Faculty of Linguistics and Literary Studies
 
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Fach: Deutsch als Fremdsprache - FORSCHUNG: MAGISTERARBEITEN & DISSERTATIONEN - ABSTRACTS

Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft

Maaß, Beate: Konzepte des Fremdverstehens und deren Realisierung in Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrwerken. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 1992. – 164 S.

Interkulturelles Lernen heißt für die Autorin, daß in der Auseinandersetzung mit der anderen Kultur auch eigene Positionen hinterfragt und bewußt rekonstruiert werden. Fremdsprachenunterricht müsse ihrer Ansicht nach darauf ausgerichtet sein, die Sensibilisierung der Lernenden und Lehrenden für die Heterogenität der Kulturen an sich zu entwickeln und zu fördern. Vorgeführt wird dies an Hand einer detaillierten Lehrwerkanalyse von Sprachbrücke und Sichtwechsel, die nach Meinung der Autorin explizit einen interkulturellen Anspruch vertreten. Die Defizite beider Lehrwerke ließen sich beheben durch eine grundsätzliche interdisziplinäre Vorbereitung und konstante Fortbildung von DaF-Lehrenden im Land der Zielkultur selbst oder im Ausland, wobei landesspezifische und personenbezogene Komponenten mit unterschiedlichen Standpunkten behandelt werden müßten. Sensibilisierung für Phänomene des Anderssein in fremder Umgebung sollte wichtigstes Lernziel von Aus- und Weiterbildung sein.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NB291.00 M111 BNR: 158/1709980


Magarin, Ulrike: Die sprachliche Handlung "Kritisieren" in Hausarbeiten internationaler Studierender: Eine didaktisch motivierte Analyse. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 2010. – 123 Seiten.

DaF-Lehrende berichten häufig über auftretende Mängel bei Hausarbeiten von Studierenden mit Erstsprache Deutsche. Noch virulenter sei das bei internationalen Studierenden. Auf der Basis ihrer Erfahrungen als Schreibberaterin zum akademischen Schreiben, ohne daß darüber Untersuchungen vorliegen würden. Ausgehend von zentralen Fragestellungen zu diesem Thema soll ein Beitrag zur Beschreibung dieser Zielgruppe anhand eines Korpus geleistet werden. Im theoretischen Teil wird das Phänomen Kritik in der Wissenschaft diskutiert, im empirischen Teil wird das Korpus und die Analyseergebnisse dargestellt sowie sich daraus ergebende mögliche weitere Forschungsvorhaben.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NB291.80 M188, Mediennr.: 158/4361979


Maier, Lubow: Veränderungen in der Zweisprachigkeit von Individuen am Beispiel von rußlanddeutschen Spracherwerbsbiographien. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 2004. – 100 Seiten mit einem Anhang (Interviewleitfaden, Tabellen).

Ausgehend von der Feststellung, daß sich die empirische Forschung bisher nur wenig mit der sprachlichen Situation von Aussiedlern in Deutschland befaßt hat, werden hier am Beispiel der Spracherwerbsbiographien zweier rußlanddeutscher Familien die Entwicklung ihrer deutsch-russischen Zweisprachigkeit im Anschluß an die Übersiedlung nach Deutschland nachgezeichnet. Im Anschluß daran werden die politischen Rahmenbedingungen und die jeweils erforderlichen Schritte zur Aussiedlung nach Deutschland beschrieben, bevor dann Auswanderungsmotive, Antragsverfahren und Wohnsituationen dargestellt werden. Im letzten Abschnitt geht es um die sprachliche Situation der Aussiedler, den wichtigen Zusammenhang zwischen sprachlicher Kompetenz und Integration sowie um einige Merkmale des Sprachgebrauchs rußlanddeutscher Aussiedler (dialektale Varianten, Codeswitching, Einschätzung der eigenen Sprachfähigkeiten). Im Anschluß an die Feststellung, daß fehlende Deutschkenntnisse häufig den Hauptgrund für ablehnende Einstellungen auf Seiten der deutschen Mehrheitsbevölkerung darstellen, geht die Verfasserin auf die Thematik der Sprachförderung für Aussiedler ein und schildert die damit verbundenen Schwierigkeiten und Unzulänglichkeiten. Es folgt die Skizzierung des von der Verfasserin gewählten Verfahrens der Sprachbiographie mit den gewählten Schwerpunkten skizziert in den im Rahmen der vorliegenden Arbeit durchgeführten I nterviews, nämlich der Erstspracherwerb, die sprachliche Entwicklung im Vorschul- und Schulalter, sprachliche Situation vor der Ausreise sowie die sprachliche Situation in Deutschland. Im Kernstück der Arbeit werden insgesamt neun Spracherwerbsbiographien zusammenfassend wiedergegeben und stellenweise mit Zitaten aus den jeweiligen Interviews belegt. Nach Familien getrennt werden zunächst die Interviews mit den Eltern und anschließend die mit den Kindern ausgewertet und interpretiert. Aufgrund des guten persönlichen Kontakts zwischen der Verfasserin und ihren Interviewpartnern und der Möglichkeit, die Gespräche sowohl auf deutsch als auch auf russisch zu führen, gelingt es ihr, zu sämtlichen zuvor festgelegten Schwerpunktthemen aufschlußreiche Informationen zu gewinnen und auf diese Weise die individuellen Spracherwerbsbiographien anschaulich und gut nachvollziehbar nachzuzeichnen. In den jeweiligen Zusammenfassungen greift die Verfasserin die von ihr in den Abschnitten zur Mehrsprachigkeit eingeführten Begrifflichkeiten wieder auf, um Veränderungen in der sprachlichen Entwicklung und in den Dominanzverhältnissen der beteiligten Sprachen aufzuzeigen. Es wird erkennbar, wie individuell unterschiedlich Sprachbiographien verlaufen können, von welchen Faktoren es abhängt, wie der Spracherwerb vonstatten geht und wie bestimmte Maximen des Sprachgebrauchs ("Kein Russisch in der Öffentlichkeit!") das sprachliche Verhalten und den weiteren Spracherwerb prägen und somit einen massiven Einfluß auf die Identitätsbildung ausüben.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NB291.80 M217 Mediennummer: 158/4140283


Margies, Petra: Auswahl und Einsatz literarischer Texte in neueren DaF-Lehrwerken für Jugendliche und junge Erwachsene. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 2002. – 98 Seiten mit einem Text-Anhang.

Nach Klärung der Zentralbegriffe literarischer Text und jugendlicher Lerner werden die fünf Funktionen literarischer Texte im gesteuerten Spracherwerbskontext diskutiert sowie die beiden literaturdidaktischen Konzepte einer ersten Relevanzprüfung unterzogen. Das 5. Kapitel befaßt sich mit den Auswahlkriterien für literarische Texte. Kapitel 6 leitet mit einer kurzen Betrachtung der defizitären Lehrwerkforschung DaF und der Feststellung, daß die gewählte Fragestellung bislang Desiderat war, zur Lehrwerkanalyse über. Dieses Hauptkapitel dokumentiert Auswahl und Einsatz literarischer Texte in drei Lehrwerken für jugendliche Lerner auf der Basis eines selbst entwickelten Kriterienrasters. Der Anhang enthält vollständige Textlisten sowie treffende Belege für den Umgang mit literarischen Texten in dasda, sowieso und Blick. Einige Aussagen sind hervorzuheben: Die optimistische These, daß über neue Lehrwerke und speziell Lehrerhandbücher eine fachlich-methodische Fortbildung von Lehrern erfolgt, kann mit Recht angezweifelt werden. Nachvollziehbare, aussagekräftige Erfahrungsberichte bzw. Analysen des Unterrichts liegen nicht vor, Lehrwerkanalysen sind ein wichtiges, lediglich indirektes Beurteilungsinstrument. Mißtrauen ist zu Recht gefordert angesichts einzelner, allzu fröhlich-opportunistischer Erfahrungsberichte. Das Beurteilungskriterium der weiblichen bzw. männlichen Perspektive wird hier, innovativ für DaF und vollkommen berechtigt, eingefordert und angewandt.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NB291.20 M328; BNR:158/4090397


Mazur, Anita: Kontrastive Phraseologie: Zu deutsch-polnischen Phraseologismen im Bereich der Farbbezeichnungen. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 2000. – 90 Seiten.

Vorgelegt werden eine Bestandsaufnahme des Teil-Phraseolexikons " Farbbezeichnungen" und eine kontrastive Analyse der Äquivalenzbeziehungen zwischen deutschen und polnischen Phraseologismen. Überlegungen zum unterrichtlichen Einsatz schließen die Arbeit ab. Phraseologismen werden in quantitativer, syntaktischer, semantischer und kultursymbolischer Hinsicht sprachvergleichend dargestellt. Hierbei werden die deutschen Phraseologismen mit den Farbbezeichnungen weiß, schwarz, grau, rosa, rot, blau, grün und gelb nach ihrer Sprachsymbolik (für das Deutsche und das Polnische) und ihrer Kultursymbolik (für eurozentrisch-mehrere Kulturen) detailliert aufgeführt. Das letzte Kapitel bietet eine knappe phraseodidaktische Darstellung von Verstehensstrategien und Prinzipien kontrastiven Vorgehens. Die wenigen in DaF-Lehrwerken vorfindbaren Übungen zu dem untersuchten Bereich werden kritisch dokumentiert, eigene Unterrichtsvorschläge genannt.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NP728.50 M476; BNR:158/4060270


Mbarga Owona, Christian: Anglizismen im Deutschen und ihre Bedeutung für Deutsch als Fremdsprache. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 1993. – 121 S.

Zu diesem Thema wurde der Verfasser angeregt von den Schwierigkeiten, die er und andere ausländische Studierende beim Verstehen von deutschen Texten hatte, in denen mehr Fremdwörter vorkamen als in den DaF-Lehrbüchern. Der 1. Teil definiert die Begriffe Fremdwörter/Lehnwörter, anschließend wird für die Sprachen Französisch, Beti (eine Bantusprache aus Kamerun) und Neuhebräisch beschrieben, wie sich diese Sprachen bzw. ihre Sprecher gegenüber in die Sprachen eindringende Fremdwörter verhalten. Es folgt eine Schilderung der entsprechenden Entwicklung für die deutsche Sprache in den letzten Jahrhunderten. Im Anschluß daran wird die Zahl der erscheinenden Fremdwörter aus dem Englischen im Spiegel verglichen mit der Zahl der Fremdwörter in drei ausgewählten DaF-Lehrwerken. Den Abschluß der Arbeit bilden Vorschläge für die Behandlung dieses Themas im DaF-Unterricht anhand einer Reihe von authentischen Beispielen.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NB233. 60 M478 BNR: 158/3080515


Medina-Fobbe, Petra: Kulturspezifische Lexik im DaF-Unterricht am Thema "Essen und Trinken". Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 1994. – 168 S. mit einem Anhang (Begleitendes Bildmaterial).

Hat ein spanischer DaF-Lerner die richtige Übersetzung von Frühstück, wenn er das spanische Wort desayuno gefunden hat? Die Autorin bezweifelt das, weil in vielen Fällen, insbesondere bei dem untersuchten Bereich, Bedeutungserklärungen unzureichend sind im Hinblick auf kulturspezifische Besonderheiten, auf die bei der Wortschatzarbeit im Fremdsprachenunterricht und auch in Wörterbüchern zu wenig eingegangen werde. Deshalb sei es Ziel der vorliegenden Arbeit, einen exemplarisch ausgewählten Wortschatz so aufzubereiten, daß die Worterklärungen so einfach und verständlich wie möglich sind und gleichzeitig möglichst viele Informationen zum Verständnis der Zielsprachenkultur liefern. Die Autorin erstellt ein durch Bildmaterial unterstütztes kulturkontrastives Glossar und setzt sich daraufhin mit dem Problem der Semantisierung und dem Wortschatzerwerb auseinander. Gängige Wörterbücher werden auf ihren Umgang mit landeskundlichen und kulturspezifischen Bedeutungskomponenten überprüft.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NB299.90 M491  BNR: 158/3081499/1500


Mekuatse, Florence: Epistemische Modalität in Behauptungen: Zu ihrer Didaktisierbarkeit im Rahmen eines Unterrichts Deutsch als Fremdsprache im kamerunischen Kontext: Am Beispiel von Modalpartikeln, Modalverben und der Fügung »werden« + Infinitiv. Dissertation, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 2000. - 210 Seiten.
Im Jahre 2002 erschienen in Berlin im Verlag dissertation.de, ISBN 3-89825-506-9 Pick It! .

Die Arbeit befaßt sich mit der Beschreibung einiger typischer Erscheinungen des Sprachhandelns im Deutschen, die als Sprechereinstellungen im Satz fungieren, und die die wechselseitige Verständigung zwischen den Gesprächspartnern fördern bzw. behindern können. Zunächst wird der theoretische Rahmen der Untersuchung abgegrenzt, dann untersucht, inwieweit die Modalpartikeln, Modalverben und das modale Futur als Ausdrucksmittel der Sprechereinstellung fungieren, indem diese Elemente in der Umgebung ihrer relevanten Kontextklassen beschrieben werden. Im dritten Teil der Arbeit wurde versucht, bezüglich der untersuchten Elemente praxisbezogene Hinweise für Lehrbuchautoren und Lehrende zu erarbeiten, da die vorliegende Studie auch als Anliegen gesehen werden kann, einen Beitrag zur Verbesserung der Darstellung der untersuchten Strukturen im Lehrmaterial Ihr und Wir im kamerunischen Kontext zu leisten. In ihrer Summe soll die Untersuchung einerseits das Funktionieren der genannten Ausdrucksmittel verstehen helfen sowie andererseits Lücken in Grammatiken und Lehrwerken bewußt zu machen.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NB224.00 M516; BNR: 158/4125549


Metzger, Ralf: Bildung und Gebrauch der Tempora im Deutschen und Schwedischen. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 1991. – 107 S.

Die Arbeit enthält einen synchronen Vergleich der Bildung und des Gebrauchs der Tempora in beiden Sprachen, wobei die Beschreibung des Deutschen etwas ausführlicher geworden ist, da der Autor da die Möglichkeit hatte, die Informationen der Grammatiken kritisch zu reflektieren. Die praktische Anwendbarkeit im Fremdsprachenunterricht stand im Vordergrund der Arbeit.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NE539.00 M596 BNR: 158/1709976


Meyer, Ewelina: Interkulturelle Wirtschaftskommunikation: Kulturbedingte Unterschiede im Verhalten deutscher und polnischer Geschäftsleute. Didaktisierungsvorschläge für den DaF-Unterricht. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 2003. – 95 Seiten mit einem Anhang (Textkopien).

Die Arbeit nimmt den Bereich der interkulturellen Wirtschaftskommunikation zwischen Polen und Deutschland in den Blick und entwickelt für dort relevante Verhaltensmuster Didaktisierungen. Nach Klärung der Grundbegriffe interkultureller Wirtschaftskommunikation greift die Verfasserin, da es keine empirischen Untersuchungen mündlicher Kommunikation in diesem Segment gibt, wird einschlägige andere Literatur herangezogen. Polnische Lehrmaterialien gehen auf Aspekte interkultureller Interaktion nicht ein, wie eine eigene Studienarbeit ergeben hatte; vor diesem Hintergrund werden Didaktisierungen für die polnisch-deutsche Interaktion in einem fachsprachenorientierten Unterricht Deutsch als Fremdsprache entwickelt.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NB291.60 M612; BNR: 158/4126582


Meyer, Nicole: Die Eingliederung von Spätaussiedlerkindern in deutschen Grundschulen. Magisterarbeit, 1996. - 108 S.

Auf der Basis ihrer eigenen Erfahrungen mit dem russischen Bildungssystem beschäftigt sich die Verfasserin hauptsächlich mit russischsprachigen Spätaussiedlerkindern. Nach einer Beschreibung der für Kinder und Lehrkräfte auftretenden sprachlichen und sozialen Schwierigkeiten plädiert sie u.a. für eine Umgehung von Förderklassen und eine sofortige Teilnahme der Schüler am Regelunterricht sowie für mehr Lehrerfortbildung, um einer größeren Anzahl von Lehrkräften breitere Informationen über die Herkunftsländer von Spätaussiedlerkindern vermitteln zu können.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NB291.20 M613; BNR:158/4026523


Mielke, Frank: Syntaktische Erwartungen: Eine Studie zur Interimsprache fortgeschrittener DaF-Lernenden auf experimenteller Basis. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 1994. – 165 S.

Lesen läßt sich als ein Prozeß beschreiben, bei dem der Lesende auf verschiedenen sprachlichen Ebenen Erwartungen über den weiteren Fortlauf des Textes aufbaut und an ihm überprüft. In dieser Studie wurden deutsche Muttersprachler mit fortgeschrittenen DaF-Lernenden (PNdS-Niveau) im Hinblick auf die Fähigkeit, syntaktische Erwartungen aufzubauen, verglichen. Dazu wurden alle Versuchspersonen mit nach bestimmten Maßgaben entwickelten Satztorsi konfrontiert, die sie schriftlich zu komplettieren hatten. Die Komplettierungen stellten das Vergleichsmaterial dar, das darüber Aufschluß gab, ob die in die Satztorsi eingebetteten syntaktischen Signale überhaupt Erwartungen auslösen konnten, und wenn sie es konnten, um was für Erwartungen es sich dabei handelte. Es zeigte sich in bezug auf die untersuchten Signalkonstellationen (Signale für Nebensatzanschlüsse, Vergleichskonstruktionen, präpositionale Rechtsattribute, Inhaltssätze, partizipiale Linksattribute), daß die DaF-Lernenden global gesehen zum einen deutlich seltener mit Erwartungen auf die syntaktischen Signale reagierten als die Muttersprachler und daß sich zum anderen die von ihnen aufgebauten Erwartungen von denen der Muttersprachler unterschieden. Es gab hierbei allerdings große individuelle Unterschiede unter den nichtmuttersprachlichen Versuchspersonen, wobei jedoch kein Zusammenhang zwischen der bisher für das Deutschlernen aufgewendeten Zeit sowie der Aufenthaltsdauer in Deutschland einerseits und der Qualität der Komplettierungen andererseits ermittelt werden konnte.
Bei den nichtmuttersprachlichen Versuchspersonen handelte es sich um Sprecher(innen) nichtindoeuropäischer Muttersprachen. Eine Teilgruppe setzte sich aus japanischen Muttersprachler(innen) zusammen, so daß diese Studie im besonderen auch über Erwartungsbildungen auf der Grundlage von interimsprachlichen Strukturen, die durch Japanisch und Deutsch bestimmt sind, Aufschluß gibt. Die Komplettierungen der muttersprachlichen Versuchspersonen bringen darüber hinaus einige Kookkurenzbeziehungen des Deutschen ans Licht.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NB 291.80 M631 BNR: 158/3081426


Mizejewska, Ewa: Kontrastive Phraseologie: Vergleich deutscher und polnischer Phraseologismen mit Tierbezeichnungen im Komponentenbestand. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 2010. – 169 Seiten.

Die Arbeit will mit einem interlingualen Vergleich einen Beitrag zur kontrastiven Phraseologieforschung leisten. Dazu wird zuerst die Terminologie der deutschen Phraseologieforschung eingeführt, Merkmale von Phraseologismen beschrieben sowie die semantische und syntaktische Klassifikation vorgestellt. Der Stand der deutsch-polnischen Phraseologieforschung wird präsentiert zusammen mit den Äquivalenztypen. Es folgt eine Darstellung der Bedeutung von Tieren als kulturelle Symbole in der deutschen und polnischen Kultur. Den Hauptteil bildet eine nach Tieren geordnete Auflistung von Phraseologismen im Deutschen und Polnischen.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NP739.00 M685, Mediennr.: 158/43619851


Mlynarska, Anna: Literarische Texte als Brücke zum Studium in einem fremden Land. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 2002. – 96 Seiten mit einem Anhang (Texte, Fotos, Statistiken).

Auf der Basis praktischer Erfahrungen in Kursen an einer russischen Hochschule, die zur Vorbereitung von Studierenden auf ein Studium in Deutschland dienten, entwickelt die Verfasserin ein didaktisches Konzept, das die Beschäftigung mit literarischen Texten fokussiert, Sachtexte zur Landeskunde integriert sowie auf die Entwicklung von Studientechniken und die Beherrschung relevanter Textsorten (Protokoll, Referat) zielt. Das Konzept wird in vier Unterrichtsvorschlägen realisiert, die die Textarbeit mit literarischen Texten aus Hartmut von Hentigs Anthologie Deutschland in kleinen Geschichten in das Zentrum stellt.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NB299.90 M685; BNR: 158/4162949


Möller, Astrid: Deutsch als Fremdsprache in berufsvorbereitenden Maßnahmen. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 1998. – 99 S.

Die Verfasserin sieht, daß das durch neue Technologien erforderliche qualifizierte Anforderungsprofil an die Arbeitskräfte besonders von ausländischen Jugendlichen oft nicht erreicht werden kann, weil sie nicht über die sprachliche Kompetenz verfügen, fachsprachliche Lexik zu verstehen. Sie gibt einen Überblick über die verschiedenen Träger von berufsvorbereitenden Maßnahmen, deren Besonderheiten und speziellen Zielgruppen. Nach einer Beschreibung der beim Fremdsprachenlernen ablaufenden Lernprozesse aus der Literatur werden die verschiedenen Lerntechniken beim Wortschatzerwerb, beim Grammatikerwerb, beim Verbessern der Aussprache sowie beim Hör- und Leseverstehen dargestellt. Sie plädiert für eine Verbindung von Arbeit in den Werkstätten und dem Lernen der Sprache in den Unterrichtsräumen durch eine Zusammenarbeit von Ausbildern und Kursleitern.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NB291.60 M693  BNR: 158/4014566


Moiseenko, Irina: Qualitätsentwicklung in den Sprachschulen im Rahmen der Integration von Zuwanderern. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 2007. – 88 Seiten mit einem Anhang (Prüfprotokoll, Antragsformular, Zulassungskriterien für Lehrkräfte).

Die Arbeit basiert auf einem Praktikum am Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, in deren Rahmen u.a. untersucht wurde, ob die aus der Industrie stammenden Qualitätssicherungsverfahren auf den Bildungsbereich übertragbar seien und welche Qualitätssystem zur Zeit überhaupt verwendet würden zur Überprüfung von Sprachkursen. die Verfasserin arbeitet in Konzept aus, das den Kursträgern die Möglichkeit zur langfristigen Qualitätssicherung eröffnet, weil es intern und unabhängig von den finanziellen Mitteln der Sprachschule läuft.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NB291.00 M714, Mediennr.: 158/4350078+01


Mostaghimi-Ghomi, Siavash: Kontrastive Phonologie Deutsch-Persisch und didaktische Materialien zur Ermittlung von Lernschwierigkeiten persischsprechender Deutschlerner. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 1996. – 187 S.

Der Verfasser der Arbeit möchte durch den Vergleich des Lautsystems der beiden Sprachen dazu beitragen, deutschlernenden Persern die deutsche Aussprache zu erleichtern. Die wichtigsten Teile bestehen aus einem theoretischen Überblick, in dem die beiden Sprachen auch typologisch vorgestellt werden, einen Abriß der verschiedenen kontrastiven Untersuchungen des Deutschen, der Gegenüberstellung der phonologischen Systeme des Deutschen und Persischen sowie der Herausarbeitung der entscheidenden Kontraste zusammen mit einigen didaktischen Prinzipien des kontrastiven Ausspracheunterrichts. Der Autor betrachtet die vorliegende Arbeit als die erste kontrastive Untersuchung der deutschen und persischen Phonologie überhaupt.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NT539.00 M915  BNR: 158/3168662


Müller, Ria: Interaktives Schreiben im Unterricht Deutsch als Fremdsprache.  Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 1996. - 146 S. mit einem Anhang (Transkriptionen, Fragebogen)

Als Begründung zu einer Wiederbetonung des Schreibens im Fremdsprachenunterricht nach der durch die kommunikative Wende eingeleiteten Abwendung vom Schreiben im Rahmen der als höchstes Ziel erachteten mündlichen Kompetenz führt die Autorin u.a. an, daß der Schreibfertigkeit nunmehr die wichtige Funktion zugeschrieben werde, fehlerlatente Bereiche zu festigen, daß Schreiben die Ausbildung des Sprechens aufgrund seiner besonderen Affinität zum inneren Sprechen fördere, Lesen als permanent begleitende Kontrollinstanz des Schreibens das Schreiben überhaupt ermögliche und daß mit der Entwicklung des Schreibens sich das phonematische Gehör entwickele. Interaktives Schreiben, d.h. Schreiben in Gruppen von Lernenden ermöglicht eine umfassende Form der sprachlichen Problemlösung, die beim interaktiven Schreiben auftretenden Rollenaufteilungen erleichtern den Schreibprozeß und trainieren interaktives Rollenverständnis, was gerade in multinationalen Sprachkursen ein wünschenswertes Ziel sei. Beobachtet und analysiert wird das an drei "Schreibpaaren", deren Schreiben auf Video aufgezeichnet wird.

Standort in der Fachbibliothek: NB291.40 M947 BNR: 158/3137520


Munsberg, Klaus: Analyseverfahren für mündliche Fachkommunikation – Beispiel Chemie: Diskurstypologische Untersuchungen zur institutionellen Interaktion. Dissertation, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 1992. Inzwischen im Verlag erschienen als Mündliche Fachkommunikation: Das Beispiel Chemie. Tübingen: Narr, 1994 (Forum für Fachsprachen 21). – 356 S. ISBN 3-8233-4530-3 Pick It! .

Anlaß für die Durchführung der Untersuchung war die Feststellung eines großen Mangels an solide fundierten Lehrmaterialien für die Fachsprachendidaktik der Chemie, die sich insbesondere an ausländische DaF-Studierende richtet. Mündliche Fachkommunikation taucht in diesen Lehrmaterialien kaum auf bzw. nur in sehr restringierter, nicht-authentischer Form. Dieses Defizit an geeigneten Lehrmaterialien zur mündlichen Fachkommunikation ist auch in den meisten anderen fachsprachendidaktischen Bereichen feststellbar und beruht auf der weitgehenden Ignorierung gesprochener Fachsprache durch die Fachsprachenlinguistik. Die Dissertation ist zu verstehen als Teil linguistischer Grundlagenforschung, die sich an Hinweisen von Czichocki, Gläser, Gülich, Sieper, Weinrich u.a. auf Forschungsdesiderate orientiert, die für unterschiedliche Teilaspekte konstatiert wurden, die im Zusammenhang mit mündlicher Fachkommunikation in der Chemie relevant sind.
Die Dissertation ist als Beitrag zu verstehen, ein Bewußtsein zu schaffen für die ganz eigenen Strukturen und Gesetze mündlicher Fachsprache, die sich fundamental vom schriftlichen Sprachgebrauch unterscheiden. So scheinen auch die der Fachsprache allgemein zugeschriebenen Charakteristika wie Genauigkeit, Einfachheit, Eindeutigkeit, Klarheit und Kürze bestimmten Prinzipien der Mündlichkeit zu widersprechen. Die Untersuchung erweitert die Fachkommunikationsforschung um den Aspekt der Mündlichkeit bzw. trägt dazu bei, deren bisherige Ignorierung der Erforschung „Institutioneller Kommunikation” zu überwinden und ergänzt außerdem die Gesprächsanalyse um den Aspekt der Fachsprache. Weil sich aus den Spezifika gesprochener Sprache fremdsprachendidaktisch bedeutende Konsequenzen ergeben, bieten sich hier auch weitere Anwendungsmöglichkeiten für die Gesprächsanalyse an.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NB 231.00 M969 BNR: 158/3046225


Murillo, José: Pragmatisch orientierte Landeskunde: Kulturkontrastiver Alltagsvergleich unter besonderer Berücksichtigung von Lehrwerken für Deutsch und Spanisch als Fremdsprache. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 1989. – 144 S. mit einem Anhang.

Ein Spanier betritt einen deutschen Tabakladen, um Briefmarken zu kaufen. Der überraschte Verkäufer wird ihm mitteilen, daß man im deutschen Tabakladen keine Briefmarken kaufen kann. Ein Deutscher möchte in Spanien telefonieren. Er wird ebenfalls überrascht feststellen müssen, daß es in der Post keine öffentlichen Fernsprecher gibt, weil sich diese in der telefonica befinden.  Analog zu diesen Beispielen untersucht der Autor, wie Themenbereiche wie z.B. Arbeits- und Berufswelt, Schule/Ausbildung, Telefonieren, Wohnen, Freizeit, Essen usw. in Lehrwerken wie Deutsch aktiv, Themen, Sprachbrücke, Espanol en directo, Eso Es usw. behandelt werden. Das Hauptthema ist eingebettet in Exkurse über Anthropologie, interkulturelle Kommunikation und eine Beschreibung der Situation von DaF in Spanien.

Standort in der Fachbibliothek Lili: NB299.90 M977  BNR: 158/1455591




 
 


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