Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
 

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Prof. Dr. Petra Josting

Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft

  • 09/2001 - 08/2003 "Rumäniendeutsche Kinder- und Jugendliteratur" (zus. mit Prof. Dr. Norbert Hopster); gefördert vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien im ersten Jahr mit einer halben, im zweiten Jahr mit einer vollen Stelle
  • seit 2001 Online-Datenbank zur Kinder- und Jugendliteraturforschung sowie Literatur- und Mediendidaktik: http://www.uni-due.de/projekt-kilimm/
  • 10/2005 - 3/2012 Implementierung von E-Learning in der studentischen Lehre im FB Geisteswissenschaften; finanziert von der Fak. mit einer halben Stelle
  • 11/2005 - 03/2012 Aufbau und Implementierung eines PromovendInnen-Netzwerks für die Fak. für Geistes- und Bildungswissenschaften zus. mit Prof. Dr. Annemarie Fritz-Stratmann, gefördert mit einer halben Stelle
  • 1/2007 - 12/2007 "Die Rumäniendeutschen - eine Diskursanalyse; Entstehung, Entwicklung und Verwendung eines Begriffs"; gefördert vom Bundesbeauftragen für Kultur und Medien mit einer vollen Stelle plus Sachmittel.
  • 1/2008 Einrichtung der Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendliteratur, Medien und Mediendidaktik (KILIMM)
  • Medienverbund-Projekte zur Förderung literarischer Bildung und Medienkompetenzen (seit 2012 in Bielefeld)

  • Aufarbeitung des Nachlasses von Heinrich Wolgast (1860-1920), seit 2015 finanziert von der AJuM/GEW (Mitarbeiter: Christian Pommerening)

    Der Nachlass Heinrich Wolgasts enthält u.a. seine über 1000 Briefe umfassende Korrespondenz mit zahlreichen Persönlichkeiten seiner Zeit, darunter den Reformpädagogen Carl Götze und Johannes Tews, den Kunstpädagogen Wilhelm Kozde, Alfred Lichtwark und Ferdinand Avenarius, den Schriftstellern und Künstlern Paula und Richard Dehmel, Otto Ernst, Gustav Falke, Ernst Kreidolf, den Mitstreitern bzw. Kontrahenten Wolgasts in der Jugendschriften-Bewegung Wilhelm Fronemann, Ernst Linde, William Lottig, Berthold Otto, Karl Röttger, Severin Rüttgers u.a.

    In den Briefen dokumentiert ist Wolgasts Tätigkeit als Schriftleiter der Jugendschriften-Warte, seine Initiativen als Herausgeber und ebenso sein Engagement als Volksschullehrer. Rund 60 Briefe und Postkarten bezeugen sein erfolgreiches Unterfangen, den Hamburger Volksschülern in eigens für sie veranstalteten Aufführungen den Theaterbesuch zu ermöglichen, ein weiteres Konvolut belegt sein mühevolles und nur zum Teil erfolgreiches Bemühen, anspruchsvolle und ansprechende Bücher in erschwinglichen Volksausgaben herauszugeben (z. B. Storms Pole Poppenspäler). Ein Konvolut von über 100 Briefen an Wolgast dokumentiert die Situation der Schülerbibliotheken 1897/98, die er in einem Artikel in W. Reins Handbuch der Pädagogik beschreibt.

    Der Nachlass enthält außerdem Wolgasts Zettelkasten (über 900 Stichworte aus Kunstgeschichte, Politik, Bildung); seine Tage- und Notizbücher sowie Briefkopierbücher (1875-1919), dazu Manuskripte einiger Aufsätze und Vorträge, Belegexemplare seiner zahlreichen Artikel in Zeitungen und Zeitschriften u.a.m.

    Die Inventarisierung erledigte Dr. Annemarie Weber 2014.


  • DFG-Projekt "Kinder- und Jugendliteratur im Medienverbund 1900-1945"
  • Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur weist eine markante Lücke auf, die den Zeitraum 1900-1933 betrifft und die der vorliegende Antrag in spezifischer Weise aufgreift, indem er den sog. Medienumbruch jener Jahre berücksichtigt und als Untersuchungsbeginn das Jahr 1900 ansetzt. Das Interesse richtet sich angesichts des Umbruchs bzw. medialer Modernisierungstendenzen nicht nur auf Literatur, die gedruckt erschien, sondern auch auf die damals neuen Medien: Film und Hörfunk.

    Konkret soll es darum gehen, Filme und Hörfunksendungen möglichst vollständig zu erfassen, in denen literarische Stoffe für Kinder und Jugendliche dargeboten wurden, und darüber hinaus die dazugehörigen gedruckten Versionen (Romane, Erzählungen, Märchen, Bilderbücher, Comics etc.) sowie die überlieferten Bühnendarbietungen zu eruieren und weitere Verarbeitungen / Verwertungen (u.a. Merchandising) zu dokumentieren. Eine umfassende Recherche nach Stoffen in Zeitungen/Zeitschriften ist nicht vorgesehen; sofern entsprechende Funde aber gemacht werden, sollen sie ebenfalls erfasst werden. Das Ende des Untersuchungszeitraums wird auf das Jahr 1945 festgesetzt. Damit wird zum einen ein aus historischer Sicht wichtiger Epochenabschnitt markiert; zum anderen liegen aufgrund der eigenen Untersuchungen zur NS-Zeit bereits grundlegende Erkenntnisse für das Medium Buch vor.

    Mit der Erforschung der Kinder- und Jugendliteratur und ihrer Medienverbünde will das Projekt einen innovativen Beitrag zur Geschichtsschreibung der Kinder- und Jugendliteratur leisten, die sich bislang maßgeblich auf das Medium Buch, d.h. auf die Texte beschränkte. Damit wurden inter- und transmediale Aspekte oft ebenso vernachlässigt wie der Blick auf die Beteiligten im sog. Handlungssystem Kinder- und Jugendliteratur (Produzenten, Vermittler, Rezipienten, Verarbeiter). Das Forschungsvorhaben richtet sich also auf die genannten Einzelmedien sowie Medienverbünde, nimmt aber auch die Verschränkungen medialer Techniken, Angebote / Inhalte, Rezeptions- und Distributionsformen in den Blick (Medienkonvergenz). Darüber hinaus werden die Medienverbünde im Kontext der Wissensdiskurse, ästhetischen und schulisch-pädagogischen Wertvorstellungen, politischen Verhältnisse, wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ihrer Zeit betrachtet.