UniBi > Universität Bielefeld > Faculty of Linguistics & Literary Studies > Research > Projekte > Repertorium der mittelalterlichen Autoritäten
http://www.uni-bi.de/lili/forschung/projekte/bra/index.html
Karl Ulrich Seelbach (Last modified: 04.12.2014)

» PRINT» BACK» CLOSE

Repertorium der mittelalterlichen Autoritäten (mhd. und mnd.)

Verantwortlich für das Projekt: Apl. Prof. Dr. Ulrich Seelbach

Volkssprachige 'Autoritäten' rechnen zur Gruppe der Kleineren lyrischen Formen. Während Reimsprüche, Epigramme, Distichen und Priameln zu kürzeren oder längeren Reihen gruppiert sein können, aber nicht müssen, gehört bei den 'Autoritäten' die Reihenbildung zwingend zum üblichen Erscheinungsbild. Es handelt sich um gereimte Zwei- oder Vierzeiler mit angegebener (oft fingierter) Urheberschaft, die jeweils einer im Mittelalter anerkannten Autorität als Sprecher (Gottvater, Propheten, Philosophen, Dichter) zugeschrieben wird. Das editorische Erfassen und Kommentieren dieser oft von einem Dutzend oder mehr solcher Sprecher verbürgten Verse ermöglicht Einblicke in die literarische Vermittlung von vormodernem Handlungs- und Orientierungswissen an einem konkreten und überschaubaren Beispiel. Die enge Verbindung mit graphischen Überlieferungen macht das Projekt zugleich zu einer Fallstudie für mittelalterliche Intermedialität (Text-Bild-Beziehungen).
Geplant ist die gebündelte Erschließung aller deutschsprachigen Autoritäten, zugleich als Repertorium zur Gesamtüberlieferung wie als Gesamtedition. Ohne ein solches Repertorium wird man die lebensweltliche Verortung dieser Literatur kaum über Spekulationen hinausgehend beantworten können. Hierzu benötigt man

und schließlich die Texte selbst für eine inhaltlich interpretierende Erschließung des 'Sitzes im Leben'.
Erschlossen werden sämtliche deutschsprachigen Autoritäten (gereimt) und zwar geordnet nach

Die aus vorhandenen Handschriftenkopien bzw. Literaturangaben zusammengestellten Exemplare von Autoritäten-Handschriften (meist auf zwei bis drei Seiten eingetragen) beziffern sich auf annähernd 60 Einheiten. Zu rechnen ist im deutschsprachigen Raum bei konsequenter Durchsicht der modernen Bibliothekskataloge (unter dem Stichwort 'Autoritäten' sind keine hier einschlägigen Texte in den Registern zu finden!) mit etwa 20-30 Neufunden von Überlieferungszeugen. Einige Autoritäten-Reihen sind auch in Einblattdrucken inseriert. Es ist Aufgabe des Projekts, die bisherige Erschließung der Handschriften zu überprüfen, zu vervollständigen und weitere Textzeugen zu ermitteln. Die Streuüberlieferung ohne Autoritätennennung und die zur Edition der mehrfach überlieferten Reihen herangezogene Priamel-Überlieferung wird nicht ediert (sie wird nur im Apparat und im Repertorium verzeichnet). Die Recherche wird nicht auf die reichhaltige Streu- und Einzelüberlieferung (in Handschriftendeckeln, als Schreibersprüche etc.) ausgedehnt.
Das Repertorium wird analog zum Repertorium der Freidank-Überlieferung (Marburger Repertorien) und abgestimmt auf dessen Siglen im Netz zugänglich sein. Repertorium, Edition und Kommentar werden allerdings mit der Druckfassung ein plattformunabhängiges Speichermedium erhalten.

(Letzte Änderung 26.11.2011)

Suchfunktion nutzen: Wenn nur die Unterseiten dieses Projekts durchsucht werden sollen, dann muss neben dem/den Suchbegriff(en) auch die url mit eingegeben werden: z.B.

Aristotiles url:www.uni-bielefeld.de/lili/forschung/projekte/bra/

Das Projekt wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Kontakt: ulrich.seelbach@uni-bielefeld.de

Suchfunktion nutzen:

Wenn nur die Unterseiten dieses Projekts durchsucht werden sollen, dann muss neben dem/den Suchbegriff(en) auch die url mit eingegeben werden: z.B.

Augsburg Aristot*   url:\bra