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| Problembereich 1: Kettensätze
Von Kettensätzen (im Unterschied zu Schachtelsätzen) spricht man, wenn durch Konjunktionen wie womit, wodurch, wobei, weshalb usw. ein Sachverhalt nach dem anderen an den jeweils vorigen angehängt wird und man so vom Hundertsten ins Tausendste kommt, ohne den Satz zu beenden. Deshalb so bitte nicht:
Grundsätzlich gilt: Hauptsachen gehören in Hauptsätze, neue Hauptsachen in neue Hauptsätze, und relativische Anschlüsse mit weshalb, was, wodurch, wobei usw. sind nahezu immer ein Verstoß gegen diese Regel. Problembereich 2: Tempusgebrauch Wissenschaftliche Aussagen - das wird im allgemeinen auch richtig gemacht - formuliert man grundsätzlich im Präsens. Irritationen entstehen jedoch leicht bei Inhaltsangaben, und zwar besonders, wenn es sich um Inhalte handelt, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Deshalb folgende Regel: Aussagen zum Inhalt von Büchern stehen immer im Präsens, und zwar auch dann, wenn man innerhalb einer Handlung oder Darstellung vor- und zurückgreift. Der Inhalt eines Buches ist eben immer 'gegenwärtig', ganz gleich, auf welche Stelle man hinweist Also z.B.:
Ebenso im Präsens stehen im allgemeinen auch Hinweise auf Briefe. Sowieso in der Form In einem Brief Thomas Manns vom 23. April 1925 heißt es ..., aber auch in der Form Thomas Mann schreibt (nicht: schrieb) am 23. April 1925 .... Das Präteritum gebraucht man allenfalls bei längeren biographischen (oder historischen) Ausführungen, sollte dann aber darauf achten, nicht ins Erzählen zu verfallen. Bei nur kurzen derartigen Darlegungen sollte man grundsätzlich beim Präsens bleiben, in diesem Falle präsens historicum genannt, weil ein Tempuswechsel immer stört. Also z.B.:
Problembereich 3: Fachsprache In der Sekundärliteratur der 70er und 80er Jahre werden Sie oft auf eine schwer verständliche, stark fremdwortlastige Ausdrucksweise treffen, die noch dazu auftrumpft, als könne anders über Literatur überhaupt nicht gesprochen werden. Halten Sie das nicht für gut und ahmen Sie es nicht nach! Eine Sondersprache der Literaturwissenschaft gibt es nicht, es gibt nur einzelne Fachbegriffe, und auch von ihnen sollte man nur Gebrauch machen, wenn einem ein umgangssprachlicher Begriff nicht zur Verfügung steht. Es ist also unangebracht, 'narrativ' zu sagen, wenn man mit 'erzählerisch' dasselbe ausdrücken kann. Der Sinn der historisch-hermeneutischen Wissenschaften, so hat sehr richtig Jürgen Habermas in seiner Frankfurter Antrittsvorlesung Erkenntnis und Interesse betont, ist Handlungsorientierung, d.h. die öffentliche Verständigung darüber, was richtig ist und was sein soll, und so sollte man sich schon durch seine Ausdrucksweise möglichst vielen Menschen verständlich zu machen suchen. Der hypothetische Adressat Ihrer Arbeit ist also nicht der fachkundige Experte (Professor), sondern der interessierte Laie. Arbeiten über literarische Gegenstände sollten von jedem verstanden werden können, der liest. "Ich" oder "wir"?
Problembereich 4: Floskeln und Modewörter |
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nicht |
sondern |
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beinhalten |
enthalten, umschließen, umfassen |
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sich auszeichnen durch (es sei denn, Sie meinen es positiv) |
gekennzeichnet sein durch |
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letztendlich |
endlich, schließlich, letztlich |
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lohnenswert |
lohnend, wertvoll |
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Interpretationsansatz |
Interpretation, Deutung |
Sichtweise |
Sicht, Sehweise |
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Erwartungshaltung |
Erwartung |
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verhaftet sein |
sich verpflichtet fühlen |
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abzielen auf |
bezwecken |
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fungieren als |
dienen als |
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nicht umhin kommen |
nicht umhin können / nicht darum herum kommen |
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betroffen sein (es sei denn, Sie meinen, die Sache geht den 'Betreffenden' an) |
berührt sein, erschüttert sein |
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ich störe mich daran |
ich stoße mich daran/ es stört mich |
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