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Jörg Drews unterhält sich mit Rainer Pretzell in Berlin 1

"Mit dem Raubdruck 1970 war das so..."

"Zettel's Traum" ist das berühmteste Buch Arno Schmidts und zugleich das unbekannteste und unerforschteste. Als es im April 1970 erschien, war das Riesenbuch von 8,6 kg ein Medienereignis und wurde sofort raubgedruckt. Dreißig Jahre nach dem Erscheinen von "Zettel's Traum" haben Doris Plöschberger und Jörg Drews Dokumente zur Entstehung und Publikation zusammengetragen.* Wir veröffentlichen Auszüge aus einem Interview mit einem der Raubdrucker - nicht als Raubdruck, sondern mit freundlicher Genehmigung des Verlags und der Herausgeber.

Drews: Wann hast du im Jahr 1970 die Idee gehabt, einen Raubdruck von "Zettel's Traum" zu machen und warum?

Pretzell: Ich hatte die Idee - weil der Kaufpreis des Buches für mich einfach zu hoch war -, mir ein Exemplar zu leihen, zu fotokopieren und für mich privat zu binden. Da dachte ich, man könnte ja auch gleich für einige Freunde zwei oder drei machen und hab' mit einigen darüber gesprochen, und es stellte sich 'raus, dass wir mühelos zehn Leute zusammenbekamen, die das gerne gehabt hätten; aber das wäre gar nicht viel billiger geworden, in Fotokopien. Ich dachte, man müsste einfach mal durchrechnen, wenn man eine Minimalauflage von, sagen wir mal, 50 Stück oder 100 Stück als Privatdruck macht - ich bildete mir ein, dann käme man noch immer auf einen Preis, der weit unter dem Preis des Originals läge; aber es stellte sich heraus, das war noch immer utopisch. Wenn man schon an 100 Stück denkt, dann kommt man gleich auf 500 oder gar 1000. Dann habe ich durchgerechnet, das Buch im Originalformat herzustellen bzw. gleich zu verkleinern. Und wir haben natürlich Probefilme gemacht. Wir hatten ja nie Raubdrucke gemacht, aber wir wussten das von anderen Drucken, die auch verkleinert worden waren, dass die Qualität durchaus ausreichen und möglicherweise sogar besser werden würde, der Text lesbarer. Der Laie bildet sich immer ein, dass ein Buchstabe, der im Original 1 cm hoch ist, bei der Verkleinerung von DIN A3 auf DIN A4 1/2 cm hoch wird. Ein Buchstabe, der 1 cm2 groß ist, wird aber 1/2 cm2 groß, das heißt die Höhe der Schrift verliert proportional ebenso wie die Breite; deswegen wird ein Buchstabe, der im Original 1 cm hoch ist, ungefähr 7 mm hoch. Und deswegen wirkt die Verkleinerung optisch geringer als sie mathematisch ist.

Drews: Das war die technische Seite...

Pretzell: ...die technische Seite. Ich musste dann natürlich mit meinem Kompagnon Siebrasse die Sache durchsprechen. Ich musste Widerstände, heftige Widerstände überwinden, vor allen Dingen bei der Frau meines Freun-des und Teilhabers. Die wurden aus dem Wege geräumt und dann wurde der wagemutige Entschluss gefasst, einen, natürlich, einen Raubdruck zu machen. So etwas gab's ja damals schon häufig, es wurde auch so genannt, und wir wussten auch, das, was wir machen, ist ein Raubdruck. Es muss hinzugefügt werden: Als wir noch damit spekulierten und schon ziemlich entschlossen waren, sind wir in Berlin durch einen Freund, Henner Voss, mit einem großen Arno Schmidt-Verehrer - seit langer Zeit! -, Boye Kuhlmann, zusammengetroffen, der viele Jahre davon geträumt hatte, als Buchhändler und Verlagsangestellter mal irgendwann aktiv für Arno Schmidt tätig werden zu können. Das ist ihm nie vergönnt gewesen; der hat z.B. um eine Verlagsvertretung für den Stahlberg Verlag gebuhlt, jahrelang; die hat er nie bekommen. Und als Boye, der nicht gerade unbegütert war, davon gehört hat, hat der sofort gesagt, er würde sich auch finanziell beteiligen. Und das sah so aus, dass er 200 Exemplare im Voraus gekauft hat. Das hat uns die Sache finanziell wesentlich erleichtert. Wir mussten ja das gesamte Maschinen-Inventar zur Herstellung des Buches kaufen, eine DIN A 2-Druck-Maschine, ein Plattenkopiergerät, eine Repro-Kamera - das war das Notwendigste, was wir brauchten. Das hatten wir alles irgendwie vorzufinanzieren, das heißt wir haben einen Teil auch auf Kredit gekauft und einem Maschinenhändler Wechsel unterschrieben, jede Menge Wechsel. Wir waren also mit Kopf und Kragen in der Geschichte drin; wenn sie schief gegangen wäre, dann wären wir im Schuldturm gelandet.

Drews: Und wann rollte das an: im Sommer 1970?

Pretzell: Im Frühsommer begann die Organisation, die gesamten Vorbereitungen: eine Werkstatt mieten 2, die Maschinen transportieren und aufstellen, einen Waggon Papier bestellen, 1300 DIN A 4-Filme usw.; dann sind wir beide in Urlaub gefahren.

Drews: Wie - 1300 DIN A 4-Filme?

Pretzell: Also, 1300 Seiten hat das Buch, wir brauchten also 1300 DIN A 4-Filme - weil jede Seite einzeln fotografiert wurde. Die Organisation hieß natürlich auch, dass ausgewählte gute Freunde in ihrem Freundeskreis Werbung dafür machen sollten. Diese haben von uns eine Art Visitenkarte bekommen mit einer Kontonummer und einem Namen drauf, und diese Visitenkarte mit dem Namen Irina Sorhagen, dem Mädchennamen von Frau Siebrasse, die sollte weiter gegeben werden mit der mündlichen Information: wenn du 60 Mark auf dieses Konto überweist...

Drews: 60 Mark?

Pretzell: 60, ja... dann bekommst du zum Subskriptionspreis einen Raubdruck von "Zettel's Traum", und der erscheint bis zum Herbst. Das war gesagt worden, und zu diesem Zweck war dieses Konto aufgemacht worden. Leider ist durch eine Indiskretion dann in diesem "Miri's Motz-Zoof" das publik gemacht worden. Diese Sub-Kultur-Postille "Miri's Motz-Zoof" wurde offenbar von vielen Journalisten gelesen, die auf so was angewiesen sind, und die Meldung wurde von ihnen weiterverbreitet. Das war gar nicht unser Wunsch und Wille. Ich war in Frankreich im Urlaub, und da bekomme ich einen vollkommen hysterischen Anruf von Siebrasse: Rainer, du musst sofort zurückkommen, es steht alles Kopf, in vielen überregionalen Zeitungen steht irgendetwas über diesen Raubdruck. Das hatten wir nicht intendiert, das war vollkommen gegen unsere Absichten, dass diese ungeheure Öffentlichkeitsarbeit gegen unseren Willen betrieben wurde. Im Nachhinein aber war es für uns finanziell außerordentlich positiv, denn die Zeitungen haben ja doch größtenteils diese Kontonummer mit Namen veröffentlicht. Wir wussten natürlich auch, dass die betroffene Seite, der Holtzbrinck-Konzern und der gesamte deutsche Buchhandel, sofort bereit sein würde, Gegenmaßnahmen einzuleiten. Wir waren aber von zwei Juristen 3 beraten, und die beiden haben uns bestätigt, was ja eigentlich ganz selbstverständlich ist, dass keine Staatsanwaltschaft gegen jemanden einschreitet oder überhaupt gründlich ermittelt, solange der beklagte Gegenstand nicht da ist, in diesem Fall das Buch. Und wenn diese Irina Sorhagen Geld auf diesem Konto sammelt, kann sie das ja tun, solange der Gegenstand dieses Strafdelikts noch nicht da ist, so dass also niemand eine Handhabe hatte gegen dieses Konto. Also, da die ganzen Zeitungen diese Kontonummer veröffentlicht hatten, kam natürlich doch 'ne ganze Menge Geld, mehr als man erwartet hätte. Das hat uns die Produktion zusätzlich erleichtert und überhaupt den Absatz der ganzen Auflage.

[...]

Drews: Das Ganze war doch eine Reaktion auf den Subskriptions- bzw. dann den Endpreis der Stahlberg-Ausgabe, also der Erstausgabe. Wo war eure Kritik: meintet ihr, dass 295 Mark zuviel war für dieses Buch im Originalformat, als Erstausgabe?

Pretzell: Ja sicher, das war die eine Intention. Der Preis war viel zu hoch; außerdem glaubten wir tatsächlich, dass insbesondere der Stahlberg Verlag bei diesem Buch bzw. für dieses Buch ja nichts getan hatte, nichts getan. In unserem Brief an Arno Schmidt oder irgendwo in einem dieser Briefe stand ungefähr: "Offenbar ist das Manuskript vom Schreibtisch des Autors direkt in die Dunkelkammer gewandert." Wir glaubten auch aufgrund unseres grundsätzlichen Misstrauens gegenüber den Geschäftspraktiken der Mehrzahl der Verlage wirklich, bei dieser Gelegenheit darstellen zu können, dass Arno Schmidt betrogen worden war, und dass keine Notwendigkeit bestand, dieses Buch so herzustellen und zu kalkulieren.

Drews: Bzw. es für diesen Preis anzubieten, d.h. einen so hohen Preis.

Pretzell: Das war, aus unserer Sicht, eine übertriebene Bereicherung des Verlages.

[...]

Drews: Wie habt ihr dann den Personenkreis der tätig Beteiligten zusammengefunden, und wie viele Leute waren da insgesamt an der Planung, Herstellung usw. beteiligt?

Pretzell: Die Produktionszeit war nach meiner Erinnerung so etwa 8 Wochen. 8 Wochen strenge Produktionszeit, das heißt durchgehend Arbeit für vier Fachleute und für etwa ein Dutzend Hilfskräfte bei der Filmherstellung, beim Ausflecken der Filme, bei den Montagen, bei der Plattenkopie und schließlich bei der ungeheuerlichen buchbinderischen Verarbeitung, die ja mit einfachsten Methoden gemacht wurde - nicht industriell. Da waren ungeheuer viel Aushilfskräfte, zum Schluss sogar etwa 20 Leute, die die letzten 8 bis 10 Tage gearbeitet haben. Nur die Deckel - nicht der Einband, Klebebindung und Einhängen und die Rückenprägung - wurden auswärts hergestellt. Bei dem Stress entging mir, dass es ja eigentlich "ZETTEL'S TRAUM" - mit Apostroph - heißt. Wir hatten das eigentlich so auf den Rücken prägen wollen. 4 Dass es nicht geschah, hab ich später sehr bedauert.

Drews: Und ihr habt nie Schiss gehabt, dass der Personenkreis zu groß wird, und dass dann irgendjemand doch mal was erzählt?

Pretzell: Als der Strafantrag publik wurde - der wurde ja im "Börsenblatt des Deutschen Buchhandels" im August 1970 in einer großen Anzeige des Verlages 5 veröffentlicht und von allen Tageszeitungen gemeldet -, waren wir natürlich geschockt, dass wir vor Vollendung der Arbeit geschnappt werden könnten; das wäre für uns der absolute Ruin gewesen. Der Strafantrag, das muss in diesem Zusammenhang deutlich gesagt werden, kam nämlich in dem Moment, als noch nicht eine einzige Seite gedruckt war. Aber - die Maschinen waren angeschafft, der Raum war gemietet, vor allen Dingen, das ganze Material war gekauft worden, unter anderem 190.000 Bogen Papier. Wir hätten ja nicht die Maschinen und das Papier zurückgeben können, das wäre absolut unmöglich gewesen. Es gab für uns kein Zurück mehr in diesem Moment. Aber wir waren bereit, das Risiko zunächst erstmal zu tragen bis zur Veröffentlichung, und dann zu sehen, ob wir unsere 1000 Exemplare loswerden oder nicht. Wir hatten mit dieser Publizität, wie ich vorhin schon sagte, nicht gerechnet. Wir hätten aber auch ein größeres Risiko in Kauf genommen, waren sozusagen auf alles gefasst.

[...]

Drews: Die Runde gemacht in den Tageszeitungen hat die Meldung von dem Raubdruck Anfang August. Und als Reaktion darauf hast du dann einen Brief 6 geschickt an Arno Schmidt.

Pretzell: Ja, wir waren ja sofort zum Handeln gezwungen, was unsere ganzen Pläne ungeheuer durcheinander gebracht hat. Man muss auch in diesem Zusammenhang sagen, dass wirklich diese Veröffentlichung in diesem elenden Hamburger Organ, in der ja das Buch mit üblen Worten angepriesen worden ist - ich glaube, es ist damals zum ersten Mal das Wort "Heide-Guru" aufgetaucht... Dieses ganze Vokabular der Subkultur, ein "toffes" Buch zum Beispiel und andere elende Ausdrücke! Ich habe Arno Schmidt nicht persönlich gekannt, ich weiß nicht, ob es ihm Spaß gemacht hat zu wissen, dass die Originalausgabe von "Zettel's Traum" auch eine Art Pop-Gegenstand war. Da fühlte er sich vielleicht auch schon bei 1500 Exemplaren etwas missverstanden. Wenn aber dann nachher irgendwelche Hippies aus der Subkultur kommen und was von 'nem "toffen" Buch schwafeln und "Heide-Guru" und so was, dann musste er sich wahrscheinlich verletzt fühlen. Das hat uns natürlich auch beunruhigt, und deswegen sahen wir uns gezwungen, sofort diesen Brief 7 an Arno Schmidt zu schicken, um ihm die Sache aus unserer Sicht darzustellen, unser Bedauern auszudrücken und den Besuch eines Emissärs anzukündigen, der ja dann auch an dem angekündigten Tage von Schmidt empfangen wurde. Jörn Ebeling, der dort hingegangen ist, 8 war schon zweimal vorher bei Schmidt gewesen. Einmal als ahnungsloser Fußwanderer und einmal als "Verehrer"; er war beim zweiten Mal für eine halbe Stunde empfangen worden, mit seiner Freundin, mit Kaffee und Kuchen bedacht und sogar mit signierten Büchern beschenkt worden. Der war dann also unser Emissär, ist aber von Schmidt nicht wiedererkannt worden. Der kannte schon den Ton im Hause Schmidt durch seine beiden ersten Besuche und hat es als sehr feinsinnig - man kann auch sagen diplomatisch - von Schmidt empfunden, dass er ihn erwartet, aber nicht hineingebeten hat; sondern: das Gespräch fand am Gartenzaun statt, 9 etwa 25 Minuten lang.

Drews: Und was hat Schmidt da geäußert?

Pretzell: Es war schon damals, ein, zwei Wochen nach dem Gespräch und den kurz darauf folgenden Presseveröffentlichungen, insbesondere im "Spiegel", uns allen nicht mehr so recht klar, was Schmidt eigentlich wollte. Schmidt hat sich zunächst dagegen verwahrt; er hat gesagt: Sie können nicht so naiv sein und leichtfertig so einen Raubdruck machen; wir Autoren kämpfen seit Jahrhunderten um unsere Rechte, und da können wir sie nicht heute auf so eine Art und Weise verschleudern, und damit so umgehen, dass jeder Pirat hergeht und... Das Prinzipielle spricht dagegen, erstens. Zweitens, fast wörtlich, jedenfalls sinngemäß, hat er gesagt: Sie können das gar nicht durchstehen; der Herr von Holtzbrinck hat gute Freunde beim Bundesgerichtshof. - Ich weiß wirklich nicht, was er damit gemeint hat; das zeigte ja wohl juristische Unkenntnis von Arno Schmidt. Was hat der Bundesgerichtshof mit einem kleinen Kriminaldelikt zu tun? So was kommt gar nicht vor den Bundesgerichtshof, und selbst wenn Herr von Holtzbrinck Skatbrüder hat oder hatte, dann hätten die keinen Einfluss darauf nehmen können auf die Ermittlungen und ein Strafverfahren; es wäre nie vor diesem Gerichtshof gelandet. Schmidt nahm aber mit Sicherheit an, dass die Raubdrucker auf jeden Fall gefasst werden und schwer bestraft würden und hat wiederholt gesagt: Ich warne Sie, ich warne Sie. Und, das dritte Argument aus seiner Sicht: die Verkleinerung im Format DIN A 4 sei unlesbar, das könne er auf keinen Fall akzeptieren. Da nahm er vielleicht an: Es gibt den großen Pop-Gegenstand und dann gibt es einen miesen kleinen, verkleinerten Nachdruck, das ist auch ein Pop-Gegenstand, den niemand lesen kann, den man als 8 cm dickes, dickleibiges Ding da im Schrank stehen hat als "toffes" Werk. Das war seine Argumentation. Unser Emissär konnte sich sehr gut daran erinnern, dass er, der Emissär, zu Arno Schmidt beim Abschied gesagt hat: "Good luck". Arno Schmidt hat aber zwei Wochen später Herrn Ortlepp gesagt - es stand ja so im "Spiegel" 10 - er, Schmidt, habe sich verabschiedet mit den Worten: "Gut Raubdruck". Daran konnte sich Ebeling eigentümlicherweise nicht erinnern. Aber wenn er es gehört hätte, wär' es ja eine zusätzliche Ermunterung gewesen. Er hat also nicht gesagt, er verbietet es uns; er hat immer nur den Zeigefinger gehoben und gesagt: ich warne Sie, ich warne Sie, erstens, zweitens, drittens. Erstens: ich kann prinzipiell nicht zustimmen; zweitens: Sie werden gefasst und schwer bestraft; und drittens ist das Ding in der Verkleinerung unlesbar.

Drews: Darauf der Emissär: Sie werden sehen, wir können das sauber herstellen auch auf DIN A 4; das wird lesbar sein!

Pretzell: Ja. Das hat aber Schmidt nicht akzeptiert, das hat er nicht glauben können und nicht glauben wollen. Ich weiß nicht, wie er später darüber gedacht hat, denn er hat ja tatsächlich eins der ersten fünf Exemplare dieses Buches per Post bekommen. [...]



(1) Einlösung des im Bargfelder Boten Lfg. 200 (1995), S. 59 gegebenen Versprechens. - Rainer Pretzell war von 1966 bis 1995 Verleger des Rainer Verlages in Berlin. Das Gespräch wurde im Herbst 1984 geführt, die Abschrift 1989 und 2000 leicht überarbeitet und ergänzt. (J. Dr.)
Der Befragte war seinerzeit davon ausgegangen, dass das Manuskript als unselbständige Grundlage für einen Aufsatz von Jörg Drews dienen würde. - Drews' Entschluss, die Arbeit in ihrer ursprünglichen Form als Gespräch zu veröffentlichen, hat mich veranlasst, notwendige Kürzungen und stilistisch gebotene Änderungen vorzunehmen. Auch die seinerzeit in der Abschrift mit Kürzeln wiedergegebenen Namen wurden - 30 Jahre post festum - dechiffriert. Der folgende Text ist daher keine wortwörtliche Wiedergabe der Tonbandaufzeichnung von 1984. (R. Pr.) <=

(2) Die Räume in der Körtestrasse 10 (erst später endgültiger Sitz des Rainer Verlages) wurden zunächst nur vorübergehend gemietet, um dies eine Buch im Verborgenen herstellen zu können. (R. Pr.) <=

(3) Der eine war der Hausjurist der Senatsverwaltung für Wissenschaft und Kunst, der andere war damals Rechtsanwalt und ist heute, soweit ich weiß, Bundesrichter. (R. Pr.)
Mit letzterem ist Klaus Eschen gemeint, geboren 1939, Jurist, Notar, allerdings nicht Bundesrichter, sondern Richter am Verfassungsgericht Berlin. (J. Dr.) <=

(4) Eine, wenn auch mikroskopisch kleine, aber doch sichtbare Verbesserung gegenüber der Erstausgabe. (R. Pr.) <=

(5) Vgl. die Pressemitteilung der Goverts Krüger Stahlberg Verlags GmbH vom 25. August 1970 auf Seite 76 in diesem Band. <=

(6) Vgl. den Brief der Raubdrucker an Arno Schmidt auf den Seiten 77-78 in diesem Band. <=

(7) Die Absenderangabe des Briefes lautete (wenn ich mich recht entsinne): "Komitee von Arbeitern, Schülern und Studenten." (R. Pr.) <=

(8) Vgl. dazu den Brief von Jörn Ebeling an Jüörg Drews auf den Seiten 82-90, bes. S. 88f., in diesem Band. <=

(9) Im Bargfelder Boten Lfg. 95-96 (1985) berichtet Peter Scheuring von einem Besuch bei Arno Schmidt 1970: "AS erzählte uns, dass er den Raubdruckern - er sprach in der Mehrzahl - den ihm zugeschobenen Vertrag mit einem "Gut-Raub" über den Zaun zurückgeschmissen hätte." Ebeling aber war alleine bei Schmidt und hatte auch keinen "Vertrag" bei sich, den er Schmidt hätte zuwerfen können. (R. Pr.) <=

(10) Vgl. das Gespräch von Arno und Alice Schmidt mit Gunnar Ortlepp am 27. August 1970 in Bargfeld auf den Seiten 55-73 in diesem Band. <=




Des Dichters Aug' in feinem Wahnwitz rollend... Dokumente und Studien zu Zettel's Traum
(*) Jörg Drews / Doris Plöschberger (Hg.) <=
"Des Dichters Aug' in feinem Wahnwitz rollend ..."
Dokumente und Studien zu "Zettel's Traum"

Bargfelder Bote Sonderlieferung
München: edition text + kritik, 2001.
298 Seiten, DM 64,--
ISBN 3-88377-658-0







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