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Eine Stellungnahme der Fachschaft Latein

Expertenrat empfiehlt die Schließung der Latinistik

Am 20. Februar veröffentlichte der Expertenrats die Ergebnisse der Evaluierung von allen Universitäten in Nordrhein-Westfalen. Ziel der damaligen Erhebung war es, anhand der Daten Studiengänge zukünftig effizienter gestalten zu können, die Studiendauer zu verkürzen und Fächer, die nicht ausreichend ausgelastet sind, nur noch an ausgewählten Universitäten anzubieten.

Natürlich sind bei einer solchen Erhebung die sogenannten ‚kleinen Fächer' immer besonders von Schließungsempfehlungen bedroht, weil sie im Vergleich mit den großen Bereichen wie etwa der Germanistik oder der Literaturwissenschaft im rein statistischen Vergleich schlechter abschneiden. Bei einem bloßen Vergleich der Zahlen wird allerdings außer acht gelassen, dass die Studierenden der kleinen Fächer, zu denen Latein, Spanien-Lateinamerikastudien und Slavistik zählen, in der Regel sehr viel intensiver studieren können und eine größere Zufriedenheit über den Studienverlauf herrscht als in den oftmals übervollen Studiengängen der anderen Philologien. Außerdem bieten sie oft die Basis für ein fundiertes Studium der neueren Sprach- und Kulturwissenschaften. Zwar findet diese Tatsache im allgemeinen Teil des Expertenberichts Erwähnung und gleichzeitig wird auch darauf hingewiesen, dass "die Auslastung indes für die Kleinen Fächer kein Maßstab sein kann", aber dennoch wird gerade dieses Argument als Begründung und Stützung der Schließungsempfehlungen herangezogen, die die Universität Bielefeld betreffen, in denen es unter anderem heißt: "Die Latinistik sollte auslaufen. Der Einstellung des Magisterstudienganges Slavistik ist zuzustimmen."

Leider sind die Argumente, die der Bericht für diese Entscheidungen zitiert, bei genauer Prüfung nicht überzeugend. Am Ende entsteht der Eindruck, dass erst die Entscheidungen gefällt wurden, wie zukünftig mit einigen Fächern zu verfahren sei und anschließend der Bericht erstellt wurde, denn nur so kann man sich die teilweise falschen Zahlen und die sich an einigen Stellen widersprüchlichen Argumente erklären.

Glücklicherweise hat die Fakultät, vertreten durch den Dekan Prof. Meyer-Hermann und den Prodekan Prof. Braungart, unterstützt durch die Lateinstudenten und viele andere Studierende der Linguistik und Literaturwissenschaft und der Geschichte gemeinsam mit dem Rektorat durch eine sehr überzeugenden Stellungnahme bei der Anhörung durch den Ministerialrat am 20.03. erreichen können, dass die seit vier Jahren vakante C4-Professur in der Latinistik zum 01.04. wiederbesetzt werden kann, so dass das Fach wieder gestärkt werden kann. Es bleibt allerdings immer noch abzuwarten, wie stark die Kleinen Fächer in der zukünftigen Universitätslandschaft vertreten sein werden.

Beate Bossmanns für die Fachschaft Latein


Bericht des Expertenrats (als Pdf-Datei)

Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW





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