Prof. (a.D.) Dr. Seelbach
 
 
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Apl. Prof. Dr. Ulrich Seelbach: Forschung

Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft | Fach: Germanistik

Schwerpunkte

Deutsche Literatur des 12. bis 17. Jhs. im europäischen Kontext; Überlieferungsgeschichte; Editionswissenschaft; Leserforschung; Sprachgesellschaften.

Projekte

Stand: September 2009

1. Katalogisierung der Deutschsprachigen Mittelalterlichen Handschriften der Universitätsbibliothek Gießen

Der Katalog wird 139 Katalogisate enthalten. Die Beschreibungen sind abgeschlossen. Das Projekt wurde 1998 und 1999 von der DFG gefördert. Die Katalogisate sind seit 2007 im Pre-Print auf dem Server der UB Gießen zu erhalten.

2. Repertorium der mittelalterlichen Autoritäten
(mhd. u. mnd.)


Das Forschungsvorhaben an der Univ. Bielefeld umfaßt die Inventarisierung und Edition von Spruchreihen (Zwei- oder Vierzeiler in deutscher Sprache), die jeweils einer Sprecherfigur zugeschrieben sind (Propheten, Könige des Alten Testaments, heidnische Philosophen, herausragende Gestalten des Mittelalters).

3. Der Stricker: Daniel vom Blühenden Tal. Zweisprachige Ausgabe. Mhd./Nhd. (zus. mit Sabine Seelbach)

Der Stricker tritt mit mehreren innovativen Neuerungen im epischen Genre am Ende der klassischen höfischen Liteaturperiode auf. Sein "Daniel vom Blühenden Tal" hält am Programm des Artusromans fest, jedoch nicht mehr nur mittels des traditionellen Kanons altadeliger Tugenden. Daniel (schon sein Name ist auffällig) ist ein fremder Held in vertrautem erzählerischen Umfeld. Geplant ist (in Anlehnung an die Ausgabe unseres "Wigalois") eine Studienausgabe für den akademischen Unterricht. Der Text wird in Aventiuren gegliedert, deren Inhalt in einem Regest kurz zusammengefasst, sorgfältig übersetzt und mit einem Kommentar versehen. Ein ausführliches Nachwort bietet einen Einstieg in das Werk und neue Deutungsangebote im Rahmen der arthurischen Erzählwelten Hartmanns, Wolframs und Wirnts.

4.  Fortsetzung und Abschluß der Ausgabe der Sämtlichen Werke Johann Christian Hallmanns

Geplant ist die Fortführung der editorischen Bemühungen Gerhard Spellerbergs in Kooperation mit Prof. Miroslawa Czarnecka (Germanistisches Institut der Universität Wroclaw, PL). Die ausstehenden zwei Halbbände der Werke Hallmanns werden die Trauerreden, Leichgedichte, Grabschriften und verstreute Gelegenheitsgedichte enthalten. Ein Antrag auf Förderung wird im Sommer 2008 gestellt (Mitarbeiter-Stelle).

5. Fortsetzung der Werkausgabe Johann Fischart

Von der Werkausgabe ist bisher lediglich der von mir betreute Band 1 und Herbst 2002 nach langer Wartezeit Band 2 erschienen. Band 3 ('Amadis'; ebenfalls von mir verantwortet) ist druckreif; Bd. 6 ('Geschichtklitterung') liegt in einer EDV-Vorfassung mit Apparat vor. Nach Vorliegen der ersten drei Bände der Sämtlichen Werke (SW) wird der erste Kommentarband erarbeitet. (Die Falschmeldung von Beate Kellner in Arbitrium 2005, S. 184 ist eine wider besseres Wissen gezielt platzierte Unterstellung). Über den Bearbeitungsstand der Bände der Mitherausgeber (Hans-Gert Roloff: Bd. 4; Wolfgang Neuber: Bd. 9; Christian Hoffmann: Ergänzungsbände) informiert die Forschungsstelle für Mittlere Deutsche Literatur (Berlin, FU) auf Anfrage.

6. Kommentierung der Werke Daniel Czepkos

Nach Abschluß der Ausgabe mit allen ausstehenden Text- und Dokumenten-Bänden steht nun die Kommentierung der Werke Czepkos an. Geplant sind Überblicksdarstellungen zur Überlieferung und zur Biographie und ausführliche Behandlung der Werke und Werkteile. In der Forschungsstelle in Berlin liegt die Forschungsliteratur zu Czepko in Kopien vor, ebenso wurde bereits eine Lemmasammmlung für den Zeilenkommentar angefertigt. Der Kommentar zu allen Textbänden (voraussichtlich zwei Halbbände) entsteht in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle für Mittlere Deutsche Literatur in Berlin (Dr. Lothar Mundt). Der für Sommer 2008 vom Land Niedersachsen gewährte Forschungsaufenhalt in Wolfenbüttel, der die Kommentierung der Sacheinträge voran bringen sollte, ist mir vom Dekan der Fakultät Linguistik und Literaturwissenschaft ohne Angae von nachvollziehben Gründen untersagt worden.

7. Katalog der nach 1600 geschriebenen Abschriften deutschsprachiger mittelalterlicher Handschriften der UB Gießen

Fortsetzung zu Projekt 1; wissenschaftsgeschichtlich gesehen ist die Verbreitung von Textkenntnissen mittelalterlicher Werke ohne Aufarbeitung der Kopisten-Tätigkeit kaum sinnvoll zu würdigen. Der Katalog ist nur ein kleiner Beitrag zur Dokumentation dieser Bemühungen um mittelalterliche Texte (vor allem Rechtstexte) vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Zugleich werden mit der Katalogisierung auch Abschriften verschollener Textzeugen erschlossen. Der Band wird ca. 60 Katalogisate umfassen und ensteht in Kooperation mit der UB Gießen (Dr. Bernd Bader).

8. Anthologie zur Mittelalter-Rezeption im 17. und 18. Jahrhundert (vor Bodmer und Breitinger).

Geplant ist die Dokumentation gelehrter Bemühungen um deutschsprachige mittelalterliche Texte in der Frühen Neuzeit (bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts). Die Anthologie soll Briefe aus dem Gelehrten-Briefwechsel (z.B. Opitz, Goldast, Schilter) und Vorreden zu frühen Editionen (Otfried, Schwabenspiegel) enthalten (mit Übersetzung der meist lateinischen Texte). Eine Projektskizze ist in nuce enthalten in meinem bereits erschienenen Aufsatz "Mittelalterliche Literatur in der Frühen Neuzeit" (2000). 

DAPHNIS & CHLOE