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Positive Erlebnisräume für Menschen mit Demenz

Projekt B3 – DEMIAN II: Handlungskompetenzen in der Betreuung demenzkranker Menschen fördern. Ein Interventionsprogramm für Pflegende und pflegende Angehörige

 

Laufzeit: 2007 – 2010

Projektleitung und -durchführung:

Prof. Dr. Andreas Kruse, Charlotte Berendonk, Roman Kaspar (Universität Heidelberg, Institut für Gerontologie)

Hintergrund/Zielsetzung

Im Zentrum des Projekts DEMIAN II steht die Entwicklung und Erprobung von Schulungsprogrammen für Pflegende in der stationären Altenhilfe sowie für pflegende Angehörige zur emotionalen Förderung von Menschen mit Demenz. Die Studie knüpft an den Ergebnissen der Interventionsstudie DEMIAN I „DEmenzkranke Menschen in Individuell bedeutsamen AlltagssituationeN – Entwicklung einer Methode zur Förderung der Lebensqualität durch Stimulierung positiver Emotionen“ an, deren Ziel die empirische Prüfung eines neuen pflegerischen Konzepts war, das eine gezielte Integration von Ressourcen des emotionalen Erlebens von Menschen mit Demenz in die Pflege ermöglichen sollte. Für 97 demenziell erkrankte Pflegeheimbewohner wurden individuelle positiv bedeutsame Alltagssituationen erfasst, wobei sowohl die Perspektive des Betroffenen selbst, eines Angehörigen sowie der Pflegemitarbeiter einbezogen wurde. Auf dieser Grundlage wurden in Fallbesprechungen individuelle Interventionen zur vermehrten Gestaltung positiv kanonisierter Alltags- und Pflegesituationen entwickelt und in einer Umsetzungsphase durch die Pflegenden drei Wochen lang in den Alltag integriert.
Aufbauend auf den Erfahrungen und Ergebnissen der ersten Projektphase wird der Ansatz nun konzeptionell weiter entwickelt und im Hinblick auf die Auswirkungen einer Anwendung auf die helfenden Personen – Pflegefachpersonen in der stationären Pflege sowie pflegende Angehörige in der häuslichen Pflege – untersucht. Ein weiteres Ziel der zweiten Förderphase ist es, die entwickelte Methode zur Gestaltung positiver Erlebnisräume in den pflegerischen Alltag und den Pflegeprozess zu integrieren.

Vorgehensweise

Das Projekt wird in Form zweier kontrollierter clusterrandomisierter Interventionsstudien durchgeführt. Insgesamt sollen 200 Pflegende sowie 80 demenzkranke Heimbewohner aus 20 stationären Altenpflegeeinrichtungen (Studie A) und 100 pflegende Angehörige aus 20 Selbsthilfegruppen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft mit ihren an einer Demenz erkrankten Familienmitgliedern (Studie B) in die Studie einbezogen werden. Kern des methodischen Vorgehens stellt die in DEMIAN I entwickelte und erprobte Methode zur Gestaltung positiver Erlebnisräume für Menschen mit Demenz dar. Unter Begleitung des Projektteams wird der Ansatz im Sinne einer Intervention im stationären Kontext von Pflegefachpersonen, im häuslichen Bereich von pflegenden Angehörigen weitgehend selbstverantwortlich umgesetzt. Beide Gruppen werden zuvor im Einsatz der Methode geschult und während der Umsetzung supervidiert. Die Intervention soll sowohl im stationären als auch im häuslichen Bereich einen Zeitraum von sechs Wochen umfassen. Vor Beginn und nach Abschluss der Intervention werden in den Interventions- und Kontrollgruppen
• bei allen beteiligten Pflegenden psychometrische Skalen eingesetzt, die der Messung von Arbeitszufriedenheit, subjektiver Arbeitsbelastung und intrinsischer Motivierung dienen,
• bei allen Angehörigen Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, Ausmaß subjektiv erlebter Belastung und psychische Befindlichkeit gemessen,
• für die in die Studie einbezogenen demenzkranken Bewohner im stationären Bereich die Dokumentation des Pflegeprozesses analysiert.

Kontakt

Charlotte Berendonk, Dipl.-Pflegewirtin (FH)
E-Mail: charlotte.berendonk@gero.uni-hd.de
Tel.: 06221-548185

Publikationen
Berendonk, C./Stanek, S./Schönit, M./Kaspar R./Bär, M./Kruse, A. (2011): Biographiearbeit in der stationären Langzeitpflege von Menschen mit Demenz. Potentiale des DEMIAN-Pflegekonzepts. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 44 (1), 13-18
   
Böggemann, M./Kaspar, R./Bär, M./Berendonk, C./Kruse, A./Re, S. (2008): Positive Erlebnisräume für Menschen mit Demenz – Förderung der Lebensqualität im Rahmen individuenzentrierter Pflege. In: Schaeffer, D./Behrens, J./Görres, S. (Hg.): Optimierung und Evidenzbasierung pflegerischen Handelns. Weinheim: Juventa, 80-104
   
Fernández-Ballesteros, R./Kruse, A./Zamarrón, M.D./Caprara, M. (2007): Quality of life, life satisfaction, and positive aging. In: Fernández-Ballesteros, R. (Hg.): Geropsychology – European perspectives for an aging world. Cambrige MA: Hogrefe & Huber, 197-223
   
Bär, M./Böggemann, M./Berendonk, C./Kaspar, R./Kruse, A./Re, S. (2007): Perspektiven zur Gestaltung positiver Erlebnisräume für Menschen mit Demenz in Pflegeinrichtungen. Beschreibung und Teilergebnisse einer Interventionsstudie. Beitrag im geplanten Tagungsband der 11. studentischen Pflege- und Gesundheitsfachtagung Fulda. Voraussichtliche Erscheinung in der pg-paper-Reihe des Fachbereichs Pflege und Gesundheit der HS Fulda im Herbst 2007
   

Böggemann, M./Kruse, A./Re, S./Bär, M./Berendonk, C./Kaspar, R./ Seidl, U. (2007): Förderung der Lebensqualität demenzkranker Menschen durch die Gestaltung positive bedeutsamer Alltagssituationen. In: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. (Hg.): Demenz – eine Herausforderung für das 21. Jahrhundert 100 Jahre Alzheimer-Krankheit. Berlin: Meta Data

   
Bär, M./Böggemann, M./Kaspar, R./Re, S./Berendonk, C./Seidl, U./Kruse, A./Schröder, J. (2006): Demenzkranke Menschen in individuell bedeutsamen Alltagssituationen. Erste Ergebnisse eines Projekts zur Förderung der Lebensqualität durch Schaffung positiver Anregungsmöglichkeiten. Zeitschrift für Gerontologie & Geriatrie 39 (3), 173-182
   
Böggemann, M./Bär, M./Kruse, A./Kaspar, R./Re, S./Seidl, U./Berendonk, C. (2006): Individuelle Zuwendung kann kein zufälliges Beiwerk sein. Ergebnisse einer Interventionsstudie zur Pflege dementer Menschen. Pflegezeitschrift 59 (6), 366-368
   
Bär, M./Böggemann, M./Kruse, A./Re, S. (2005): Demenzkranke Menschen in individuell bedeutsamen Alltagssituationen,- Entwicklung einer Methode zur Förderung der Lebensqualität durch Stimulierung positiver Emotionen. Pflege & Gesellschaft, 1/05, 60-61
   
Kruse, A. (2005): Lebensqualität demenzkranker Menschen. Zeitschrift für Medizinische Ethik 51, 41-58