Zentrum für Ästhetik
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Erbaulich

Die Universität Bielefeld ist - mit ihrem imposanten Bauvolumen auch architektonisch - ein prägender Faktor für die Stadt Bielefeld, gleichwohl ist sie mit ihrem Gründungsjahr 1969 relativ jung. In Konzeption und Baustil des Universitätsbaus kommt der damalige Zeitgeist zum Ausdruck. Eine junge Berliner Architektengemeinschaft hatte 1969 den Architektenwettbewerb gewonnen und die Universität in den siebziger Jahren erbaut. Ihre damaligen Intentionen sind bis heute aktuell. In den nachfolgenden Jahrzehnten wurde die Universität erweitert und teilweise renoviert, wobei ihr ursprünglicher Charakter weitgehend erhalten blieb.

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Wer die Universität Bielefeld noch nie betreten hat, dem mag das monströse Beton-Gebäude mit seinen massiven, nach außen ragenden "Zähnen" unnahbar erscheinen, einer Festung gleich. Doch der Eindruck trügt: Ringsum verteilen sich die Eingänge, von allen Seiten ist das Gebäude betretbar. Den Haupteingang markiert eine rote Brücke, sie verbindet die Stadtbahn-Linie 4 und die Parkzonen mit dem Gebäude. Die Stadtbahn war zwar seit jeher in den Planungen vorgesehen, der städtebauliche Realisierungswettbewerb wurde aber erst 1998 ausgeschrieben. 2001 wurden die Stadtbahnhaltestelle "Universität" und die markante rote Brücke eingeweiht.

Befindet man sich innerhalb des Baus, öffnet sich die Perspektive. Von der 240 Meter langen und durch ihre Glasdächer von Tageslicht durchfluteten Unihalle aus sind alle Bauteile mühelos erreichbar. Die Halle wurde 1979 in der Kategorie "Soziale Kommunikation" mit dem Architekturpreis des Bundes Deutscher Architekten (BDA) in NRW gekürt. Sie bildet das zentrale Kommunikationsforum, das Herz der Universität. Hier, auf Ebene Null, trifft man sich, von hier geht es zu den Hörsälen, hier befinden sich die Ladenzeile, die Gastronomie, die Sitzbänke, die Post. Die Jury des BDA lobt in der Urkunde zur Preisverleihung die klare Zonierung und den linearen Kommunikationsbereich als Binnenstraße. Diese sei angemessen und großzügig verwirklicht. Dabei beschränke sich die kühle Industriebau-Architektur jedoch auf die Rolle eines räumlichen Rahmens, dessen Hintergrundqualität ein wesentliches bauliches Merkmal sei. Dimension, Materialpalette und Details entsprächen einander in hohem Maße.

Besondere Aufmerksamkeit wurde den baukulturellen Qualitäten der Halle in den Jahren 2005 bis 2007 gewidmet: Die eigens hierfür einberufene und am Ästhetischen Zentrum angesiedelte "Projektgruppe Baukultur" befasste sich mit ihrer Modernisierung und entwickelte das Konzept für das offene und künstlerische Ambiente, das sie heute ausstrahlt, mit neuen Sitzbänken auf Hallenebene und modernen Arbeitsplätzen auf der Galerie, der Begrünung durch zwei Schwarze Olivenbäume, der künstlerischen Gestaltung durch 16 großformatigen Wandbilder mit Schwarzweiß-Motiven von Veit Mette (siehe Bildende Kunst) und vor allem mit viel Freiraum. Zuvor waren die beiden Galeriecafés eingebaut und die Unihalle rauchfrei geworden. 2009 folgte schließlich die Einweihung des neuen "Infopunkts" als zentraler Anlaufstelle des Studierendensekretariats in der Unihalle mit umfassendem Service.

Von der Unihalle aus erschließt sich auch die räumliche Struktur, die von bestechender Logik ist. Die einzelnen Bauteile sind mit den Buchstaben des Alphabets bezeichnet: Das Zentrum für Ästhetik beispielsweise mit Raumnummer T7-240 ist über den Treppenturm T - 7. Etage - Raumnummer 240 leicht zu finden. Alle 100er-Nummern sind auf den Längsachsen, alle 200er-Nummern auf den Querachsen des Gebäudes angeordnet. Alle Geschosse sind mit durchlaufenden Fensterbändern ausgestattet, nahezu sämtliche Räume - von den gefangenen Hörsälen einmal abgesehen - verfügen großzügig über Tageslicht.

Baumaterialien

Beton, Glas und Metall sind die bevorzugten Baustoffe - sie werden, wie der Berliner Architekturkritiker Gerhard Ullmann in der Deutschen Bauzeitung 1978 pries, "mit kühler Rationalität und mit viel Sinn für ästhetische Wirkung von den Architekten verwendet". Dennoch: "Eine Lernfabrik nach außen, gewiss, die ihre Entstehungsbedingungen und Planungsauflagen keineswegs verleugnet". (Deutsche Bauzeitung, 1978, Heft 3, S. 38 - 43).

Großprojekt: Umbau 2014 - ca. 2025

Nun ist das Gebäude knapp 40 Jahre alt und benötigt eine Kernsanierung. Bis 2025 soll die Universität in sechs Bauabschnitten modernisiert werden, weshalb aktuell die Vorbereitungen im Hauptgebäude stattfinden. Der erste Bauabschnitt (Bauteile A, B, K, S und R) beginnt im April 2015.

Nähere Informationen sowie Campus-Entwürfe zu den Modernisierungsmaßnahmen des Universitätshauptgebäudes finden Sie hier.