Syntaktische Kategorien

Unter syntaktischer Kategorie versteht man eine Klasse von Elementen (Konstituenten), die die gleichen morpho-syntaktischen Eigenschaften aufweisen. Es wird zwischen lexikalischen  und  phrasalen Kategorien  unterschieden. Erstere sind   einfache Konstituenten (Wörter), letztere komplexe Konstituenten (Phrasen).

Lexikalische Kategorien

Lexikalische Kategorien sind die einfachen Konstituenten, d.h. die Konstituenten, die sich nicht in ihre unmittelbaren Konstituenten analysieren lassen. Aus diesen einfachen Konstituenten (Wörtern) werden komplexe Konstituenten (Phrasen) gebildet.

Oft werden lexikalische Kategorie und Wortart synonym verwendet. In den meisten Fällen stimmt die Kategorie eines Wortes in einem Satz mit dem im Lexikon angeführten Wortart überein, so das diese Gleichsetzung weitgehend unproblematisch ist.

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Phrasale Kategorien (Phrasen)

Grafik3

Phrasen  bilden eine syntaktische Kategorie zwischen der Wort- und Satzebene. Phrasen  sind komplexe Konstituenten. Sie sind Expansionen von lexikalischen Kategorien. So ist

  • eine Verbalphrase (VP) das Ergebnis einer Expansion der lexikalischen Kategorie V(erb),
  • eine Nominalphrase (NP) das Ergebnis einer Expansion der lexikalischen Kategorie N(omen),
  • eine Präpositionalphrase (PP) das Ergebnis einer Expansion der lexikalischen Kategorie P(räposition) und
  • eine Adjektivphrase (AP) das Ergebnis einer Expansion der lexikalischen Kategorie A(djektiv).

Verbalphrase:

  • Paul  liest .  
  • Carla  beobachtet den Mond .  
  • Heinz  schenkt seiner Frau Blumen .  
  • Peter  wartet auf den Bus .  
  • Maria  glaubt, dass die Nachbarn verreist sind .  

Nominalphrase:

  • Carla.
  • Die Tür.
  • Das Wort zum Sonntag.
  • Die Entdeckung Amerikas.
  • Der große graue Adler auf dem Baum.
  • Die Jacke, die ihr sehr gut gefiel.

Präpositionalphrase:

  • Paul passt  auf das Kind  auf.  
  • Carla fährt  mit dem Zug nach München .  

Adjektivphrase:

  • Das Haus ist  neu .  
  • Heinz ist  seiner Frau treu .  

Kopfprinzip

Phrasen haben die Eigenschaft, dass sie endozentrisch sind, d.h. sie haben einen Kopf  , der seine Merkmale auf die ganze Phrase projiziert und somit ihre Eigenschaft bestimmt. So bildet stets ein Verb den Kopf einer VP, ein Nomen den Kopf einer NP, eine Präposition den Kopf einer PP und ein Adjektiv den Kopf einer AP.

VP ------> .....V......

NP------>.......N.....

PP------>........P.....

AP------>.......A.....

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Phrasenprinzip 

Wörter (lexikalische Kategorien) werden erst als Phrasen syntaktisch 'verwendungsfähig'. Dabei kann eine Phrase auch aus einem einzigen Wort bestehen:

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Die Sätze Maria weint  , Paul liest  und Carla schläft  bestehen je aus einer Einwort-NP und einer Einwort-VP.

Häufig müssen aber Wörter ergänzt werden, um Phrasen bzw. syntaktisch verwendungsfähig zu werden. Wie die Wörter zu ergänzen sind, ergibt sich aus ihren im Lexikon enthaltenen syntaktischen Selektionseigenschaften.

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Dass Sätze hierarchisch strukturiert sind, zeigt sich am deutlichsten an den syntaktisch ambiguen Sätze. Syntaktisch ambigue Sätze weisen bei gleicher linearer Ordnung verschiedene syntaktische Strukturen auf und erlauben somit mehr als nur eine Interpretationsmöglichkeit.

  1. Paul sah den Matrosen mit einem Fernglas.

Dem Satz in (1) können zwei syntaktische Strukturen zugewiesen werden:

  • In (1') ist  mit einem Fernglas  eine selbstständige PP. 
  • In (1'') ist  mit einem Fernglas  ein Attribut zu  den Matrosen .  

(1')

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(1'')

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