Entwicklung neuer Konzepte für externe Qualitätsprüfungen und öffentliche Qualitätsdarstellungen in der stationären pflegerischen Versorgung

Laufzeit
2017-2018

Koordination
Dr. Klaus Wingenfeld

Durchführung
Christian Voigt, Rena Stemberg

Finanzierung
Qualitätsausschuss Pflege

Hintergrund
Spätestens mit der Veröffentlichung von Ergebnissen externer Qualitätsprüfungen, die seit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz im Jahr 2008 gesetzlich vorgeschrieben ist, wurde in Deutschland ein erheblicher Entwicklungsbedarf im Bereich der Beurteilung von Qualität in der stationären Langzeitpflege offenkundig. Die sog. Transparenzberichte und Pflegenoten, die kein realistisches Bild der Versorgungsqualität bieten, fanden immer weniger Akzeptanz in der Fachöffentlichkeit und bei den politischen Entscheidungsträgern. Nach kontroversen öffentlichen Diskussionen und verschiedenen Versuchen, nachzusteuern, hat der Gesetzgeber mit dem Ende 2015 verabschiedeten zweiten Pflege-Stärkungsgesetz eine grundlegende Revision der externen Qualitätsprüfungen und der darauf aufbauenden öffentlichen Qualitätsberichte angeordnet. Der mit der Umsetzung betraute Qualitätsausschuss Pflege brachte entsprechend der gesetzlichen Vorschriften einen Projektauftrag auf den Weg, mit dem eine neue Konzeption für externe Prüfungen und öffentliche „Qualitätsdarstellungen“ (so der neue Begriff für die öffentlichen Berichte über die Qualität der einzelnen Pflegeeinrichtungen) zu erarbeiten ist. Das Bielefelder Institut für Pflegewissenschaft hat gemeinsam mit dem Göttinger Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen (aQUa-Institut) den Zuschlag hierfür erhalten.

Zielsetzung
Seit März 2017 arbeiten die beiden Institute mit zahlreichen Experten und Entscheidungsträgern aus dem Bereich der pflegerischen Versorgung zusammen, um dieses anspruchsvolle Vorhaben umzusetzen. Sie können dabei anknüpfen an verschiedenen Vorarbeiten des IPW, insbesondere an Projekten zur Entwicklung, Erprobung und praktischen Umsetzung eines neuen Ansatzes zur indikatorengestützten Beurteilung der Ergebnisqualität. Wie gesetzlich vorgeschrieben, sollen zukünftige Qualitätsbeurteilungen neben den Prüfergebnissen der Medizinischen Dienste auch Versorgungsergebnisse berücksichtigen, die mit Hilfe von Qualitätskennzahlen berücksichtigt werden. Zugrunde liegt dabei ein Konzept, das das IPW schon in den Jahren 2009 und 2010 im Auftrag des Bundesgesundheitsministerium und des Bundesfamilienministeriums erarbeitet hat. Versorgungsergebnisse wie zum Beispiel erhaltene Mobilität, sturzbedingte Verletzungen oder die Dekubitusentstehung werden damit sichtbar und zwischen den Einrichtungen verglichen.

Die öffentlichen Qualitätsberichte werden somit mehrere Bestandteile haben:

1) Beurteilungen durch die MDK-Prüfer, die nach neuen inhaltlichen und methodischen Vorgaben erfolgen

2) Beurteilungen der Ergebnisqualität mit Hilfe der genannten Qualitätskennzahlen und

3) Informationen, die zur Beurteilung einer Einrichtung wichtig sind, die aber keine direkte Qualitätsbeurteilung beinhalten (z.B. besondere Angebote, Ausstattungsmerkmale etc.).

Dabei besteht eines der Ziele auch darin, die einseitige Ausrichtung externer Qualitätsprüfungen auf die schriftliche Dokumentation zu beheben und das Fachgespräch sowie das Gespräch mit dem Bewohner stärker zu gewichten.

Das Projekt wird im August 2018 abgeschlossen. Die Projektergebnisse umfassen neben einem umfangreichen Bericht die verschiedenen Instrumente und Methoden, die bei der Umstellung des Systems benötigt werden.

Aktuelles

 

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