Fakultät für Gesundheitswissenschaften
 
 
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Aktuelles aus der Fakultät für Gesundheitswissenschaften


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Gender-Gastprofessur

Mit Prof. Dr. Cornelia Helfferich setzt die Fakultät für Gesundheitswissenschaften im Sommersemester 2012 die Gender-Gastprofessur fort.

Die Gender-Gastprofessur wurde im Wintersemester 2010 / 2011 an der juristischen Fakultät der Universität Bielefeld eingeführt. Zum Start des aktuellen Studienjahres im Oktober 2011 übernahm die Fakultät für Gesundheitswissenschaften den Staffelstab für weitere zwei Semester. Im Wintersemester 2011/2012 lehrte Frau Dr. Claudia Terschüren als Gender-Gastprofessorin an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften. Zum Sommersemester wird Frau Prof. Dr. Cornelia Helfferich die Lehre übernehmen. Mit der Professur zielt die Fakultät darauf ab, Gender spezifische Inhalte in Forschung und Lehre der Gesundheitswissenschaften noch stärker als bisher zu verankern.

Cornelia Helfferich lehrt Soziologie und Methoden der Empirischen Sozialforschung mit dem Schwerpunkt Qualitative Sozialforschung an der Ev. Hochschule in Freiburg. Ein zweiter Arbeitsbereich ist die Leitung von Forschungsprojekten an dem Sozialwissenschaftliches FrauenForschungsInstitut (SOFFI F.), an dem Drittmittelforschung (auch Männerforschung) durchgeführt wird. Aktuell werden in vier Bundesländern Frauen zu Familienplanung mit dem Schwerpunkt ungewollte Schwangerschaften befragt (im Auftrag der BZgA, Köln); weitere aktuelle Projekte beschäftigen sich mit Sexuellem Missbrauch (BMBF) und Prostitution (BMFSFJ).

Cornelia Helfferich studierte u.a. Soziologie und Mathematik in Freiburg. Die Themen ihrer ersten wissenschaftlichen Forschungen bei der Gesellschaft für sozialwis­senschaftliche Forschung in der Medizin (GESOMED), Freiburg, und an der Abt. für Medizinische Soziologie der Universität Freiburg waren „Gesundheitliches Risikoverhalten von Mädchen“ und reproduktive Gesundheit von Frauen. „Jugend, Körper und Geschlecht“ war das Thema ihrer Promotion.

Sie war 1994 Mitbegründerin der AG Frauengesundheit der DGMS, setzte sich für die Anerkennung von Genderaspekten vor allem im Bereich von Public Health ein, und war Mitverfasserin des „Berichts zur gesundheitlichen Situation von Frauen in Deutschland“ (BMFSF, 2001). Die Geschlechterperspektive ist für sie zentral und wird so weit wie möglich verbunden mit Fragen sozialer Ungleichheit und Migration. Einige der Forschungsprojekte liefern reichhaltige standardisierte und/oder qualitative Daten, um subjektive Gesundheits- und Körperkonzepte, „somatische“ oder „reproduktive Kulturen“ und Muster der Krankheitsbewältigung von Frauen (und Männern) zu rekonstruieren und mit der Erarbeitung von Männlichkeits- und Weiblichkeitskonstruktionen über eine – mitunter pragmatisch erforderliche – Gegenüberstellung der Geschlechtergruppen hinauszugehen. 2007 erhielt Cornelia Helfferich den Helge-Pross-Preis der Universität Siegen für herausragende Leistungen in der Familienforschung.

Für das Sommersemester 2012 sind unterschiedliche Lehrveranstaltungen und Blockseminare geplant, die in das Thema Gender einführen, wissenschaftliche Forschung im Bereich Gesundheit beleuchten und die Studierenden in Hinblick auf die Durchführung eigener geschlechtersensibler Untersuchungen vorbereiten.

Mit der Einrichtung der Gastprofessur setzt die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld nach innen wie nach außen ein deutliches Zeichen für die Stärkung von Gender spezifischen Inhalten in Forschung und Lehre. Die Professur soll den Studierenden die Bedeutung des Themenfeldes „Gender und Public Health“ verdeutlichen, die Präsenz von Genderfragen in der gesundheitswissenschaftlichen Forschung erhöhen sowie Frauen in Forschung und Lehre sichtbarer machen. Innerhalb der Universität fügt sich diese Initiative der Fakultät in die Zielsetzung des Rektorats ein, Gleichstellungsfragen sowie Gender- und Diversity-Themen zu stärken.