziner. Ebenfalls mit der „Epidemiologie … von Infektionen“ beschäftigt sich die Zusatz-Weiterbildung „Infektiologie“. Die anderen in der Infektionsepi. tätigen Praktiker und Wissenschaftler setzen sich aus einer Vielfalt von Medizinern anderer Fachrichtungen und Biowissenschaftlern allgemein zusammen. Für die „Nicht-Mikrobiologen“ den o.g. Facharztqualifikationen vergleichbar zu werten ist das gemeinsame Zertifikat Epidemiologie der epidemiologischen Fachgesellschaften.
Bundesärztekammer: (Muster-)Weiterbildungsordnung [9]
Dt. Ges. für Epidemiologie: Zertifikat Epidemiologie [10]

 

Quellen

NN