Wie entscheiden Sie sich? Informierte Entscheidung und das Mammographie-Screening-Programm (InEMa)

gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit im Rahmen der Forschung im Nationalen Krebsplan  
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Projektleitung:

Jun.Prof. Dr. Jacob Spallek, Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, AG 3 Epidemiologie & International Public Health in Kooperation mit: Prof. Dr. Petra Kolip, Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, AG 4 Prävention und Gesundheitsförderung

Projektmitarbeiter/-innen:

Eva Berens (M.Sc.), Emine Ergin-Akkoyun, Katharina Müller, Maren Reder (MPH), Jörg Riedel

Zielsetzung:

Ziel des Projektes ist es, erstmals zu beschreiben, welcher Anteil der deutschen Bevölkerung und insbesondere von Frauen mit türkischem Migrationshintergrund sich auf der Basis einer informierten Entscheidung für oder gegen die Inanspruchnahme des Mammographie-Screening-Programms entscheidet und welche Rahmenbedingungen und personellen Faktoren auf die informierte Entscheidung und auf die (Nicht-)Teilnahme am Screening einen Einfluss haben.

Diese Fragestellung ist insbesondere relevant, da eine Teilnahme an dieser Krebsfrüherkennungsuntersuchung nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile (Überdiagnose/Übertherapie, eine Beeinträchtigung der Lebensqualität durch Vorverlegung der Diagnose sowie falsch positive und falsch negative Befunde) haben kann. Deshalb sollte jede Frau diese Vor- und Nachteile kennen und auf Basis dieser Information ihre Entscheidung für oder gegen die Teilnahme treffen. Obwohl der informierten Entscheidung mittlerweile im Gesundheitssystem ein großer Stellenwert beigemessen wird, liegen bislang kaum Instrumente vor, die eine informierte Entscheidung erfassen.

Das Projekt umfasst zwei zentrale Arbeitpakete:

Arbeitspaket 1: Entwicklung eines Messinstruments zur Erfassung des Konstrukts ‚informierte Entscheidung‘ (AG 4)

Im Rahmen des Arbeitspaktes 2 wird ein standardisiertes Erhebungsinstrument eingesetzt (s.u.). Da für den deutschsprachigen Raum ein solcher Fragebogen noch nicht existiert, steht die Entwicklung eines standardisierten Instrumentes im Zentrum des Arbeitspaketes 1. Für den Konstruktionsprozess werden zum einen vorhandene Instrumente modifiziert, zum anderen vier qualitative Interviews mit Frauen der Zielgruppe (je zwei Frauen mit türkischem Migrationshintergrund und zwei Deutsche, je zwei für/gegen Mammographie-Screening) geführt und anschließend inhaltsanalytisch ausgewertet. Das Messinstrument wird aus folgenden Skalen und Subskalen bestehen: 1) Informierte Entscheidung (a) Wissen zum Screening, b) Einstellung zum Screening, c) Handlung) und 2) Potentielle Einflussfaktoren (a) individuelle und b) organisatorische Faktoren). Die psychometrische Testung erfolgt im Rahmen der Hauptstudie (Arbeitspaket 2).

Arbeitspaket 2: Schriftliche Befragung von 20000 erstmals zur Teilnahme am Mammographie-Screening-Programm anspruchsberechtigten Frauen (AG 3)

Anspruchsberechtigte Frauen im Alter von 50 Jahren werden postalisch befragt. Besonders berücksichtigt werden hierbei Frauen mit türkischem Migrationshintergrund. Die Stichprobe der Studienteilnehmerinnen wird repräsentativ aus den Daten der Einwohnermeldeämter im Verwaltungsgebiet der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe gezogen. Die erste Erhebung (T1) wird kurz nach Erreichen des 50. Lebensjahres postalisch versendet, um u.a. die Einstellungen sowie die Teilnahmeabsicht der Frauen zu erfassen. Eine zweite Befragung (T2) wird etwa drei Monate danach durchgeführt. Hierbei kann überprüft werden, ob die Frauen teilgenommen haben, und welche individuellen und organisatorischen Faktoren Einfluss auf die Entscheidung und die Teilnahme haben.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung können zur Verbesserung sowohl der offiziellen Informationsmaterialien als auch der Materialien und Strukturen anderer involvierter Organisationen genutzt werden, so dass diese eine adäquate Unterstützung bei der informierten Entscheidung gewährleisten können. Des weiteren wird das entwickelte Messinstrument für weitere Studien im Bereich Mammographie-Screening zur Verfügung stehen bzw. eine wichtige Vorarbeit für die Erfassung informierter Entscheidung bei anderen Screening- und therapeutischen Interventionen leisten.

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