Die Versicherung der Echtheit


aus dem Klappentext der Rowohlt-Ausgabe:
Was wie ein gleichermaßen fesselnder und poetischer Roman in Briefen anmutet, ist in Wahrheit das Kunstwerk eines Lebens. Denn es handelt sich um authentische Briefe, die um die Jahrhundertwende ein junges Mädchen aus reichem Hanseatenhaus an eine Freundin schrieb ...

aus dem Nachwort von Hans Harder Biermann-Ratjen:
Aber es war noch ein weiter Weg bis zur Rettung dieser Kostbarkeit ins gebundene, vielfältig vorhandene Buch. Zum Verdienste dürfen wir es uns anrechnen, daß wir in jahrelangem liebevollem Kampfe mit der Schreiberin nicht nur ihre endliche Zustimmung zur Veröffentlichung erreichten, sondern auch, daß die Briefe, außer einer diskreten Änderung der Namen, durchweg vor jeder Korrektur bewahrt blieben.

Wie Nachforschungen ergaben, hat jedoch schon Biermann- Ratjen nie eine andere Fassung der Briefe zu Gesicht bekommen als deren maschinenschriftliche Zusammenstellung durch die Verfasserin. Nur diese Fassung, die ihm als originalgetreue Abschrift übergeben worden war, hat er gegen ihre nachträglichen Eingriffe verteidigt. Ihre Wünsche, daran noch das eine und andere ändern zu wollen, hatten deshalb vielleicht auch den Grund, daß sie so die Echtheits- Versicherung, mit der sie die Abschrift aus der Hand gegeben hatte, noch nachträglich hätte einschränken können. Andererseits war diese Versicherung aber auch nicht so falsch: Briefe von ihrer Hand waren es ja wirklich, und wenn Bertha sie damals nicht wortwörtlich stets so erhalten hatte - wen ging das etwas an und wen konnte das stören?

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©Bernd W. Seiler, März 1998