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Studierende und Wirtschaft:

Praktikum bei BOL

von Marc Suchy

BOL ist ein Internet-Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns, das Bücher, Cds und Videos an die Endverbraucher über das Internet vertreibt. Pro Tag "klicken" ca. 250.000 Kunden die Website an. Der bekannteste und größte Konkurrent auf dem Gebiet ist die Online-Buchhandlung Amazon.

Neben BOL Deutschland - seit knapp zwei Jahren am Markt - existieren weltweit Partnerunternehmen, die größtenteils auch unter dem Namen BOL auftreten. Das Design der Internetseiten der einzelnen Unternehmen wird verständlicherweise möglichst einheitlich gehalten. Das gilt vor allem für die Startseite, die Homepage.

Mehrere Abteilungen arbeiten zusammen, um das hinzubekommen, was für der Kunde von einem Online-Medienshop erwartet:

  • Übersichtlichkeit und ansprechendes Design
  • Eine gute Suchfunktion, um ein gewünschtes Produkt schnell zu finden
  • Angebote an aktuelle Literatur und Musik
  • Rezensionen und Inhaltsangaben
  • Zügige Auslieferung und sicherer Zahlungsverkehr über das Internet
Ich habe in der Abteilung "Product Management" gearbeitet, die für den redaktionellen Inhalt der BOL-Site verantwortlich ist.

Das Product Management ist in mehrere Bereiche unterteilt: Bücher, Musik, Video, (Buch-)Geschenke und E-book (Buchtexte, die man sich auf einen nur für diesen Zweck bestimmten Computer im Taschenbuchformat herunterladen kann). Der Buchbereich ist nochmals aufgeteilt, u.a. in Belletristik, Sachbücher, Wirtschaft und Soziales, Kinderbücher, Schule und Bildung. Die Aufgabe der Mitarbeiter des Product Managements besteht darin, den Kunden Neuerscheinungen vorzustellen und Internetseiten zu aktuellen Themen zu gestalten, die natürlich mit vielen Buchtips versehen sein müssen. So gab es z.B. ein Peanuts-Special anläßlich des Todes des Comic-Zeichners Charles M. Schultz.

Im Product Management habe ich an mehreren Themenbereichen mitgearbeitet, die alle auf Bücher bezogen waren. Im großen und ganzen konnte ich mir selbst Themen wählen, an denen ich arbeiten wollte, und darin lag dann auch der Schwerpunkt meines Praktikums.

Ich hatte mir vorgenommen, den Bereich "Fremdsprachige Literatur" auszubauen. Es wurden dort nur englischsprachige Bücher angeboten, so daß ich als Romanist die Gelegenheit ergriff und mich um die französische Literatur kümmerte. Ich mußte ein Programm zusammenstellen, daß sich auch möglichst gut verkaufen ließ. Dazu habe ich im Internet nach Bestsellern in Frankreich recherchiert. Hilfreich waren die Online-Versionen der Zeitschriften Le Nouvel Observateur und L'Express. Ebenfalls im Internet habe ich mir Informationen über die Autoren verschafft. Schließlich mußten die Bücher sinnvoll im Internet präsentiert werden. Es bot sich an, sie in drei Kategorien einzuteilen: Romane (aktuelle Literatur vom Krimi bis zur Liebesgeschichte), Klassiker (hier stellte sich die nicht immer eindeutig zu beantwortende Frage, welche Bücher denn Klassiker sind und welche nicht) und Bücher in leichtem Französisch und Comics (gedacht für Französisch-Anfänger, die nicht jedes zweite Wort nachschlagen wollen). Daß die Comics mit in diese Kategorie hineinfielen, hat nur den Grund, daß nur sehr wenige französische Comics in Deutschland lieferbar sind. Eine eigene Kategorie für sie anzulegen hätte sich nicht gelohnt. Sie gar nicht aufzunehmen hätte wirtschaftlichen Gründen widersprochen: "Asterix le Gaulois" würde sich voraussichtlich relativ gut verkaufen.

Zu allen Büchern mußte ich kurze und prägnante Texte schreiben. Hatte ich die Bücher direkt vorliegen, war es natürlich einfacher als wenn ich die benötigten Informationen im Internet suchen mußte. Bücher, die ich selbst bereits gelesen hatte, habe ich natürlich auch vorgestellt, was die Recherche-Arbeit wesentlich reduzierte.

Schließlich ging es daran, die neue Kategorie ins Internet zu stellen. BOL verfügt zu diesem Zweck über ein Redaktionsprogramm, das es auch weniger geübten HTML-Programmierern erlaubt, Internet-Seiten zu gestalten. Das Redaktionssystem ist außerdem notwendig, um zu gewährleisten, daß die von den Mitarbeitern produzierten Seiten auch alle das einheitliche BOL-Design aufweisen. Würde jeder alles "von Hand" programmieren, wäre das auch schon aus zeitlichen Gründen undenkbar. Das Redaktionsprogramm gibt also eine Struktur vor, die nur noch ausgefüllt werden muß.

Der zweite Themenbereich, den ich aufgebaut habe, war die Kategorie "Fotobücher". Filmbücher, die ich auch zu betreuen hatte, gab es bereits als Kategorie, und Fotobücher boten sich thematisch gut als Ergänzung an. Hier habe ich ähnlich wie mit den französischen Büchern verfahren: Zwei Kategorien habe ich in diesem Fall eingerichtet: Technik und Bildgestaltung. Die Film- und Fotobücher besitzen den Vorteil, daß sie viele Bilder enthalten. Wenn man ein Buch genauer vorstellt und dafür eine eigene Seite anlegt, kann man diese gut mit aus dem Buch gescannten Bildern auflockern.

Neben den bereits erwähnten neuen Bereichen habe ich bestehende Seiten überarbeitet, vorwiegend zum Thema Schule und Bildung: Vorstellung neuer Lehrwerke für die Fächer Deutsch und Mathematik, sowie neuer Sprachlehrwerke und Lernsoftware für den Fremdsprachenunterricht (Englisch und Französisch).

Übrigens habe ich auch versucht, bei BOL in Frankreich einen Praktikumsplatz zu bekommen, nachdem die Bewerbung bei BOL Deutschland problemlos verlaufen war. Leider haben weder e-Mails noch mehrere Telefonate etwas genutzt. Die deutsch-französische Freundschaft hält eben doch nicht immer, was sie verspricht...





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