Bevölkerungsdynamik: Determinanten und Projektionen

Das Zusammenspiel von Fertilität, Mortalität und internationalen Wanderungen bestimmt in allen Gesellschaften die Veränderung der Bevölkerungsgröße und –struktur. Vergangene Entwicklungen spiegeln sich in der Struktur von Bevölkerungen wider und setzen sich in der so genannten Eigendynamik fort. Deutschland hat im 20. Jahrhundert eine Verlängerung der Lebenszeit um über 30 Jahre erreicht und befindet sich mit der heutigen Lebenserwartung bei Geburt im europäischen Mittelfeld. Parallel zur Verringerung der Mortalität ist jedoch auch die Fertilität von 5 Kindern je Frau Anfang des 20. Jahrhunderts auf heute 1,4 Kinder je Frau gesunken – einer der niedrigsten Werte in Europa. Seit Anfang der 1970er Jahre liegt die jährliche Zahl der Geburten in Deutschland unter der jährlichen Zahl der Sterbefälle. Ohne die Zuwanderung aus dem Ausland wäre die Bevölkerung auf dem heutigen Gebiet Deutschlands in den letzten drei Jahrzehnten bereits um mehr als 3 Mio. Personen zurückgegangen. Wanderungsgewinne aus dem Ausland haben dies jedoch bisher verhindert.

Bei Fortsetzung der aktuellen demografischen Konstellation werden Zuwanderungen in bisherigen Größenordnungen jedoch nicht mehr lange das Geburtendefizit in Deutschland ausgleichen können. Das Statistische Bundesamt benennt in seiner aktuellen 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung („mittlere“ Variante 5) das Jahr 2013 als den Beginn des Bevölkerungsrückgangs in Deutschland. Parallel zum Bevölkerungsrückgang wird Deutschland sich einer verstärkten demografischen Alterung und einem zunehmenden Anteil von Menschen mit einem Migrationshintergrund gegenüber sehen.

Langfristige Bevölkerungsprojektionen sind mit beträchtlichen Unsicherheiten behaftet. Die demografische Forschung zu den Determinanten der Bevölkerungsdynamik und die Weiterentwicklung der Prognosemethoden können helfen diese Unsicherheiten zu verringern und langfristige Auswirkungen aktueller Trends – besonders für das Gesundheitswesen - genauer aufzuzeigen. Schwerpunkte der Forschung an der AG8 und im IBG sind dabei:

  • Familie und Fertilität
  • Zukünftige Entwicklung von Familienstrukturen und Lebensformen
  • Methoden und Theoriengeschichte von Bevölkerungsprojektionen
  • Bevölkerungsentwicklung in kleineren Räumen, besonders in Nordrhein- Westfalen
Weitere Informationen:

Verlängerung der Lebenszeit in Deutschland

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Rückgang der Fertilität in Deutschland

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Geburten und Wanderungssaldo im früheren Bundesgebiet

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Bevölkerungsprojektion in Deutschland

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