Die Gliederung
sollte den Gedankengang Ihrer Arbeit erkennen lassen

Nach dem Titelblatt (mit dem Namen des Verfassers, dem Thema der Arbeit, dem Namen des Dozenten, dem Titel des Seminars und der Semesterangabe) folgt in der Regel das Blatt mit dem Inhaltsverzeichnis bzw. der Gliederung. Diese sollte ungefähr schon den Gedankengang Ihrer Arbeit erkennen lassen, also nicht als bloße Formsache angesehen werden. Mit den Bezeichnungen A. Einleitung / B. Hauptteil / C. Schluß und den jeweiligen Seitenzahlen ist es also nicht getan, vielmehr kommt man bei gut gewählten Gliederungspunkten sogar ohne sie aus. Versuchen Sie also mit einer knappen Formulierung zu umreißen, wovon Schritt um Schritt die Rede ist.

Die Hauptabschnitte können Sie mit A/B/C oder I/II/III, Unterteile mit 1/2/3, eine weitere Ebene auch noch mit a/b/c bezeichnen, aber das ist bei 15 bis 20 Seiten meistens schon zu viel. Es stört nämlich nur, wenn man auf jeder Seite mit einer neuen Überschrift konfrontiert wird. Auch die stets zur Kleinteiligkeit verführende Dezimalgliederung - 2.1.2.2. usw. - ist deshalb für literaturwissenschaftliche Arbeiten nicht zu empfehlen.

Für eine Hausarbeit mit dem Titel "Die Figur des Hieronymus in Thomas Manns Gladius Dei" könnte eine Gliederung z.B. folgendermaßen aussehen:


Inhalt


A. Außenseiter-Figuren in den frühen Erzählungen
    Thomas Manns


1

B. Der Mönch Hieronymus in Gladius Dei

2

   1. Das historische Vorbild Savonarola 2

   2. Die negativen Momente der Außenseiter-Stellung

4

      a. Das Erscheinungsbild

4

      b. Die Menschenfeindlichkeit

5

      c. Die Selbstüberschätzung

7

   3. Die positiven Momente der Außenseiter-Stellung

8

      a. Die Ernsthaftigkeit

8

      b. Die Unabhängigkeit

9

      c. Das Kunstverständnis

11

   4. Der Effekt der Ironie

12

C. Hieronymus - eine Figur zwischen Tobias
    Mindernickel und Tonio Kröger


14

Achten Sie darauf, daß die Gliederungspunkte einigermaßen homogen formuliert sind, also nicht einmal aus einer Frage, dann aus einem Halbsatz, dann wieder bloß aus einem einzelnen Wort usw. bestehen

An den Schluß gehören die Anmerkungen (sofern Sie nicht auf den Seiten selbst Fußnoten gebrauchen) und ein Verzeichnis der benutzten Literatur. -  
 

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©Bernd W. Seiler, November 1998