Ironischer Stil und realistischer Eindruck
Zu einem scheinbaren Widerspruch
in der Erzählkunst Thomas Manns

Deutsche Vierteljahrsschrift 60/1986, S. 459-483


Der Aufsatz wird hier - außer korrigierten Druckfehlern - nach der Druckfassung wiedergegeben. Zwecks besserer Übersicht ist er jedoch in sieben Teile untergliedert, die im Druck nicht ausgewiesen sind.

ABSTRACT
Ironie als Redefigur, die das Gegenteil dessen sagt, was sie meint, kommt bei Thomas Mann nicht vor. An ihrer Stelle steht - der Aufsatz legt es an einer Reihe von Beispielen dar - ein System von Über- und Untertreibungen, in dem Hochwertiges in seinem Ansehen vermindert und Geringes aufgewertet wird. Damit wird die Wirklichkeit zwar wohl karikiert, aber nicht 'verletzt.' Das ist zugleich der Grund, warum Thomas Manns Werk realistisch wirkt.

Irony as a rhetorical device to express the reverse of what is meant does not occur in Thomas Mann's work. The article shows that instead overstatement and understatement are systematically employed to downgrade that which is normally held in high esteem and to upgrade that which normally seems rather unimportant. This method tends to caricature reality but it does not falsify it, which is why Thomas Mann's work nevertheless gives a realistic effect.

1. Die Forschungslage

S. 459-462

2. Ironie im allgemeinen und bei Th.M.

S. 462-466

3. Das Zusammenspiel von Über- und Untertreibung

S. 466-469

4. Untertreibungen

S. 470-473

5. Übertreibungen

S. 473-475

6. Realitätsdarstellung für 'Kenner'

S. 475-479

7. Stolz auf Entfremdung

S. 479-483

Anmerkungen



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©Bernd W. Seiler, Januar 1999