Jedes Jahr bietet das Hochschulrechenzentrum zwei Schulabgängern die
Gelegenheit, sich zum Fachinformatiker Systemintegration ausbilden zu lassen.
Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Insgesamt bildet das HRZ sechs
Auszubildende parallel aus.
Wer sich für eine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintergration im
Hochschulrechenzentrum interessiert, der muss neben einigen formalen
Vorraussetzungen (Schulabschluss und Noten) auch soziale Kompetenzen mitbringen.
Selbstständiges Arbeiten und die Fähigkeit sich in bestehende Teams zu
integrieren, sind genauso wichtig wie die Fähigkeit mit einem Rechner umzugehen.
Anhand eines Einstellungstests werden alle Bewerber die den formalen
Anforderungen genügen auf Herz und Nieren geprüft. Mathematik, Allgemeinwissen,
logisches Denken sowie Deutsch- und Englischkenntnisse werden in einem mehrstündigen
Test abgefragt.
Wer letztendlich die Klippen des Einstellungstests und des
Vorstellungsgesprächs umschifft hat, den erwartet eine abwechslungsreiche
Ausbildung. [mehr...]
Im 1. Ausbildungsjahr wird man in der Abteilung Desktop Services eingesetzt. Dort
lernt man unter anderem:
Image- und Softwareverteilung
Ticketbearbeitung
Aufbau eines PC Arbeitsplatzes
Datenmigration und -sicherung
Kundenunterstützung bei Userspezifischen Anpassungen
Druckerbereitstellung
Hardware Nachbestellung
Fehleranalyse / Reparatur von defekten Computern
Abwicklung von Reklamationen
Vorbereitung/ Unterstützung bei Veranstaltungen (Girlsday, Perspektive)
Im 2. Ausbildungsjahr lernen die Azubis ein halbes Jahr die Netzwerkabteilung
kennen und werden dort schwerpunktmäßig in folgende Themenbereiche
eingearbeitet:
Patchen/ Erstellung von Patchaufträgen
Konfiguration von Switches (Cisco IOS)
Das zweite Halbjahr verbringen die Azubis bei MEDiS. Dieser spezielle Service
für Studierende konzentiert sich auf die Datenrettung und Datenwiederherstellung
von mobilen Endgeräten.
Das 3. Ausbildungsjahr steht ganz im Zeichen der Prüfungsvorbereitung und konzentriert
sich ganz auf die Ausarbeitung von individuellen Projekten.
In allen Ausbildungsjahren müssen die Auszubildenen Vorträge und Präsentationen zu
IT-Themen ausarbeiten. Dies dient unter anderem als Vorbereitung auf die
Abschlussprüfung und soll der Erweiterung des Fachwissens dienen.
Generell steht es allen Azubis offen, während der Ausbildungszeit ein Praktikum
in der freien Wirtschaft zu absolvieren. Die Organisation des Praktikums muss allerdings eigenständig erfolgen.
Interne Schulungen zu diversen Themen werden regelmäßig im HRZ angeboten und
können jederzeit wahrgenommen werden. Sinnvolle externe Schulungen von
ausgewählten Bildungsträgern können ebenfalls im Rahmen der Ausbildung besucht
werden. Die Kosten trägt das HRZ.
«Als Ausbilder ist es mir wichtig, den Auszubildenden Freiräume zu gewähren.»
Seine Heimat das Ruhrgebiet verließ Burkhard Terhart mit einer Ausbildung zum
Technischen Zeichner in der Tasche und der Absicht sich im unbekannten
Bielefeld dem Gebiet der Geisteswissenschaften zu widmen. „Das Studium der
Soziologie reicherte meine bis dato eher technische Sicht der Dinge mit neuen
Perspektiven an“, erzählt er. „Eine Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen
möchte.“ Doch der Hang zur Technik überwog schließlich die Begeisterung für
die Soziologie. Es folgten 10 Jahre in der freien Wirtschaft als EDV-Trainer
und Projektleiter in der Softwareentwicklung.
Auf diese aufregende aber auch
anstrengende Phase seines Berufslebens, folgte eine Elternzeit. In dieser Zeit
nahm er ein Studium der Informatik an der Fern-Uni Hagen auf. „Ich wollte
meine praktische Erfahrung im IT-Umfeld mit der nötigen Theorie unterfüttern.“
Anfang 2003 kehrte Burkhard Terhart an die Universität Bielefeld zurück.
Diesmal allerdings nicht als Student, sondern als Mitglied der Abteilung
Endgerätebetreuung. Schon bald wurde an ihn die Betreuung der Auszubildenden
herangetragen. „Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig eine gute
Ausbildung für das berufliche Weiterkommen ist. Deshalb habe ich den
Ausbilderposten gerne übernommen.“ Heute ist der zweifache Familienvater
Leiter der Abteilung „Desktop-Services“ und teilt sich mit Agnes Plasa und
Peter Schoenknecht die Verantwortung für die Auszubildenden. „Als Azubi im HRZ
muss man eigenverantwortlich arbeiten und sich selbst organisieren können“,
betont Burkhard Terhart. „Ich selbst scheue keine Arbeit. Das erwarte ich auch
von anderen.“
«Weiterbildung neben der Arbeit? Im HRZ kein Problem!»
Mit einem Amiga 2000 fing alles an. „Den bekam ich in der ersten Klasse“,
erinnert sich Agnes Plasa. „Von da an war klar: Ich will später mal was mit IT
machen.“ Und diesen Wunsch setzte sie nach ihrem Abitur auch in die Tat um.
Von 2006 bis 2009 absolvierte sie eine Ausbildung zur Fachinformatikerin
Systemintegration im Hochschulrechenzentrum. Bis heute ist sie dem HRZ treu
geblieben. In der Abteilung „Desktop Services“ arbeitet sie schwerpunktmäßig in
den Bereichen Softwarepaketierung, -virtualisierung und -bereitstellung.
Berufsbegeleitend absolviert Agnes Plasa ein Studium der Wirtschaftsinformatik.
Da sie ihre Begeisterung für alles was mit Computer & Co. zu tun hat, gerne
auch anderen vermittelt, hat sie ihren Ausbilderschein bei der IHK Bielefeld
gemacht.
«Gefördert und gefordert werden – beides gehört zu einer guten Ausbildung»
Bis zur Diplomvorprüfung wollte Peter Schoenknecht eigentlich Chemiker werden,
dann machte ihm die IT einen Strich durch die Rechnung. „Bereits während
meines Studiums merkte ich, dass mir die Arbeit mit Computern mehr Spaß macht,
als der Umgang mit Chemikalien.“ Auf seine IT-Kenntnisse konnte er bestens
aufbauen. Er absolvierte ein Studium zum Wirtschaftsinformatiker. Nach einem
kurzen Ausflug in die Selbstständigkeit verschlug es Peter Schoenknecht wieder
an die Uni. Heute arbeitet er im Hochschulrechenzentrum der Universität
Bielefeld in der Abteilung „Desktop Services“. Neben seiner Arbeit im
sogenannten Second Level Support, ist er auch zuständig für die Betreuung der
Auszubildenden. „Ich finde es wichtig, für die Azubis da zu sein. Nicht nur
Aufgaben zu verteilen, sondern auch ein offenes Ohr zu haben.“
Interview mit Enrico Stüwe, Auszubildender Fachinformatiker Systemintegration, 3. Ausbildungsjahr:
Enrico, du bist derzeit für die Betreuung der Praktikanten zuständig.
Was erwartet sie während ihrer Zeit im HRZ?
Gleich am ersten Tag soll ein kleiner Rundgang und eine Ralley durch die Uni
den Praktikanten helfen, sich im Haus zurechtzufinden. Das ist wichtig, damit
sie später im Tagesgeschäft selbstständig kleine Aufgaben übernehmen können.
Zu diesen Aufgaben zählt z. B. die Bearbeitung einer Hardwareanforderung. Dazu
gehört, auf einem Rechner ein Betriebssystem zu installieren und ihn mit
Treibern und Updates auszustatten. Anschließend muss er entsprechend beim
Kunden ausgeliefert und vor Ort individuell eingerichtet werden. Zusätzlich
lernen die Praktikanten in einem kleinen Workshop, wie man fachgerecht
einzelne Komponenten zu einem funktionierenden PC zusammenbaut.
Wie lange darf ein Praktikum im HRZ dauern?
Die Praktikumsdauer kann flexibel vereinbart werden. Die meisten Praktikanten
bleiben zwei Wochen.
Welche Eigenschaften sollte ein Praktikant unbedingt mitbringen?
Selbstständigkeit und Eigeninitiative sind ganz wichtig. Außerdem natürlich Lust auf IT und Interesse daran Neues auszuprobieren.