Regional differenzierte Versorgung (DIVER) - eine international vergleichende Analyse ländlicher Versorgungsmodelle

Laufzeit
04/2012-03/2014

Projektleitung und -koordination
Prof. Dr. Doris Schaeffer, Dr. Kerstin Hämel

Projektdurchführung
Janina Kutzner

Kooperationspartner
Prof. Dr. Michael Ewers, Charité Berlin

Projektförderung/Kooperation
Robert Bosch Stiftung

Hintergrund/Zielsetzung
Generell steht die Gesellschaft vor der Aufgabe, die Versorgung an die künftig steigende Zahl chronisch Erkrankter und Pflegebedürftiger anzupassen. Dabei gilt es zu beachten, dass die demografische Alterung regional unterschiedlich verläuft und vor allem ländliche Regionen stärker betroffen sind. Doch neue Versorgungsmodelle werden zumeist noch im urbanen Raum entwickelt und erprobt, sodass die Probleme und Möglichkeiten in ländlichen Regionen unberücksichtigt bleiben. Hinzu kommt, dass hierzulande bereits vorliegende (Planungs-)Überlegungen meist nur auf Teilbereiche − v.a. medizinische Versorgung − beschränkt sind.

Während eine regional differenzierte und auf Partizipation der Akteure vor Ort angelegte Versorgungsplanung und -gestaltung für ländliche Regionen in Deutschland noch unterentwickelt ist, haben andere Länder bereits mehr Erfahrung. Im Projekt sollen Versorgungsmodelle in zwei dieser Länder näher untersucht werden: Kanada und Finnland. Dort wurden Modelle für den ländlichen Raum aufgrund der geografischen und siedlungsstrukturellen Situation und gleichfalls im Zuge der Alterung der Bevölkerung in ländlichen Gebieten in den letzten Jahren mit verschiedenen Strategien forciert. Dabei wurden aufgrund der beide Länder prägenden dezentralen Verantwortung für gesundheitliche und soziale Infrastruktur regional und lokal unterschiedliche Modelle etabliert, die einen reichhaltigen Fundus für Innovationen darstellen, aber auch auf Schwierigkeiten verweisen könnten.

Ziel des Projekts war es, innovative ländliche Versorgungsmodelle regionaler Versorgungsstrukturen in Kanada und Finnland zu identifizieren, zu explorieren und unter qualitativen und quantitativen Versorgungsgesichtspunkten auf ihre Übertragbarkeit auf (ländliche) Regionen in Deutschland hin zu analysieren.

 Vorgehensweise
  • Literatur- und Dokumentenanalyse zur ländlichen Versorgung/Versorgungsmodellen in Finnland und Kanada
  • Leitfadengestützte telefonische Experteninterviews zur ländlichen Versorgungsgestaltung in Finnland und Kanada mit Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen, Führungskräften im Gesundheitswesen, Verbands- und Standesvertretern
  • Leitfadengestützte face-to-face Experteninterviews mit Verantwortlichen in der Versorgungspraxis in ausgewählten ländlichen Regionen Finnlands und Kanadas (Verwaltung, Einrichtungsleitung, praktizierende Gesundheitsprofessionen) und Vor-Ort-Begehungen
  • Analyse und Darstellung von Versorgungsmodellen und Diskussion der Transferbedingungen und -voraussetzungen

Publikationen

  • Hämel, K. (2016): Plädoyer für eine regional differenzierte, sektorenübergreifende Versorgung. Public Health Forum 24, Nr. 1, 15-16. doi:10.1515/pubhef-2016-0006
  • Hämel K., Kutzner J., Vorderwülbecke J. (2016). Mobile Versorgungseinrichtungen zur Stärkung der Versorgungssicherheit im ländlichen Raum? Eine Analyse von Konzepten und Implementationsanforderungen. Das Gesundheitswesen 79, Nr. 12, 1012-1018. DOI: 10.1055/s-0041-110677
  • Hämel, K., Schaeffer, D.,  Ewers, M. (2015): Modelle für die Gesundheitsversorgung ländlicher Regionen. Ländlicher Raum 3, 82-84
  • Schaeffer, D./Hämel, K./Ewers, M. (2015): Versorgungsmodelle für strukturschwache und ländliche Regionen.Anregungen aus Finnland und Kanada.Weinheim/München: BeltzJuventa
  • Hämel, K., Ewers, M., Schaeffer, D. (2015): Versorgungsmodelle für ländliche und strukturschwache Regionen – eine international vergleichende Analyse. Das Gesundheitswesen 77, Nr. 08/09, A310. doi:10.1055/s-0035-1563266
  • Hämel, K., Kutzner, J. (2015): Weiterentwicklung der häuslichen Versorgung pflegebedürftiger Menschen.Anregungen aus Finnland. Pflege & Gesellschaft 20, Nr. 1, 53-66
  • Ewers, M./Schaeffer, D./Hämel, K. (2015): Gesundheit unterm Ahornblatt. G + G.Gesundheit und Gesellschaft 18, Nr. 9, 21-26
  • Hämel, K./Schaeffer, D. (2014): Kommunale Gesundheitszentren in Finnland – Entwicklung und aktuelle Herausforderungen in der ländlichen Primärversorgung. In: Jahrbuch für kritische Medizin und Gesundheitswissenschaften 50, 11-29
  • Hämel, K./Schaeffer, D./Ewers, M. (2014): Versorgungsgestaltung in ländlichen Regionen. Welche Modelle bieten Finnland und Kanada? Informationsdienst Altersfragen 41, Nr. 6, 13-18
  • Hämel, K., Ewers, M., Schaeffer, D. (2014): Primärversorgungszentren in Finnland und Ontario/Kanada – Ansätze für eine nutzerorientierte Versorgung im Alter und bei chronischer Krankheit. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 47, Nr. 1, 61-62. doi:10.1007/391-014-0807-6
  • Hämel, K. (2014): Gesundheit und gesundheitliche Versorgung auf dem Land – internationale Perspektiven. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 47, Nr. 1, 95. doi:10.1007/391-014-0807-6
  • Ewers, M./Hämel, K./Schaeffer, D. (2014): Besser pflegen in alternden Gesellschaften.Impulse aus Finnland und Kanada. Betriebskrankenkassen Magazin für Politik, Recht und Gesundheit im Unternehmen, Nr. 3/2014, 40-47
  • Hämel, K. (2014): Kommunale Gesundheitszentren in Finnland: Modell für eine nutzer- und communityorientierte Primärversorgung!? Dokumentation des 19. Kongress Armut und Gesundheit Gesundheit nachhaltig fördern: langfristig, ganzheitlich, gerecht“
  • Schaeffer, D./Hämel, K./Ewers, M. (2014): Zukunftskonzept Multiprofessionelle Primärversorgungszentren. In: Pro Alter 46, Nr. 1, 24-27
  • Hämel, K., Ewers, M., Schaeffer, D. (2013): Versorgungsgestaltung angesichts regionaler Unterschiede. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 46, Nr. 4, 323-328. doi:10.1007/391-012-0465-5

Partnerprojekt

Innovative Gesundheitsmodelle (InGe)

Das Projekt InGe ist ein ebenfalls von der Robert Bosch Stiftung gefördertes Forschungsprojekt des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt. Projektziele sind eine deutschlandweite Bestandsaufnahme neuer Konzepte der gesundheitlichen Versorgung und die Analyse von Voraussetzungen für ihre Übertragbarkeit. Beschreibungen der Modelle werden in einer Datenbank gesammelt und auf der o.g. Homepage veröffentlicht. Ein zusätzliches Beratungsangebot soll Gemeinden, Ärzte, etc. dabei unterstützen, innovative Versorgungsmodelle in ihrer Region zu implementieren.

Aktuelles

 

Anreise und Adressen