Gute wissenschaftliche Praxis in Forschung und Lehre
 
 
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Gute wissenschaftliche Praxis in Forschung und Lehre

Die Universität Bielefeld sieht die Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis als eine zentrale Aufgabe all ihrer Mitglieder und Angehörigen in Forschung und Lehre.

Zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis hat die Universität Bielefeld im Jahr 2000 die "Grundsätze zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der Universität Bielefeld" in Anlehnung an die entsprechenden Vorgaben von DFG und HRK verabschiedet.

Verstöße gegen gute wissenschaftliche Praxis liegen vor, wenn in einem wissenschaftserheblichen Zusammenhang vorsätzlich oder grob fahrlässig Falschangaben gemacht werden, geistiges Eigentum anderer verletzt oder sonst wie in unzulässiger Weise deren Forschungstätigkeit beeinträchtigt wird. Falschangaben können im Erfinden und Verfälschen von Daten bestehen, aber auch in unrichtigen Angaben in einem Bewerbungsschreiben oder einem Förderantrag. Verletzung geistigen Eigentums kann in der unbefugten Verwertung unter Anmaßung der Autorenschaft bestehen (Plagiat), in Ideendiebstahl, in der Anmaßung oder unbegründeten Annahme wissenschaftlicher Autoren- oder Mitautorenschaft oder der unbefugte Veröffentlichung und dem unbefugten Zugänglichmachen von nicht veröffentlichten Texten, Hypothesen oder Forschungsansätzen gegenüber Dritten. Eine detailliertere Aufstellung findet sich in den schon genannten "Grundsätzen zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der Universität Bielefeld".

Da sich die Universität Bielefeld nachdrücklich zu den Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis in Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung bekennt, hat sie in diesen Bereichen verschiedene inhaltliche und organisatorische Maßnahmen sowie Vorkehrungen zu deren Sicherung getroffen.


Forschung

Die Universität Bielefeld hat  das Ziel, eine Stätte ausgezeichneter national und international anerkannter Forschung zu sein. Bei der alltäglichen Forschungsarbeit sollen sich daher alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis bewusst sein und diese befolgen. Auf ihrem Weg zur eigenständigen Forscherin oder zum eigenständigen Forscher sollen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler von ihren Betreuerinnen und Betreuern bei der Einhaltung guter wissenschaftlicher Praxis unterstützt und für dieses Thema sensibilisiert werden. Die Universität Bielefeld sieht die Sicherung wissenschaftlicher Qualitätsstandards in der Forschung, insbesondere die Aufrichtigkeit und Genauigkeit, als eine bedeutende Aufgabe an.
Bei Unsicherheiten zur guten wissenschaftlichen Praxis sowie bei vermutetem wissenschaftlichen Fehlverhalten steht den Mitgliedern und Angehörigen der Universität und insbesondere den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als erste Ansprechpartnerin oder als erster Ansprechpartner eine Ombudsperson zur Verfügung, die alle Informationen vertraulich behandelt. Vorwürfe über vermutetes wissenschaftliches Fehlverhalten werden durch die Ombudsperson unter Plausibilitätsgesichtspunkten auf Bestimmtheit und Bedeutung geprüft. Die Ombudsperson berät auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die unverschuldet in Vorgänge wissenschaftlichen Fehlverhaltens verwickelt wurden, in Bezug auf eine Absicherung ihrer persönlichen und wissenschaftlichen Integrität.

Falls sich der Verdacht wissenschaftlichen Fehlverhaltens erhärtet, leitet die Ombudsperson die erhobenen Vorwürfe an die von der Universität Bielefeld eingerichteten Untersuchungskommission weiter. Die Untersuchungskommission untersucht die ihr übermittelten Angelegenheiten wissenschaftlichen Fehlverhaltens und klärt diese auf. Sie prüft, ob wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt oder nicht.

Ansprechpersonen:
Bei Verdacht auf ein wissenschaftliches Fehlverhalten als beratende und unterstützende Ombudsperson:
Prof. em. Dr. Ansgar Beckermann: ansgar.beckermann@uni-bielefeld.de

Bei generellen Fragen zur guten wissenschaftlichen Praxis:
Prorektor für Forschung, wiss. Nachwuchs und Transfer:
Prof. Dr. Martin Egelhaaf: prorektorat-forschung@uni-bielefeld.de


Lehre

Auch Studierende sollen von Beginn ihres Studiums an mit den Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis vertraut gemacht werden, damit sie diese schon in den Haus- und Seminararbeiten, spätestens aber bei ihren Abschlussarbeiten berücksichtigen. Studierenden der Universität Bielefeld werden im Studium die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens und guter wissenschaftlicher Praxis vermittelt. Im Vordergrund sollen damit präventive Maßnahmen stehen, um wissenschaftlichem Fehlverhalten vorzubeugen.
Sowohl die Fakultäten und Graduiertenschulen als auch das Zentrum für Lehren udn Lernen | ZLL sowie die Universitätsbibliothek bieten Lehrveranstaltungen zu unterschiedlichen Aspekten guten wissenschaftlichen Arbeitens an.

Zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis in der Lehre haben Rektorat und Senat zudem im Wintersemester 2011/12 das Papier "Gute wissenschaftliche Praxis bei schriftlichen Arbeiten von Studierenden an der Universität Bielefeld" verabschiedet.

Die Prüfung, ob in einer Haus- oder Seminararbeit, in einer BA- oder MA-Arbeit gegen die Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis verstoßen wird, obliegt in erster Linie den Lehrenden, die diese Arbeiten zu bewerten haben, bzw. den jeweiligen Prüferinnen und Prüfern und den zuständigen Prüfungsausschüssen. Verstöße gegen wissenschaftlich anerkannte Regeln werden nach den Bestimmungen der jeweiligen Prüfungsordnungen geahndet.
In dem Text "Plagiate - Voraussetzungen und Sanktionen" sind typische Voraussetzungen und Erscheinungsformen bei Plagiaten sowie diesbezügliche Sanktionsmöglichkeiten dargestellt.
Zur Überprüfung von Studien- (Abschluss) Arbeiten steht den Lehrenden der Universität Bielefeld die Prüfungssoftware turnitin zur Verfügung.

Ansprechpersonen:
Bei fakultätsspezifischen  Fragen im Rahmen von Studium und Lehre:
Studiendekaninnen und -dekane der jeweiligen Fakultät

Bei grundsätzlichen und fakultätsübergreifenden Fragen im Rahmen von Studium und Lehre: Prorektorin für Studium und Lehre:
Prof.in Dr. Claudia Riemer: prorektorat-lehre@uni-bielefeld.de  


Promotionen

Zur Sicherung einheitlicher Qualitätsstandards in Promotionsverfahren hat die Universität Bielefeld am 15.06.2010 die Rahmenpromotionsordnung (RPO) verabschiedet, die durch die Promotionsordnungen der Fakultäten ausgefüllt und ergänzt wird. Die RPO soll eine hohe Qualität und Transparenz der Promotionsverfahren unabhängig von der Promotionsform (freie Promotion oder strukturiertes Programm) durch die Festlegung fakultätsübergreifender Standards ermöglichen. Dazu zählt insbesondere die frühzeitige Annahme als Doktorandin oder Doktorand durch die Fakultät und der verbindliche Abschluss einer Betreuungsvereinbarung.  Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Universität Bielefeld sollen bei der Einhaltung guter wissenschaftlicher Praxis von ihren Betreuerinnen und Betreuern intensiv beraten und unterstützt werden, hierzu wurden ebenfalls im Jahr 2010 die "Leitlinien für die Betreuung von Promotionen" verabschiedet. Promovierende, bei denen sich Schwierigkeiten im Hinblick auf ihr Betreuungsverhältnis entwickeln, können sich zudem jederzeit an zentrale Vertrauenspersonen wenden.

Verstöße gegen wissenschaftlich anerkannte Regeln werden nach den Bestimmungen der jeweiligen Promotionsordnungen geahndet. Zur Überprüfung von Dissertationen steht den Lehrenden der Universität Bielefeld die Prüfungssoftware turnitin zur Verfügung.

Ansprechpersonen:
Bei fakultätsspezifischen  Fragen im Rahmen von Promotionsverfahren: Promotionsausschüsse der jeweiligen Fakultät
Bei kritischen oder vertraulichen Problemen zwischen Betreuer/-in und Doktorand/-in: Vertrauenspersonen zur Betreuung von Promotionen:
Prof. em. Elisabeth Gülich, elisabeth.guelich@uni-bielefeld.de;
Prof. em. Holk Cruse, holk.cruse@uni-bielefeld.de

Bei grundsätzlichen und fakultätsübergreifenden Fragen zur Promotion:
Prorektor für Forschung, wiss. Nachwuchs und Transfer:
Prof. Dr. Martin Egelhaaf: prorektorat-forschung@uni-bielefeld.de