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Praktika in der DaF-Lehrerausbildung

Rückblick auf ein Symposium

Auf Einladung des FaDaF und mit Unterstützung des FMF trafen sich vom 24.- bis 26. Juni 1999 in Bielefeld Praktikumsverantwortliche von DaF-Studien- gängen, DaF-Studierende sowie Vertreter von DAAD und Goethe-Institut. Die Veranstaltung ging zurück auf Initiativen, die die Vertreter der Studiengänge vor zwei Jahren in Leipzig im Anschluß an das letzte FaDaF- Treffen der Studiengänge ergriffen hatten.

Ziel der Veranstaltung war es, aus den je unterschiedlichen Perspektiven gegenseitig über die unterschiedlichen Bedingungen, Erfahrungen und Möglichkeiten im Zusammenhang mit der Durchführung von Praktika zu informieren. Dabei sind die großen Unterschiede in diesem Zusammenhang auf die strukturellen, curricularen und personellen Bedingungen am jeweiligen Studienstandort zurückzuführen. Die ca. 20 Teilnehmer des Symposiums treten für eine stärkere Gewichtung der Praktika im Rahmen der Ausbildung ein. Diese müssen so angelegt sein, daß sie eine systematische theoriegeleitete und kontinuierliche Reflexion von hospitiertem und/oder selbst verantwortetem Unterricht erlauben und fördern. Hinter dieser grundlegenden Forderung steht die Überzeugung, daß die Theorie im Rahmen der Ausbildung nur fruchtbar wird, wenn die Praxis, die ihr zugrunde liegt, reflektiert und in die Theoriebildung einbezogen wird. Vor diesem Hintergrund sowie angesichts der großen Nachfrage auf Seiten der Studierenden und mit Blick auf die große Verantwortung der Deutsch als Fremdsprache-Lehrer für die soziale Integration ausländischer Mitbürger und Gäste fordern die Teilnehmer des Symposiums:

- die stärkere quantitative Einbindung der Praktika in die DaF-Studiengänge; - die stärkere Anbindung der Praktika an die vorausgehenden und nachfolgenden Ausbildungsteile; - die Übertragung der Verantwortlichkeit für die Praktika an jeweils mehrere hauptamtlich Lehrende pro Studienstandort; - die stärkere inhaltliche Zusammenarbeit mit den Praktikanten aufnehmenden Institutionen

Zur Umsetzung dieser Forderung treten die Teilnehmer des Symposiums ein für: - die Schaffung einer Clearingstelle als zentraler Anlauf- und Vermittlungsstelle und zum Praktikumsmanagement zwischen den Studiengängen; - einen regelmäßigen Kontakt zwischen den Studiengängen zum Zwecke der gegenseitigen Information und Absprache; - die Bereitstellung einer Mindestausstattung zur organisatorischen Abwicklung insbesondere der Auslandspraktika; - eine Zertifizierung des Praktikums (in Anlehnung an die Idee des Portfolios)

Die Teilnehmer des Symposiums vereinbarten eine Dokumentation der Veranstaltung, in der die verschiedenen methodischen Ansätze und Ideen zur Durchführung eines DaF-Praktikums einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Außerdem wollen sie sich in zwei Jahren in diesem Kreise wieder treffen, um dann insbesondere curriculare Aspekte von DaF-Praktika zu diskutieren.

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