Ausspracheschulung
 
 

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Fach: Deutsch als Fremdsprache - MITARBEITER/INNEN: DR. JULIA SETTINIERI - AUSSPRACHESCHULUNG

Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft

Das Anbilden

Die didaktische Schwierigkeit bei der Ausspracheschulung besteht darin, dass Phonetik im Gegensatz zu Lexik und Grammatik eine physische Komponente hat. So kann man z.B. im Bereich der Serialisierung den falschen Satz Morgen ich gehe in die Schule. einfach dadurch korrigieren, dass man seinen Schüler darauf hinweist, dass das Verb an zweiter Stelle stehen muss. In der Regel wird er sofort in der Lage sein, den Satz richtig zu wiederholen.

Gibt man seinem Schüler jedoch die Anweisung, das R nicht apikal, sondern uvular zu bilden, ist er dazu nicht ohne Weiteres in der Lage, da er zunächst evtl. seine Hörgewohnheiten und in jedem Fall seine Artikulationsgewohnheiten umstellen muss.

Um diese physischen Schwierigkeiten zu überwinden, werden Techniken des Anbildens benötigt. Unter "Anbilden" (Slembek 1995: 57) bzw. "Ableitung" (Rausch; Rausch 1994: 95) versteht man alle möglichen Hilfestellungen oder "Tricks", die den Lernern dabei helfen können, ein zielsprachliches Muster ein erstes Mal richtig auszusprechen.

Je nach Ausgangssprache können ganz unterschiedliche Fehler auftreten und auch ganz unterschiedliche Aussprachetechniken zum Erfolg führen. Daher hier ein kurzer allgemeiner Überblick über Möglichkeiten des Anbildens:

  • Sagittalschnitt (Zeichnung, Röntgenbild, Computeranimation) (z.B. für R-Laute) (z.B. Duden Aussprachewörterbuch 2000)
  • Lippenbild (z.B. für /i/ vs. /y/)
  • Palatogramm (z.B. für /l/) (Abb.: Rausch/Rausch 1995:80-81)
  • Vokaltrapez (z.B. für /ə/)
  • Artikulationsanweisungen (z.B. für /b/ vs. /v/)
  • Laut-Buchstaben-Korrespondenzen (IPA) (z.B. für [ʁ] vs. [ɐ] oder auch für <-ig>)
  • langsamer bzw. schneller sprechen
  • leiser bzw. lauter sprechen
  • übertreiben
  • kontrastieren
  • verschiedene Kontexte testen