Auswirkungen demografischer Alterung und Gesundheitspolitik

Die zunehmende Zahl älterer Menschen und ihr wachsender Anteil an der Bevölkerung ist ein wichtiger Bestandteil des demografischen Wandels in Deutschland. Einige Veränderungen in diesem Bereich haben sich bereits vollzogen, für die nächsten Jahrzehnte ist jedoch mit einer beschleunigten Fortsetzung zu rechnen. 1950 lebten 10,1 Mio. Menschen im Alter 60 und älter auf dem Gebiet des heutigen Deutschland, im Jahre 2002 waren es 20,1 Mio. Das Statistische Bundesamt rechnet für 2050 mit 27,6 Mio. Menschen in diesem Alter. Sie werden dann 36,7 % der Bevölkerung Deutschlands ausmachen (2002: 24,4 %). Besonders stark wird die Gruppe der Hochbetagten (80 Jahre und älter) zunehmen, von 3,3 Mio. in 2002 (4 % der Bevölkerung) auf 9,1 Mio. in 2050 (12,1 % der Bevölkerung). Die Prävalenz von Krankheiten, gesundheitsrelevantes Verhalten wie auch die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen sind sehr stark vom Alter abhängig.

Die in den nächsten Jahrzehnten zu erwartenden Veränderungen der Altersstruktur werden die Struktur der Leistungen des Gesundheitswesens und die damit insgesamt verbundenen Kosten beeinflussen. Die demografische Alterung wird das Gesundheitswesen jedoch nicht nur von der Leistungsseite her verändern, sondern auch durch die schrumpfende Zahl von Beitragszahlern. Die demografische Komponente der Relation zwischen Beitragszahlern und einer wichtigen Gruppe von Leistungsempfängern wird besonders im Altenquotienten deutlich. Kamen 1950 noch 26,5 Menschen im Alter 60 und darüber auf 100 Menschen im Alter 20-59, so waren es 2003 bereits 44,7. Für das Jahr 2050 werden es nach der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes 77,8 sein (mittlere Variante 5).

Wichtige Forschungsschwerpunkte für die AG8 und das IBG sind in diesem Zusammenhang:

  • Der Einfluss der Alterung auf die sozialen Sicherungssysteme, besonders die Krankenversicherung
  • Wirtschaftliche Folgen von Alterung
  • Alterung und die Prävalenz von Krankheiten
  • Demografische Einflüsse auf den Bedarf an Pflegeleistungen
  • Auswirkungen des demografischen Wandels auf Kommunen und ihre Messung, besonders in Nordrhein-Westfalen
Weitere Informationen

Entwicklung der Altersstruktur in Deutschland

Vollbild

zurück zum Text

Altenquotient in Deutschland

Vollbild

zurück zum Text

Aktuelles

 

Anreise und Adressen