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Hochschulorchester

Gastkonzert des Orchesters der Hochschule für Musik mit Werken von Grieg, Rimsky Korsakow und Zimmermann

Am 28.11.2016 war das Orchester der Hochschule für Musik Detmold zum ersten Mal in der Universität Bielefeld zu Gast. Das Ensemble herausragender Nachwuchsmusiker unter Leitung von Prof. Florian Ludwig bot den 500 Besuchern ein spannendes Programm aus musikalischen Klassikern und Musik des 20. Jahrhunderts, darunter Griegs Klavierkonzert mit dem Solisten Jacob Leuschner.

Den Auftakt zu dem Konzert bildet eine Rarität: Bernd Alois Zimmermanns "Photoptosis" ("Lichteinfall"), Prélude für großes Orchester von 1968 gehört zu den Schlüsselwerken der Neuen Musik, ist aber – auch wegen des erforderlichen großen Orchesterapparates - (viel zu)  selten zu hören. Das Publikum darf sich auf ein musikalisches Erlebnis der ganz besonderen Art freuen. Wer meint, Neue Musik sei notwendig abstrakt und hermetisch, wird hier eines Besseren belehrt. Zimmermanns Werke wirken durch ihre emotionale Kraft und Dramatik immer sehr unmittelbar. Versierte Hörer werden in "Photoptosis" wahrscheinlich das eine oder Zitat aus der musikalischen Tradition wiedererkennen. Um sich von dieser Musik berühren zu lassen, ist das aber keinesfalls Voraussetzung!

Zwei Werke der Spätromantik bilden das Kontrastprogramm zu "Photoptosis": Der renommierte Pianist Prof. Jacob Leuschner (Detmold) ist Solist in Edvard Griegs sehr beliebtem Klavierkonzert a-moll op. 16. Grieg ließ sich dabei von Robert Schumanns ebenfalls in a-moll stehenden Klavierkonzert inspirieren, das er mit Clara Schumann als Pianistin gehört hatte. Rimsky-Korsakows groß angelegte symphonische Dichtung "Scheherazade" op. 35 bildet nach der Pause den zweiten Teil des Konzerts. Farbige Klangpracht und orientalisches Flair charakterisieren dieses Werk des großen russischen Komponisten.

Der Pianist Jacob Leuschner konzertiert als Solist und gefragter Kammermusikpartner in vielen europäischen Ländern sowie Japan, China und den USA. Zahlreiche Auszeichnungen bei bedeutenden Klavierwettbewerben bezeugen seinen künstlerischen Rang. In vielen europäischen Ländern, aber auch in  Japan, China und Korea gibt er regelmäßig Meisterkurse. Der KULTUR-Spiegel unterstrich in seiner Mai-Ausgabe 2015 die außerordentliche Qualität der jüngsten Einspielung mit den letzten drei Klaviersonaten und den Bagatellen von Ludwig van Beethoven. Passend zum Reger-Jahr 2016 veröffentlichte Leuschner das komplette Cello-Sonatenwerk von Max Reger gemeinsam mit dem Cellisten Guido Schiefen.

Florian Ludwig ist seit 2008 Generalmusikdirektor des Theaters Hagen und des Philharmonischen Orchesters Hagen. Dort setzt er sich für ein breites Repertoire ein, das sowohl alle Epochen der klassischen Orchestermusik wie auch Crossover-Projekte verschiedenster Art einschließt. Gastdirigate führten ihn an die Wiener Volksoper, zum Gewandhausorchester Leipzig, dem Sinfonie­orchester des MDR sowie der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Zahlreiche CD- und Rundfunk­mitschnitte dokumentieren seine Tätigkeit.  Seit dem Frühjahr 2015 ist er Professor für Dirigieren und Orchesterleitung an der HfM Detmold.

(Foto links: Florian Ludwig von Frank Beyer; Foto rechts: Jacob Leuschner von Bernhard Strauss)

Fotogalerie 

HfM Konzert am 28. November 2016