

Hintergrund
Zwischen den Universitäten Niigata, Meiji und Fukuoka und der Universität Bielefeld bestehen seit 2003 gute Kontakte; inzwischen gibt es Kooperationsverträge mit der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld. Immer wieder sind japanische Studierende und Doktoranden Gäste an der Bielefelder Fakultät. Umgekehrt ist es schwieriger, deutsche Studierende und Doktoranden der (germanistischen) Literaturwissenschaft vom Sinn eines Studienaufenthaltes in Japan zu überzeugen, weil Japan zwar ohne Zweifel eine nach wie vor eine große, ungebrochene kulturelle Anziehungskraft ausübt, aber für ein germanistisch-literaturwissenschaftliches Auslandssemester oder Studienjahr mit den USA oder einigen wenigen englischen Universitäten nicht konkurrenzfähig scheint. Nun haben sich alle Geisteswissenschaften in den letzten zwei Jahrzehnten stark kulturwissenschaftlich geöffnet; kulturvergleichende Fragestellungen sind selbstverständlicher und unverzichtbarer Bestandteil auch der Literaturwissenschaften geworden. Kulturvergleichende Kompetenzen sind für deutsche Studierende essentiell geworden. Ästhetische Fragen werden auf andere kulturell prägende Kräfte (Religion, Jugendkultur, Medien usw.) angewandt (auch von den am Workshop beteiligten Wissenschaftlern). Die japanische Kultur hat in diesem Zusammenhang neue Aufmerksamkeit des deutschen Kulturbetriebs und der Geistes- und Kulturwissenschaften auf sich gezogen (Stichworte: japanische Lyrik und Gegenwartsroman, Pop-Kultur, insbes. Mangas; Film/Medien). Derzeit halten sich zwei Bielefelder Studenten als DAAD-Stipendiaten in Niigata auf, nachdem wir sie hier in Bielefeld, auch mit Unterstützung des International Office, ein Jahr lang intensiv darauf vorbereitet haben.
Ziel des Workshops
Der Workshop, an dem zwei der auch international angesehensten japanischen Germanisten teilnehmen sollen und ebenso die erwähnten beiden deutschen Studierenden, will zweierlei erreichen: Er will für Bielefelder Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften den großen, wissenschaftlich sehr fruchtbaren Zugewinn an kultureller Erfahrung deutlich machen, den ein Japan-Aufenthalt darstellen kann. Und er will die Perspektiven für ein japanisch-deutsches Graduiertenkolleg diskutieren, das sich mit dem Zusammenhang von Ästhetik und Sakralität im Kulturvergleich befassen will.
Programm
| Uhrzeit | Programmpunkt |
|---|---|
| 9.00-9.30h | Begrüßung Prof. Dr. Wolfgang Braungart (Universität Bielefeld) |
| 9.30-10.30h |
Prof. Satoshi Kuwahara (Universität Niigata, Japan): |
| 10.30-11.00h | Pause |
| 11.00-12.00h | Prof. Dr. Kai Kauffmann (Universität Bielefeld): Überhöhung und Unterschätzung der Form. Zum Status der Form in Kunsttheorien der Moderne |
| 12.00-13.00h | Feierstunde zur Eröffnung der Kooperation zwischen der Universität Bielefeld, der Universität Niigata und der Meiji-Universität Tokyo – Gespräch mit den japanischen Gastwissenschaftlern Prof. Satoshi Kuwahara (Universität Niigata) und Prof. Dr. Michael Mandelartz (Meiji-Universität Tokyo), dem Rektor der Universität Bielefeld, Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, dem Dekan der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Prof. Dr. Kai Kauffmann und dem Leiter des International Office der Universität Bielefeld, Dr. Thomas Lüttenberg |
| 13.00-14.00h | Mittagessen |
| 14.00-15.00h | Prof. Dr. Michael Mandelartz (Meiji-Universität Tokyo, Japan): Die Sichtbarkeit der Götter. Zur Erfahrung und Herstellung von Verbindlichkeit im japanisch-europäischen Kontrast |
| 15.00-16.00h | Prof. Dr. Joanna Pfaff-Czarnecka (Universität Bielefeld): Zugehörigkeit: Verortungen, (An)bindungen |
| 16.00-16.30h | Pause |
| 16.30-17.30h | Prof. Satoshi Kuwahara (Universität Niigata) und Prof. Dr. Michael Mandelartz (Meiji-Universität Tokyo) stellen ihre Universitäten vor |
| 17.30-18.30h | Gespräch mit den Studierenden Michael Schoofs und Tristan Weigang über ihr Auslandssemester in Japan |
| 19.00h | Lesung in der Bibliothek der Universität Bielefeld |
| 20.00h | Abendessen |
Offen für alle Interessierten!