Besser behandeln bei Brustkrebs

gefördert durch die Deutsche Krebshilfe

Projektleitung:
Jun.Prof. Dr. Jacob Spallek, Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, AG 3 Epidemiologie & International Public Health in Kooperation mit: Prof. Dr. Petra Kolip, Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, AG 4 Prävention und Gesundheitsförderung

Projektmitarbeiterinnen: Yüce Yilmaz-Aslan Dr. PH, Lena Spallek B.Sc., Yesim Gök

Projektpartner: Prof. Dr. Hajo Zeeb, Funda Klein-Ellinghaus, Institut für Epidemiologie und Präventionsforschung (BIPS), Bremen

Projektlaufzeit: 01.10.2012 – 30.09.2014

Ziel dieser Studie ist es, versorgungsrelevante Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Krankheitsvorstellungen und Behandlungserwartungen von deutschen und türkischstämmigen Frauen zu finden, bei denen ein Mammakarzinom diagnostiziert wurde.

Brustkrebs ist die häufigste Krebsneuerkrankung bei Frauen, die insbesondere ab dem 55. Lebensjahr auftritt. Die Diagnose Brustkrebs ist ein psychisch belastendes Ereignis. In dieser Situation ist es wichtig, dass neben der medizinischen Versorgung eine angemessene psychoonkologische Versorgung gewährleistet ist. Frauen türkischer Herkunft stellen hierbei eine in verschiedenen Aspekten besondere Patientengruppe dar. Sie unterscheiden sich oftmals von der deutschen Bevölkerung in ihrem kulturellen Hintergrund, in ihrem durchschnittlichen Bildungsniveau und ihren Sprachkenntnissen der deutschen Sprache. Zudem verfügen sie häufig über andere Bewältigungsstrategien im Umgang mit Krankheit als Frauen ohne Migrationshintergrund. Auch das Nutzungsverhalten des Gesundheitssystems kann sich von der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund unterscheiden. Diese Frauen müssen also in der besonderen Situation der Diagnose Brustkrebs mit zusätzlichen Anforderungen umgehen.

Welche Krankheitsvorstellungen türkische Frauen (in Deutschland) in Bezug auf Brustkrebsentstehung, -behandlung und -prognose haben, ist wie für viele andere Krebserkrankungen weitestgehend unerforscht. Welche Behandlungserwartungen türkische Frauen an Ärzte, medizinisches Personal und Psychoonkologen haben, wurde bisher nicht wissenschaftlich betrachtet.

In dieser Studie werden deutsche und türkische Frauen mit Brustkrebs mittels leitfadengestützten Interviews in Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen befragt. Zudem werden Fokusgruppengespräche mit gesunden Frauen im Setting durchgeführt. Die unterschiedlichen Zeitpunkte der Befragungen (vor bzw. ohne Erkrankung, kurz nach der Erstdiagnosestellung, einige Zeit nach der Diagnosestellung) bilden die möglicherweise unterschiedlichen Erwartungen und Wünsche bezüglich eines Behandlungsprozesses ab. Es werden Behandlungserwartungen an alle Akteure des Behandlungsprozesses erfasst, ein besonderer Fokus liegt auf den Erwartungen an die Arbeit von Psychoonkologen.

Die Ergebnisse können Ärzten, Pflegepersonal, Psychoonkologen und anderen Akteuren, die an einer Brustkrebsbehandlung beteiligt sind, wichtige Hinweise zum Umgang mit ihren Patientinnen und für die Organisation des Behandlungsprozesses, insbesondere bei türkischstämmigen Frauen liefern.

 

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