Wirnt von Grafenberg
Das Buch spricht zu dem ihm unbekannten Leser und hofft auf das Lob der Verständigen. Das Leitmotiv der Erzählung: Den Besten nachstreben und Gott dienen; dieses Ziel sollten wir alle erstreben. Der Autor bittet um Nachsicht für sein Werk, man müsse dem Anfänger den guten Willen höher anrechnen als den erprobten Meistern. Durch Mißgeschick hat er noch keinen Dank erhalten. Nun möge der Verständige und der Einfältige aufmerksam zuhören, denn beide können Nutzen aus der Erzählung ziehen. Ohne Nutzen bleibt sie allerdings den Unwürdigen - sie achten nicht auf gute Worte. Zweck der Dichtung ist es, eine hörenswerte Erzählung zu bieten, für die der Autor Dank der Gesellschaft erwartet, und es ist sein, Wirnts von Grafenberg, erstes Werk.
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Welch vortrefflicher Mensch hat mich aufgeschlagen? |
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Wenn es jemand ist, der mich |
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lesen und verstehen kann, |
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dann möge er mich - auch wenn es etwas |
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an mir zu tadeln gibt - freundlich behandeln |
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und mich mit übler Nachrede |
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verschonen: dies wird ihn ehren. |
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Ich weiß sehr gut, daß ich gar nicht |
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bereinigt und begradigt |
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und auch nicht so gut geschrieben bin, |
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so daß mich ein Lästerer leicht verleumden kann; |
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denn niemand kann sich vor ihnen |
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recht schützen, wie kunstgerecht auch immer er schreibt. |
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Keine Erzählung ist so vortrefflich, |
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daß sie sie nicht verleumden, ich weiß es genau. |
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Was ich auch Falsches von ihnen erdulde, |
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weh, wem kann ich dies klagen? |
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Mir aber bedeutet es gar keine Last, |
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wenn ich die Lobpreisung der Vortrefflichen erringen kann. |
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Wer nach Ansehen trachtet, |
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Aufrichtigkeit und Ehre liebt, |
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der sollte guter Lehre folgen; |
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- dies bringt ihn rasch voran - |
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er soll überdies danach streben, |
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denen nachzueifern, |
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über die die Welt das Beste spricht, |
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die man gleichwohl |
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um Gottes Lohn hier dienen sieht; |
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denen sollen wir folgen, |
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denn dies sind jene, denen Gott hier Glück, |
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dort das ewige Leben verliehen hat. |
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Nach beidem sollten auch wir alle streben. |
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Wäre ich doch ein derart verständiger Mann, |
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daß ich, was ich weiß, |
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auch so, wie es das Herz verlangt, erzählen könnte! |
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Leider versagen mir nun |
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Redegewandtheit und Kunstverstand den Dienst, |
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so daß ich die Erzählung nicht meistern kann, |
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die ich vortragen will. |
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Dennoch habe ich es gewagt, |
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um meinen guten Willen hier |
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zu erweisen (wüßte ich nur wie), |
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so daß es die Verständigen für gut befinden könnten. |
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Möge Gott mir die Kunst und ihnen den geneigten Sinn geben, |
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damit sie es mir wohlwollend anrechnen. |
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Noch bin ich nicht erfüllt mit vollendetem Kunstverstand, |
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darum rede ich wie ein Knabe. |
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Wenn ich hiermit Taugliches erschaffe, |
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- wenn mein Geist dies zuwege bringt - |
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soll man mir hierfür mehr danken |
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als einem kunsterfahrenen Manne, |
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der ein Meister ist und erzählen kann: |
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Denn der hat dies schon öfter als ich getan. |
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Man schuldet mir Dank dafür, |
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daß ich von Anfang an bis jetzt |
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(seit ich meine Gedanken erstmals auf etwas Vortreffliches richtete) |
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mich eifrig darum bemüht habe, |
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durch meine Dichtung |
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in der Wertschätzung |
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der Weisen zu steigen. |
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Noch ist mir dies versagt geblieben. |
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Ein mir feindliches Geschick ist daran schuld |
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und besonders meine unausgereifte Kunst. |
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Was nützt es dem reichen Geizkragen, |
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der aller Welt ihren Besitz mißgönnt, |
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wenn er tausend Mark |
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in seiner Geldtruhe |
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fest einzuschließen befiehlt? |
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Wer kann davon Nutzen haben, |
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wenn er es nicht austeilen und verschenken will? |
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Solcher Honig wurde (auch) für mich zum Gift, |
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weil ich durch tatenloses Abwarten |
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meinen Verlust nicht achtete: |
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daher ist es um meinen Stand stets schlecht bestellt. |
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Man sagt, daß es kein Zeichen |
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klugen Handelns ist, wer rotes Gold und Edelsteine |
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unter die Schweine wirft. |
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Die (Schweine) macht es kaum vergnügt: |
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sie sind stets der trübsten Pfütze |
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zugeneigter gewesen denn dem Golde: |
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da besudeln sie sich drin. |
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Wer vortreffliche Erzählungen liebt |
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und sie gerne im Vortrag hört, |
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der möge nun mit Anstand schweigen |
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und sie auf rechte Weise aufnehmen: dies tut ihm gut. |
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Sie veredeln den Sinn manchen Mannes, |
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denn der vernimmt dort bestimmt etwas, |
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wovon er sogleich besser wird. |
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Dies verschafft ihm oft auch an anderer Stelle mehr Ansehen. |
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So trägt nicht selten ein einfältiger Mann |
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eine Erzählung vor, so daß sie demjenigen, |
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der sie richtig versteht, eine Hilfe ist |
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und ihm für das rechte Handeln nützt. |
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Was dem Ehrenhaften guttut, |
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das erscheint dem Unwerten von geringem Wert, |
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da eine gute Erzählung und edle Tat |
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ihren Verstand gar nicht erreicht. |
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Sie machen vielleicht die Ohren auf, |
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ihr Sinn aber ist auf anderes gerichtet, |
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auf Unredlichkeit und Nichtswürdiges. |
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Was auch immer denen von mir vorgetragen wird, |
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das sollte ich besser in einen Wald hineinrufen: |
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dort würde ich wenigstens den Spaß haben, |
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daß mein Ohr (vom Widerhall) beschallt würde. |
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Hier finde ich sonst keinen Lohn, |
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denn was er auch hört oder wahrnimmt, |
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damit soll er gerne, wo er kann, sein Gespött treiben; |
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damit verteidigt sich der Unredliche. |
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Was ich ihm auch erzähle |
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von Ehre und Tapferkeit, |
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nimmt er überhaupt nicht wahr. |
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Es geht ihm völlig durch die Ohren: |
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zum einen rein, zum andern raus. |
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Es bringt ihn kein Schrittchen weiter, |
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- was immer ich ihm erzählen könnte, - |
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da sein falsches Herz ihm |
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Gutes und Ehrhaftes mißgönnt. |
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Wer vermag den recht zu belehren, |
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der ein unredliches Herz besitzt? |
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Er besudelt sich mit Schlechtigkeit |
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wie das Schwein mit Dreck. |
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Ihr aber sollt dem Besten entgegenstreben. |
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Nun folgt mir: es nützt euch. |
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Meine Kunstfertigkeit war stets verborgen; |
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die wünschte ich hier zu offenbaren, |
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wenn ich mit meiner Rede |
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den Menschen beschwerliche Zeiten |
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angenehm machen könnte, |
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und von solchen Dingen (erzählen), |
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die man mit Gewinn hört. |
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Jetzt will ich euch eine Geschichte |
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erzählen, so wie sie mir berichtet wurde. |
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Ich traue mir nicht zu, |
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sie vollständig getreu darzubieten; |
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doch eins erwarte ich: |
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daß ihr aufgrund eures gesitteten Wesens |
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dem Dichter, der dies gedichtet |
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und mit Reimen eingerichtet hat, |
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dafür dankt, |
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weil es sein erstes Werkstück ist. |
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Er nennt sich Wirnt von Grafenberg. |
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Der Welt zum Geschenk bestimmt, |
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unterzog er es mühselig seiner Kunst: |
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ihre Wertschätzung wünscht er zu erringen |