Home

Fakultät

Universität

Archiv

Mail

Impressum
Ehemalige im Interview

Mitglieder des Bielefelder Absolventen-Netzwerks stellen sich vor

Dr. Birgit Vock-Wannewitz hat an der Universität Bielefeld im Hauptfach Germanistik mit dem Schwerpunkt Linguistik und Kommunikationsanalyse studiert. Ihre Nebenfächer waren Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing sowie Psychologie mit dem Fokus auf Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie. Birgit Vock-Wannewitz, Jahrgang 1965, schloss zunächst 1993 mit dem Magister Artium ihr Studium ab und dann 1998 mit der Promotion. Zur Zeit ist sie selbstständig tätig als Coach und Management-Trainerin. Monika Riedenklau vom Absolventen-Netzwerk sprach mit ihr.

Birgit Vock-WannewitzKönnen Sie bitte kurz die wichtigsten Stationen Ihrer beruflichen Laufbahn umreißen?

Während meiner Ausbildung von 1984 bis 1987 zur Industriekauffrau bei der Hans Schwarzkopf GmbH in Hamburg konnte ich einerseits die Grundlagen wirtschaftlichen Handelns in der Industrie kennenlernen, andererseits habe ich während dieser Zeit erfahren, welche Bereiche mir am meisten Spaß machen und wo meine Stärken liegen. Ich hatte das Glück, direkt nach der Ausbildung ins Ausland entsandt zu werden und war von 1987 bis 1988 als Marketing-Assistentin bei der Schwarzkopf Ltd, Aylesbury in England, und dann anschließend von 1988 bis 1989 als Junior-Produktmanagerin bei Schwarzkopf SARL in Paris tätig. Nach fünfjähriger Berufserfahrung in der Industrie lernte ich schnell, dass berufliches Fortkommen nur durch ein Studium möglich sein würde, und schrieb mich 1989 an der Universität Bielefeld ein. Die Ausrichtung auf den Bereich Marketing und mein Interesse für personal- und kommunikationsrelevante Inhalte ließ mich die Fächerkombination: Kommunikationsanalyse, Betriebswirtschaftslehre und Psychologie wählen.

Nach Beendigung des Studiums stieg ich 1993 bei Unilever - bedingt durch meine Vorkenntnisse - zunächst als Marketing-Trainee auf dem "Fast Track" ein. Während dieser Zeit verstärkte ich mein Engagement im Bereich der Erwachsenenbildung (Vorträge an Universitäten, Dozententätigkeiten an Berufsbildungsinstituten) und startete mein Dissertationsvorhaben. Das Thema wählte ich nach meinen persönlichen Interessen: Berufseinstiegschancen in der freien Wirtschaft für Geistes- und Sozialwissenschaftler.

1998 war ich dann als Management-Consultant bei A.T. Kearney in Düsseldorf tätig. Dort entwickelte ich den Gedanken, freiberuflich zu arbeiten, weiter. Hier konnten die Grundlagen beratender Tätigkeiten gelegt werden. Mit Beginn des Jahres 2002 habe ich nun den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Im Vordergrund meiner Tätigkeit stehen Führungskräfte-Trainings für Firmen und Privatkunden mit dem Schwerpunkt: Erfahrung und Modifikation persönlicher Führungskompetenzen. Die Inhalte und Ergebnisse werden individuell durch Coachings nach Abschluss des Trainings begleitet.

Inwieweit befähigte Sie Ihr Studium für die jetzige Tätigkeit? Wie haben Sie es geschafft, private und berufliche Interessen so gut zu vereinbaren?

Gerade ein geisteswissenschaftliches Studium bietet von Anfang an die Möglichkeit, "über den Tellerrand" zu schauen. Ich habe die Universität, das Studium und auch die inhaltlichen Schwerpunkte bewusst danach ausgesucht, meine Neigungen und Interessen, aber auch meine berufliche Zielrichtung verwirklichen zu können. Da ich vor dem Studium eine Ausbildung zur Industriekauffrau absolviert und einige Jahre in der freien Wirtschaft gearbeitet hatte, suchte ich einen Studiengang, dessen Inhalte mir eine theoretische Vertiefung des zuvor in der Praxis Erlebten bieten konnte. Meine Erwartungen wurden in Bielefeld voll erfüllt: Mit Inhalten aus Linguistik, Marketing und Psychologie, die ich in den Semesterferien durch verschiedene Praktika ergänzte, fand ich nach Abschluss des Studiums nahtlos den Wiedereinstieg in die Praxis.

Wenn Sie heute ein Studium ergreifen würden, was würden Sie studieren und wo würden Sie Ihre Schwerpunkte setzen?

Ich würde immer wieder ein geisteswissenschaftliches Studium wählen, auch wieder mit der selben Fächerkombination. Insgesamt würde ich mir heute für das Studium wohl etwas mehr Zeit gönnen, um mich intensiver auch mit angrenzenden Themen zu beschäftigen.

Worauf sollten Studierende aus Ihrer Sicht und bei der Planung des beruflichen Einstiegs achten?

Sie sollten bereits vor dem Studium überlegen, welche Berufe später interessant sein könnten, während des Studiums die Nähe zum Berufsfeld suchen und sich in der Bewerbungsphase nicht für den geisteswissenschaftlichen Studiengang rechtfertigen; lieber klar begründen, warum man glaubt, der oder die Richtige für den Job zu sein.

Wie sehen aus Ihrer Sicht die Berufschancen für Geistes- und Sozialwissenschaftler aus?

Der Markt für Geistes- und Sozialwissenschaftler boomt aus meiner persönlichen Sicht. Noch nie zuvor war die freie Wirtschaft in diesem Ausmaß vor jene fachübergreifende Herausforderungen gestellt, die insbesondere Absolventen dieser Studienrichtungen erfüllen können.

Das Absolventen-Netzwerk bietet...

Anknüpfung an bestehende und Aufbau neuer Kontakte - die ideale Börse, um am Ball zu bleiben.

Das Beste an meinem Studium war...

die Möglichkeit zu selbstbestimmtem Handeln.

Lieber vergessen würde ich...

die unzähligen Male, die ich vergeblich hinter dem Bus hergerannt bin.

Mein Ziel während des Studiums war...

nach meinen Interessen zu studieren und gleichzeitig - mit Blick auf den Wiedereinstieg - berufsrelevante Inhalte mitzunehmen.


aus: Bielefelder Universitätszeitung Nr. 212/2002 (BUZ-Online)

Absolventen-Netzwerk der Universität Bielefeld






Universität Bielefeld