Chronische Krankheiten gehören in vielen Ländern zu den heute dominanten Gesundheitsproblemen in der Bevölkerung und werden künftig noch weiter an Bedeutung gewinnen. Auf diese Entwicklung sind die Gesundheitssysteme nach wie vor nicht hinreichend eingestellt. Das gilt auch für das deutsche Gesundheitswesen, das trotz zahlreicher Reformbemühungen in den vergangenen Jahren nicht ausreichend an die mit chronischer Krankheit verbundenen Herausforderungen angepasst ist. Anpassungsdefizite zeigen sich in allen Versorgungsbereichen und bei allen Gesundheitsprofessionen – auch in der Pflege. Sie zu beheben ist umso dringlicher, als sich Verlauf und Gestalt vieler chronischer Krankheiten verändert haben. So sind 20-30jährige Verlaufsdauern heute längst keine Seltenheit mehr. Aber auch Folgeerscheinungen wie Multimorbidität, Überlagerung von Krankheits- und Therapiefolgen, Funktionseinschränkungen und auch Pflegebedürftigkeit sind zu vertrauten Erscheinungen geworden.
Das Gesundheitssystem an diese Entwicklung anzupassen und angemessene Versorgungsmöglichkeiten für chronisch Kranke bereitzustellen, gehört daher nach wie vor zu den großen Herausforderungen. Doch ist dies leichter gefordert als realisiert, denn für viele der damit zur Lösung anstehenden Fragen fehlt es an hinreichendem Wissen und empirisch abgesicherten Erkenntnissen. Vor allem über die mit einer chronischen Erkrankung verbundenen Konsequenzen auf subjektiver Ebene mangelt es hierzulande an Studien. Dazu beizutragen, diese Forschungslücke zu schließen und Studien anzuregen, die die Situation und Problemsicht chronisch Erkrankter in den Mittelpunkt stellen, ist Ziel der Aktivitäten der AG 6 in diesem Arbeitsschwerpunkt.
- Chronische Krankheiten im Lebenslauf
- Bewältigung und Erleben chronischer Erkrankung in den unterschiedlichen Phasen des Krankheitsverlaufs
- Kompetenzförderung: Patienteninformation, -beratung und Selbstmanagementunterstützung bei chronischer Krankheit






