ProfessorInnen planen und organisieren Forschungsvorhaben, leisten eigene Beiträge zur Entwicklung ihres Fachgebietes und geben ihr Wissen und ihre Kenntnisse im Rahmen von Lehrtätigkeit weiter. Darüber hinaus betreuen sie Studierende sowie den wissenschaftlichen Nachwuchs und wirken mit an der Selbstverwaltung der Hochschule.
Der 'klassische' Weg zur Lebenszeitprofessur an einer Universität führte noch bis vor Kurzem über die Habilitation, also die Abfassung eines zweiten Buches im Rahmen einer weiteren, an einen Lehrstuhl gebundenen Qualifikationsphase nach der Promotion. In NRW soll nun die Juniorprofessur diesen Schritt ersetzen und für eine Lebenszeitprofessur qualifizieren.
Mit der Juniorprofessur wurde eine ganz neue Personalkategorie geschaffen, welche die bisherigen Assistentenstellen ersetzt.
JuniorprofessorInnen können ohne vorherige Habilitation über einen Zeitraum von 2 x 3 Jahren mit fast den gleichen Rechten und Pflichten
wie LebenszeitprofessorInnen unabhängig forschen, lehren und Drittmittel einwerben. Nach den ersten drei Jahren werden sie evaluiert und
im Falle einer positiven Evaluation für max. drei Jahre weiterbeschäftigt. Ab dieser zweiten Phase sind dann bereits Bewerbungen auf
Lebenszeitprofessuren möglich.
Neu ist dabei die Möglichkeit des ‚Tenure Tracks', sinngemäß ‚Weg in die Festanstellung': Universitäten können Juniorprofessuren nach einer positiven Evaluation ohne weitere Stellenausschreibung in Lebenszeitprofessuren umwandeln. Zwingende Voraussetzung: Ein erfolgter Universitätswechsel vor oder nach der Promotion!
Ziel dieser Reform ist, das Durchschnittsalter bei der Berufung zu verringern und besonders begabten WissenschaftlerInnen eher eigenständige Forschung zu ermöglichen.
Die Anforderungen an JuniorprofessorInnen sind hoch:
Diese Leistungskriterien machen deutlich, dass für JuniorprofessorInnen eine frühzeitige Qualifikation und Profilbildung sehr wichtig sind. Eine Promotion alleine reicht nicht aus, selbst wenn sie mit ‚summa cum laude' abgeschlossen wird. Vielmehr müssen Sie sich in breiter Hinsicht wissenschaftlich qualifizieren, um Ihre besondere wissenschaftliche Befähigung zu demonstrieren.
Nutzen Sie deshalb Angebote zur Publikation.
Präsentieren Sie sich auf Tagungen.
Engagieren Sie sich gezielt in in- und ausländischen Forschergruppen.
Habilitation Adé?
Die Zukunft: Ob sich die Juniorprofes-sur durchsetzt oder sich die Habilitation als höherwertige Qualifikation behaupten kann, werden erst die nächsten Jahre zeigen. Besonders in den Natur- und Biowissenschaften erfährt die Juniorprofessur bereits jetzt hohe Akzeptanz. In den Geistes- und Sozialwissenschaften sind Habilitationen dagegen nach wie vor sehr geschätzt. LektüretippZwei Jahre Juniorprofessur. Analysen und Empfehlungen. Studie von CHE und Junger Akademie. 2004. Download: www.che.de/downloads/JP_Studie_Endfassung_4_233.pdf (PDF) |
Hiermit bietet sich eine interessante Alternative für jene, die stärker mit Praxisbezug arbeiten aber dennoch im akademischen Bereich tätig sein wollen. Voraussetzung ist eine Promotion sowie fünfjährige Berufserfahrung (davon drei Jahre außerhalb von Universität). Das Lehrdeputat ist hier wesentlich höher als bei Universitätsprofessor/- Innen, die Forschung anwendungsorientierter und eine Habilitation keine Voraussetzung. In den kommenden Jahren wird fast die Hälfte der FH-Professuren neu zu besetzen sein. Damit eröffnen sich auch für Frauen gute Chancen auf einen Arbeitsplatz, der sich durch großen Gestaltungsspielraum, hohe Sicherheit, sowie gute Voraussetzungen für eine Vereinbarkeit mit Familie auszeichnet.
Viele Informationen bieten die Internetseiten der Landeskonferenz der Frauenbeauftragten an Fachhochschulen in Baden-Würtemberg:
www.gleichstellung-fh-bw.fh-nuertigen.de