Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
 

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FörBi

EU_FörBi: Förderunterricht für unbegleitet minderjährige Flüchtlinge

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Flüchtlingsfonds kofinanziert.

Laufzeit: 01.07.2014 - 30.06.2015

Ziele

Ziel des Projekts ist es unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bei ihrem Seiteneinstieg ins deutsche Schulsystem durch eine gezielte, auf die sprachlichen Anforderungen der Schule zugeschnittene Sprach- und Fachförderung zu unterstützen. Dabei wird am Prinzip einer möglichst individuellen Förderung, das seit 13 Jahren die Grundlage der erfolgreichen Arbeit im Mutterprojekt ist, festgehalten. Von diesem Grundsatz ausgehend wird eine Sprachförderung konzipiert, die die besonders prekäre Lage der Jugendlichen in Rechnung stellt. Konkret schafft das Projekt vom 01.09.2013 bis zum Beginn der Sommerferien 2015 50 Förderplätze in zehn Fördergruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Jede Gruppe wird zweimal pro Woche für zwei Stunden in der Universität gefördert.

Qualifizierung der Förderlehrerinnen und Förderlehrer

Um eine erfolgreiche Förderung zu gewährleisten, ist zunächst die Qualifizierung, Weiterbildung und supervisorische Begleitung der studentischen Förderlehrerinnen und-Lehrer entscheidend. Im Rahmen von EU_FörBi wird diese durch eine Vorqualifikationsphase vor Projektbeginn, zwei Fortbildungen während der Projektlaufzeit sowie die ständige Begleitung durch die Projektleitung und ?Koordination durch regelmäßige Reflexionsrunden gewährleistet.

Lehrmaterial

Ebenfalls bedeutsam für eine erfolgreiche Förderung ist die Auswahl und Aufbereitung von Lehrmaterial. Übliche Lehrwerke für Deutsch als Zweit- bzw. Fremdsprache bieten hier keine angemessenen Anhaltspunkte. Einerseits sind einige der behandelten Inhalte für die jugendlichen Flüchtlinge ungeeignet, da sie in einem starken Gegensatz zur ihrer Lebenswirklichkeit stehen. Diese zu behandeln wäre mindestens pietätlos; bringt ggfs. sogar die Gefahr einer (Re-)Traumatisierung mit sich. Andererseits ist eine lineare Progression des Spracherwerbs, wie sie für viele Lehrwerke als Richtschnur dient, keine angemessene Grundlage der Förderung. Zu unterschiedlich stellen sich die einzelne Aspekte des Spracherwerbs dar, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedlich ausgebildet sein können und zu unterschiedlich sind die schulischen Vorerfahrungen der Jugendlichen, von denen einige in ihren Herkunftsländern eventuell gar keine Schule besucht haben ? während andere wiederum eine gute Schulbildung genossen haben.

Ein Kerncurriculum für den gelungenen Seiteneinstieg

Allgemein ist das Ziel des Projekts die Unterstützung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge bei ihrem Seiteneinstieg in das deutsche Schulsystem. Ist dieses Ziel auch eher grob gehalten, bietet es die notwendigen Freiräume für eine individuelle und erfolgreiche Förderung.

Ziele hinsichtlich der Sprachkompetenz zu setzen, würde eine Einschätzung der Ausgangssprachkompetenz sowie der Lernmöglichkeiten der teilnehmenden Jugendlichen voraussetzen. Da diese zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt sind, ist dies nicht möglich. Festgehalten werden kann nichtsdestotrotz, dass eine spürbare Verbesserung der je individuellen zweitsprachlichen Ausgangskompetenz mit dem Ziel der erfolgreichen Teilnahme am Regelunterricht angestrebt wird.

Da es kein Curriculum für einen gelungen Seiteneinstieg gibt, werden wir in enger Zusammenarbeit mit den FörderlehrerInnen und unter Einbeziehungen der langjährigen Erfahrungen im Mutterprojekt ein Kerncurriculum erarbeiten. Dabei soll hier keine Vorgaben eine verbindliche Progression gemacht werden, sondern es sollen mögliche Progressionen in verschiedenen Kompetenzbereichen vorgeschlagen werden. So sollen hier Anhaltspunkte für Material- und Themenauswahl gegeben werden. Ausgangpunkt für die Konsultation des Curriculums ist immer die Schülerin/der Schüler und die Einschätzung ihres/seines Sprachstands. Das im Projekt entstehende Curriculum wird für den zukünftigen DaZ-Unterricht im Mutterprojekt verwendet werden.


Das EU-Förbi wurde im Juni 2015 für beendet erklärt.