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Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Oddo, Giovanna: Der bilinguale Erstspracherwerb: Ein-System-Hypothese vs. Zwei-System-Hypothese. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 2000. - 95 S.
Selbst zweisprachig aufgewachsen - sie hat erst Italienisch und dann Deutsch gelernt - hat die Autorin einen individuellen, funktionalen Bilingualismus entwickelt, doch nach wie vor unterlaufen ihr in unterschiedlichen Bereichen Normabweichungen in beiden Sprachen. U.a. entstand deshalb bei ihr die Idee zu dieser Arbeit, die sich mit bilingualem Erstspracherwerb beschäftigt. Den Lesenden wird zunächst ein Überblick über den Stand der Forschung zu Ein- und Zwei-System-Hypothesen während der letzten 30 Jahre gegeben. Dabei wird die Frage aufgeworfen, warum innerhalb der neueren Forschung davon ausgegangen wird, daß bilinguale Kinder früh zwei unabhängige Sprachsysteme entwickeln und nicht wie bisher angenommen nur ein fusioniertes. Darauf folgt eine Einführung in den bilingualen Erstspracherwerb bzw. Bilingualismus allgemein, wobei hier zwischen individueller und gesellschaftlicher Zweisprachigkeit unterschieden werden muß. Die Ein- und Zwei-System-Hypothesen werden anschließend ausführlich dargestellt und der Begriff der Sprachmischung wird deutlich von anderen, häufig fälschlicherweise synonym verwendeten Ausdrücken - wie z.B. code-switching, borrowing oder interference - abgegrenzt, da der inkonsequente Gebrauch in der Literatur oft zu Verwirrungen führt. Im dritten Kapitel setzt sich Oddo eingehend mit den empirischen Studien auseinander und entwickelt zum Abschluß einen kritischen Ausblick für die weitergehende Forschung.
Standort in der Fachbibliothek Lili: NA196.50 O22; BNR:158/4090408
Oelerich, Mechthild: Fachsprache in der Krankenpflege: Linguistische und didaktische Grundlagen eines ausbildungsbegleitenden (Fach-)Sprachkurses für ausländische Krankenpflegeschülerinnen. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 1993. – 102 S.
Eine der Maßnahmen gegen den Pflegenotstand in Deutschland stellt die verstärkte Integration ausländischer Pflegekräfte in die Krankenversorgung dar. Durch Einsatz finanzieller Mittel müßte allerdings auch deren Ausbildung u.a. auch durch (Fach)Sprachkurse ermöglicht werden. Die Autorin liefert mit dieser Arbeit den Entwurf eines ausbildungsbegleitenden (Fach)Sprachkurses für ausländische Kranken-pflegeschülerinnen und -schüler, weil das Angebot an Lehrwerken zur medizinischen Fachsprache nicht nur gering, sondern auch fast ausschließlich für Medizinerinnen und Mediziner konzipiert ist. Die fachliche Kommunikation mit nichtwissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in vielen Tätigkeitsfeldern der Medizin eine große Rolle spielen, wird nur selten thematisiert. Damit versteht sich die vorliegende Arbeit auch als Anregung für eine Umorientierung der Fachsprachenforschung und -didaktik auf die ‘unteren Ebenen’, d.h. auf nicht-akademische Berufsgruppen, denen dann eine bessere Chance zur beruflichen Integration geschaffen würde.
Standort in der Fachbibliothek Lili: NB231.00 O28 BNR:158/3080206
Omrane, Djilali: Sprachliche inter- und intradiskursive Verfahren: Eine Analyse am Beispiel algerisch-arabischer und deutscher Gespräche unter fremdsprachendidaktischen und methodischen Fragestellungen. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft. 1991 – 121 S. mit einem Anhang (Transkriptionen).
Im Mittelpunkt der Arbeit steht der gesprächsanalytische Ansatz und seine Anwendung im Fremdsprachenunterricht. Die Bearbeitung des Themas erfolgt zuerst durch einen historischen Abriß der Pragmatik, dann durch eine Beschreibung der kommunikationsbezogenen Ansätze, die den Begriff der kommunikativen Kompetenz behandelt haben und schließlich im konversationsanalytischen Ansatz, dessen historische Entwicklung sowie der grundlegenden Maximen und Prinzipien diskutiert werden. Der didaktische Teil behandelt u.a., welche linguistischen Fertigkeiten zur Erreichung der kommunikativen Kompetenz notwendig sind, welche Rolle landeskundliche Inhalte spielen und welche Bedeutung der Kontrastivität bei einer pragmatischen Analyse zukommen, z.B. bei Sprechakten wie "Komm doch mal vorbei!" oder "Laß uns etwas trinken gehen!" im algerisch-arabischen und im deutschen Kontext. Für den Unterricht empfohlen wird u.a. die Förderung der Lerngruppen zu einer unterrichtsgebundenen Interaktion, die Lösung von Konfliktsituationen im Unterricht mit dem Ziel, die Interaktion zu verbessern sowie die Förderung der Lerner zu einer interaktiven Selbständigkeit.
Standort in der Fachbibliothek Lili: NW139.00 O56 BNR: 158/129870
Orgun, Asare: Ausdruck von Lokalität im Deutschen und Türkischen: Ein Vergleich deutscher Präpositionen und türkischen Postpositionen. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 1989. – 77 S.
Die große Zahl der in der Bundesrepublik lebenden Türkinnen und Türken spricht nach Meinung der Autorin für die Notwendigkeit von kontrastiven Untersuchungen an beiden Sprachen. Beim Gebrauch der Präpositionen wurden bei Lernern der deutschen Sprache besonders viele Fehler gemacht, was auf besonderes Unverständnis stoße bzw. Mißverstehen verursache. Nach einem Überblick über die Funktion der Prä- und Postpositionen wird die Bedeutung der Ortsbestimmungen im Türkischen und ihre Wiedergabe im Deutschen beschrieben. Die Verfasserin kritisiert die fehlende Eindeutigkeit des deutschen Systems der Ortsbestimmungen. die besonders für die türkischen Deutschlerner Probleme verursache.
Standort in der Fachbibliothek Lili: NZ939.00 O68 BNR: 158/1646830
Özbey, Fadime: Kultur- und Identitätsbildung türkischer Migranten der zweiten Generation. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 1996. – 167 S.
Die Verfasserin betrachtet diese Arbeit als Ergebnis der persönlichen Auseinandersetzung als Migrantin in der hiesigen Gesellschaft. Die im Rahmen der Arbeit durchgeführten fünf Interviews mit Studierenden aus der Türkei geben zum Teil ihre persönlichen Erfahrungen und Empfindungen wieder, z.B. in der Auseinandersetzung mit ausländerfeindlichen und diskriminierenden Verhaltensweisen in unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen. Deswegen plädiert die Verfasserin in ihren Vorschlägen für Konsequenzen für den DaF-Unterricht vor Aufnahme des Studiums auch dafür, daß dieser die sprachlichen Kommunikationsmittel zu einer interpersonalen Kommunikation zur Verfügung stellen müsse. Außerdem sollen im Unterricht fremdkulturelle Werte und Normen thematisiert werden, um den Ausländern zu ermöglichen, passende Verhaltensweisen zu entwickeln. Eine wesentliche Aufgabe des Fremdsprachenunterrichts sei es, die Ausländer mit der soziokulturellen und politischen Realität der Aufnahmegesellschaft vertraut zu machen und über adäquate Unterrichtsmaterialien sprachliche Fertigkeiten und Handlungskompetenzen zu vermitteln.
Standort in der Fachbibliothek Lili: NB291.20 O29 BNR: 158/3168659
Özcan, Kadriye: Die besonderen Anforderungen an DaF-Lehrer in der Türkei am Beispiel der Rückkehrerkinder: Eine empirische Untersuchung. Magisterarbeit, Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, 1999. – 97 S. mit einem Anhang (Fragebogen und Interviews).
Die Idee zu dieser Arbeit ergab sich im Laufe des Praktikums der Bildungsinländerin aus Deutschland an der Ege-Universität in der Türkei. Forschungsgrundlage bildeten Befragungen mit 51 Rückkehrern in die Türkei und Interviews mit drei Rückkehrern, die mindestens 5 Jahre in Deutschland gelebt haben, dort mindestens 3 Jahre in die Schule gingen und die Schule in der Türkei besuchten. Diese Personen wurden u.a. befragt über ihren Aufenthalt in Deutschland, die Rückkehrentscheidung, Verlustjahre beim Wechsel in die türkische Schule, Probleme nach der Rückkehr, Lösungsvorschlägen und einer Bewertung der Rückkehrentscheidung. Die Aufenthaltsdauer der Befragten lag zwischen 8 und 19 Jahren. Als Ergebnis der Umfrage und der Interviews plädiert die Autorin für eine Doppelkompetenz bei den Lehrkräften, damit diesen die Ausgangs- und Zielkultur der Rückkehrer vertraut sei. Dadurch könnten die Rückkehrer die Rolle von Vermittlern im Unterricht übernehmen und einen Beitrag zur Verständigung zwischen der deutschen und türkischen Kultur leisten.
Standort in der Fachbibliothek Lili: NZ990.00 O29 BNR: 158/3271995