Studienabbrüche von Studierenden in Folge von Diskriminierung und Mehrfachbelastung durch heterogene Lebenslagen – Sensibilisierungsmaßnahme für Lehrende der Fakultät für Gesundheitswissenschaften

Soziale Ungleichheiten haben noch immer einen Einfluss auf die Bildungsgerechtigkeit. Der Anteil Studierender aus akademisch gebildeten Familien steigt bei gleichzeitiger Abnahme des Anteils Studierender aus bildungsfernen Familien (vgl. Middendorf 2008). Diese Ungleichheit verstärkt sich bei Studierenden mit unterschiedlichen – möglicherweise zu Diskriminierungserfahrungen führenden – Diversitätsaspekten zusätzlich. Beispielsweise haben Studierende mit Migrationshintergrund nur wenige akademische Vorbilder mit Migrationshintergrund. Einer Untersuchung des HIS zufolge haben 45% der Studierenden mit Migrationshintergrund ihr Studium vorzeitig abgebrochen (vgl. Meinhardt/Zittlau 2009). Die Gründe für die hohe Abbruchquote sind nicht eindeutig auf Diskriminierung oder andere konkrete Faktoren zurückzuführen. Jedoch könnten bestimmte Hürden oder Diskriminierungserfahrungen – nicht nur Studierender mit Migrationshintergrund sondern mit heterogenen Diversitätsmerkmalen – durch spezielle Sensibilisierungen der Lehrpersonen an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften verringert oder kompensiert werden, so dass Studienabbrüche vermieden werden können.

Als Reaktion auf die steigende Relevanz unterschiedlicher Diversitätsmerkmale als möglicherweise benachteiligende Faktoren für das Beenden des Studiums wird im WiSe 2016/17 in einer quantitativen Erhebung bei BA- und MA- Gesundheitswissenschafts-Studierenden analysiert, ob Diskriminierungserfahrungen aufgrund bspw. sexueller Orientierung, Pflegeübernahme im privaten Umfeld, Elternschaft, Nationalität und weiteren Diversitätsfaktoren zu einer erschwerten Fortführung des Studiums oder das Erwägen eines Studienabbruchs führen oder geführt haben. Die Ergebnisse der Studie sollen in einem weiteren Schritt im Sommer-Semester 2017 für Maßnahmen zur Sensibilisierung des Lehrendenteams der Fakultät für Gesundheitswissenschaften eingesetzt werden, die auf die wahrgenommenen Diskriminierungsbereiche und Bedarfe der Studierenden abgestimmt sind.

Projektlaufzeit

Oktober 2016 – April 2017
Fortführung geplant: Oktober 2017 - März 2018

Projektförderung

Qualitätspaktmittel

Projektleitung/ Ansprechperson

Alex Stern (Universität Bielefeld)

Dr. Hürrem Tezcan-Güntekin

Aktuelles

 

Anreise und Adressen