BiFans
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BiFans - Bielefelder Fußballfan-Studie

Kurzbeschreibung
Seit mehreren Jahren wird eine öffentliche, mitunter kontroverse Debatte über Fußballfans geführt, an der unterschiedliche Akteure wie Polizeien, Politik, Vereine, Verbände und teilweise die Fans selbst beteiligt sind. Im Mittelpunkt steht dabei überwiegend abweichendes Verhalten, das von Platzstürmen über das Abbrennen von Pyrotechnik bis hin zu Gewalthandlungen reicht.
Zumeist reagieren die unter erheblichem Druck stehenden interventionsberechtigten Institutionen mit verschiedenen Strafmaßnahmen auf die Zwischenfälle, um der Problematik beizukommen. Doch trotz teilweise massiver Sanktionen (Geldbußen für die Vereine, Teilsperrung des Stadions, Festsetzung von Stadionverboten etc.) kommt es nach wie vor zu nicht befriedeten Konflikten zwischen den Beteiligten. Auch Gespräche zwischen den Akteuren zur Beilegung der Differenzen sind bisher weitestgehend erfolglos verlaufen. Entsprechend groß ist die Ratlosigkeit bei den um die Sicherheit bemühten Einrichtungen. Diese werden zudem von verschiedenen Seiten regelmäßig mit dem Vorwurf konfrontiert, sich nicht ausreichend auf die Perspektiven der Fans einzulassen, zu pauschalisieren, ihre Identitätsentwicklung und folglich das gesamte Phänomen "Fußballfans" nicht richtig zu verstehen.
Tatsächlich liegen wissenschaftliche Untersuchungen über Fußballfans und ihre Identitäten bis auf wenige Ausnahmen schon mehrere Jahre zurück (z. B. Lösel et al. 2001: Hooliganismus in Deutschland; Pilz et al. 2006: Wandlungen des Zuschauerverhaltens im Profifußball; aktuell: Kathöfer/Kotthaus 2013: Block X). Das ist insbesondere deshalb problematisch, als dass es in den vergangenen 10-15 Jahren zu sehr vielen Verschiebungen innerhalb der deutschen Fanszenen gekommen ist (z. B. der Aufstieg der Ultra-Bewegung, die Entwicklung von Supporter-Clubs).
Auf dieser Grundlage werden im Rahmen der "Bielefelder Fußballfan-Studie" (BiFans) durch das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung unterschiedliche soziale Identitäten der Fans der 1. bis 3. Liga untersucht. Die Studie soll den Fans eine Stimme geben und ihre Sichtweisen abbilden. Bislang ist unklar, welche Fan-Identitäten es aktuell gibt und wie sich diese konstituieren. Im Fokus stehen deshalb zwei zentrale Fragestellungen: Zum einen ist zu fragen, welche Identitäten Fußballfans ausbilden und zum anderen ist - daran anschließend - zu klären, was dies für Präventions- und Interventionsmaßnahmen sowie den Umgang miteinander bedeutet. Ein genaues Verständnis von Fan-Identität ist unabdingbar, um angemessene Strategien entwickeln zu können.
Forschungsmethodisch werden in der Studie quantitative und qualitative Erhebungsmethoden eingesetzt. Die quantitative Teiluntersuchung wird auf Basis eines Online-Panel-Surveys (angestrebt wird n = 2.800 je Erhebungszeitpunkt) mit zwei Erhebungszeitpunkten - sowohl Quer- als auch Längsschnittdaten - durchgeführt, um Trends und Entwicklungen der sozialen Identität von Fußballfans besser verstehen zu können. In der qualitativen Teilstudie wird auf Gruppen- sowie Einzelinterviews zurückgegriffen, die an ausgewählten Standorten mit Fans geführt werden sollen. In Ergänzung zu den quantitativen Erhebungen erlauben diese Interviews die Integration einer sozialisationstheoretischen Komponente und gestatten die Analyse spezifischer Fan- und Fangruppenbiographien.
Laufzeit
01.12.2013-29.02.2016
Drittmittelprojekt
ja
Förderer
Deutscher Fußball-Bund (DFB)
Deutsche Fußball Liga (DFL)
Projektleitung/- mitarbeiter
Prof. Dr. Andreas Zick
Dipl.-Sozw. Andreas Grau
Dip.-Päd. Martin Winands
Onlinebefragung
http://www.unipark.de/uc/BiFans/