Forschung

Der Fachbereich Theoretische Linguistik leistet über die Projekte A2 und A3 einen direkten Beitrag zum SFB 673 „Alignment in Communication“. Ausseruniversitäre Kooperationen bestehen ausserdem mit folgenden Instituten:

Theoretische Linguistik an der Uni Bielefeld

Die Theoretische Linguistik zeichnet zunächst für die zentrale Aufgabe der strukturellen Sprachbeschreibung verantwortlich. Damit bildet sie in Forschung und Lehre die Basis für die diversen Anwendungen linguistischen Wissens, sowohl im eher psycholinguistisch-experimentellen als auch im eher computerlinguistisch-modellierenden Bereich. Andererseits ist eine moderne deskriptive Linguistik auch in ihren Methoden und Modellen auf Erkenntnisse der verarbeitungsorientierten Bereiche angewiesen. Die enge Verzahnung der theoretischen Linguistik mit Psycholinguistik, Computerlinguistik und Kommunikationsanalyse stellt eine besondere Stärke der Bielefelder Sprachwissenschaft dar.

Forschungsschwerpunkte

Die moderne strukturelle Linguistik gliedert sich im Wesentlichen in drei Bereiche auf, die in Forschung und Lehre gleichermaßen wichtig sind:

Neben dem deskriptiven hat die theoretische Linguistik einen explanatorischen Anspruch. Der in Bielefeld verfolgte Forschungsansatz lässt sich konzise durch den Slogan „Sprache als intelligentes System“ zusammenfassen. Das bedeutet, dass natürliche Sprachen intelligente Lösungen für extralinguistische (kommunikative und kognitive) Problemstellungen unter externen Constraints (bezüglich Bandbreite, processing load etc.) darstellen. Sprachliches Wissen ist dabei als plastisches, dynamisches System aufzufassen, das sich an sich wandelnde externe Constraints kurzfristig anpasst – also adaptiv ist. Dieser Forschungsansatz diktiert eine datenorientierte und komparative Methodologie, die die traditionelle introspektive Vorgehensweise nicht ersetzt, aber ergänzt.

„Datenorientiert“ meint hier die sorgfältige Auswertung quantitativer Information, die von texttechnologischen und kommunikationsanalytischen Untersuchungen erbracht werden, zur Hypothesengenerierung. Die empirische Basis für seriöse Theorieentwicklung ist nach dem Stand der Kunst aus einer Mehrzahl von Sprachen, darunter typologisch distanter Sprachen zu erbringen, was ohne Expertise im Bereich der crosslinguistic studies nicht zu leisten ist.

Kooperationen

Dieses Forschungsprogramm wird vorrangig im Rahmen des SFB 673 „Alignment in Communication“ verfolgt, aber auch im Kontext von anderen interdisziplinären Unternehmungen wie dem im Aufbau befindlichen „Bielefelder Instituts für Interaktive Intelligente Systeme“ und in Kooperation mit weiteren nationalen und internationalen Partnern wie dem „Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft“ in Berlin und dem „Institute for Logic, Language and Information“ in Amsterdam.

Lehre

In der Lehre trägt der Bereich einen wesentlichen Anteil an der Basisausbildung der BA-Studiengänge Linguistik und Klinische Linguistik sowie des BANebenfaches Texttechnologie. Hier ist insbesondere das Modul BaLin3 „Sprachbeschreibung“ zu nennen. Des weiteren wird die Lehre (v.a. Modul BaLinS1) und Betreuung im Profil „Sprache“ des BA-Studienganges Linguistik stark vom Bereich Theoretische Linguistik bestimmt. Inhaltlich betrifft das sowohl das Gebiet der Grammatiktheorie als auch der crosslinguistic studies. Im Master-Studiengang „Linguistik: Kommunikation, Kognition und Sprachtechnologie“ werden die Studierenden u.a. im Rahmen der Module MaLin1 „Grammatiktheorie“ und MaLinSuS „Sprachtypologie und Sprachvergleich“ an die aktuelle Forschung zu Themen der theoretischen Linguistik herangeführt.