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Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Friederike Kern: Rhythmus und Kontrast im Türkisch-Deutschen
De Gruyter, 282 S.
"Die vorliegende Studie untersucht auf der Grundlage
interaktional-linguistischer Theorie und Methodologie Auswirkungen von
Mehrsprachigkeit auf syntaktische und prosodische Strukturen in
Alltagsgesprächen junger türkischstämmiger Frauen und Männer. Die
Ergebnisse zeigen, dass prosodische Kategorien wie Rhythmus und Intonation
eine wichtige Rolle als Substrateinflüsse spielen. Dabei bleibt es jedoch
nicht beim einfachen Transfer, sondern es entstehen neue, regelgeleitete
Formen, die als Ressourcen für besondere Aufgaben im Gespräch fungieren."
Friederike Kern, Miriam Morek, Sören Ohlhus:
Erzählen als Form - Formen des Erzählens (Reihe Germanistische Linguistik)
De Gruyter, 210 S.
"Der Band gibt mit seinen Beiträgen einen Einblick in die Reichhaltigkeit
des Erzählens. Zwei Schwerpunkte sind dabei zentral: Das mündliche Erzählen
als Teil alltäglicher Interaktionen sowie der Erwerb von Erzählfähigkeiten
als Teil umfassenderer diskursiver Kompetenzen. Dabei verweist die Varianz
der erzählerischen Form von der linguistischen Betrachtung her auch auf die
ästhetischen Dimensionen literarischen Erzählens. Die Konzeption des Bandes
verdankt sich dem Werk Uta Quasthoffs, deren 65. Geburtstag den Anlass zu
seiner Entstehung bildete. "
Friederike Kern (Bielefeld University) and Margret Selting (University of
Potsdam): Ethnic Styles of Speaking in European Metropolitan Areas
John Benjamins Publishing Company, 321 S.
"In recent years, ethnic ways of speaking by young people with migrant
background have become an important research object in sociolinguistics;
work on these ways of speaking has been prospering in many European countries.
This work is continued in the present volume, with the aim of bringing
together various research designs which explore the phenomenon from diferent
perspectives: correlational methodology of sociolinguistic research,
conversation analytical and interactional linguistic methodology, and an
ethnographic perspective on language use and the construction of social
identities and social relations. The aim of the volume is to explore the
scope of these different methodologies and to provide a basis for the
discussion and evaluation of the theories of language variation associated
with them. All papers focus on the description of the linguistic
characteristics that constitute the non-standard structures of ethnic styles
of speaking, and look into their various functions in discourse."
Matthias N. Lorenz, Maurizio Pirro (Hg.): Wendejahr 1959?
Die literarische Inszenierung von Kontinuitäten und Brüchen in
gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten der 50er Jahre
(Moderne-Studien,
Bd. 9), Bielefeld: Aisthesis 2011
"'Wende' oder 'Wendepunkt', 'Sprung', 'Durchbruch', 'Zäsur' oder gar 'annus
mirabilis' ? kanonische Periodisierungen der deutschen Literatur der
Nachkriegszeit sprechen dem 'Romanjahr' 1959 einen entscheidenden
Schwellencharakter zu. Das Erscheinen von drei wichtigen Romanen -
Günter Grass? 'Blechtrommel', Uwe Johnsons 'Mutmaßungen über Jakob' und
Heinrich Bölls 'Billard um halbzehn' - wurde bereits von den Zeitgenossen als
Ende des Nachkriegs und als ein Wiederaufschließen Deutschlands an die
Moderne empfunden. Mit einem halben Jahrhundert Abstand fragen die deutschen
und italienischen BeiträgerInnen des Bandes nach der Plausibilität dieses
Klischees. Den Relektüren kanonisierter Werke werden Studien über
Inszenierungsstrategien im literarischen Feld, kulturhistorische Kontexte,
internationale sowie innerdeutsche Einflüsse und Rezeptionsphänomene zur Seite
gestellt. In der zweiten Hälfte der 50er Jahre stehen, so zeigt sich,
zahlreiche politische und ästhetische Diskurse nebeneinander, die ab 1959 noch
einmal an besonderer Dynamik gewinnen. Dabei zeichnen sich weitreichende
Transformationsprozesse auf vielen Feldern - von der Postmoderne bis zur so
genannten Vergangenheitsbewältigung - ab, die erst im Verlauf der späten
60er Jahre als bestimmend erkennbar wurden."
Sonja Müller:
Extraktionsinseln
Zu ihrer Syntax, Semantik und Informationsstruktur.
Trier: Wissenschaftlicher Verlag Trier. (= FOKUS -
Linguistisch-Philologische Studien, Band 36)
"Mindestens seit den Inselbeschränkungen von Ross (1967) ist bekannt,
dass die lange Bewegung von Konstituenten, die auch als Extraktion bezeichnet
wird, auf bestimmte Domänen im Satz beschränkt ist. Das Phänomen der
Extraktionsbeschränkung wird seit Jahrzehnten insbesondere aus syntaktischer
Perspektive behandelt. In syntaktischen Arbeiten werden Extraktionsdomänen
unter Bezug auf strukturelle Konfigurationen definiert. In der Beschäftigung
mit diesem Phänomenbereich finden sich jedoch auch andere Betrachtungsweisen,
wie z.B. die der Semantik oder der Informationsstruktur. Unter dieser
Perspektive werden non-strukturelle Faktoren in Form von (ggf. kontextuell
beeinflussbarer) Bedeutungskomponenten oder Aspekte der Verwendung der
Strukturen für die (Un-)Durchlässigkeit mancher Domänen verantwortlich
gemacht. Das vorliegende Buch bietet eine Aufarbeitung der Forschung zum
Phänomen der Extraktionsinseln aus Perspektive von Syntax, Semantik und
Informationsstruktur. Im Mittelpunkt stehen dabei weniger theoretische oder
zeitliche Einordnungen der Ansätze, sondern die zugrundeliegenden Konzepte
der vielen Erklärungsmodelle. Diese Konzepte werden - soweit möglich - an
deutschen Daten in ihrer Wirkungsweise illustriert."
Sonja Müller:
(Un)informativität und Grammatik. Extraktion aus Nebensätzen im Deutschen.
Reihe: Studien zur deutschen Grammatik, Band 81. Verlag: Stauffenburg,
Tübingen, März 2011, 396 S.
"Das vorliegende Buch befasst sich mit langer w-Bewegung aus Komplementsätzen
im Deutschen und schlägt zur Erfassung (un)zulässiger Strukturen - entgegen
einer langen syntaktischen Forschungstradition - eine diskurssemantische
Ableitung vor. Zentrale Fragen der Untersuchung sind: Welchen Einfluss nehmen
Nebensatzeinleiter (dass vs. ob/wann) auf die Möglichkeit der Erfragung von
Konstituenten aus Komplementsätzen und warum? Wie lässt sich der Einfluss der
Hauptsatzverben auf die Voranstellungsmöglichkeiten aus dass-Komplementsätzen
erklären (z.B. glauben/sagen/sich wünschen vs. ignorieren/verursachen)?
Inwiefern lassen sich derartige Umstellungsmöglichkeiten kontextuell
beeinflussen?
Unter Anwendung formaler Diskursmodelle führt die Analyse die Inakzeptabilität
bestimmter Strukturen letztlich darauf zurück, dass die Fragen im Diskurs
uninformative Operationen darstellen und zum Zwecke der Kommunikation nicht
gewinnbringend eingesetzt werden können.
"
Matthias N. Lorenz, Nicole Colin u. Joachim Umlauf(Hg.):
Täter und Tabu. Grenzen der Toleranz in deutschen und niederländischen
Geschichtsdebatten.
Schriften der Bibliothek für Zeitgeschichte - Neue Folge, Bd. 25, Essen:
Klartext 2011, 172 S.
"Ist ein Sprechen über die Verbrechen der jüngeren Geschichte möglich, das
sich ausschließlich auf die reinen Fakten beschränken will? An welchem Punkt
droht eine nicht moralisierende Darstellung des Vergangenen in eine
unmoralische Geschichtsdeutung umzuschlagen?
Umgekehrt stellt sich im Zeitalter der so genannten Political Correctness
aber auch die Frage, wann die gerade geltenden gesellschaftlichen Tabus in
eine problematische Schweigeverpflichtung münden: Behindern dominant moralische Bewertungen vielleicht sogar eine objektive Vergegenwärtigung historischer Ereignisse?
Der Band fragt nach den Tabuzonen, die moderne Gesellschaften in ihren
Geschichtsdebatten immer wieder neu aushandeln. Im Zentrum der Beiträge
stehen gleichsam exemplarisch einige der jüngeren Vergangenheitsdiskurse
in Deutschland und den Niederlanden. Anhand der Figur des 'Täters' zeigen
sie in vergleichender und interdisziplinärer Perspektive, wo jene Grenzen
zwischen Sagbarem und Unsagbarem und damit zwischen Erinnern und Vergessen
errichtet oder eingerissen werden - und aus welchen Motiven."
Matthias N. Lorenz(Hg.):
Film im Literaturunterricht. Von der Frühgeschichte des Kinos bis zum
Symmedium Computer.
Freiburg: Fillibach 2010, 320 S.
"Ein neues Interesse am Film im Unterricht ist unübersehbar. In die
fachdidaktische Literatur haben jedoch bislang kaum erzähltheoretische
und filmwissenschaftliche Erkenntnisse zur filmischen Narration Eingang
gefunden. Die schulische Praxis beschränkt sich dementsprechend überwiegend
auf die Inhalte von Filmen und ihre lebensweltliche Anbindung sowie
das Genre der Literaturverfilmung. Damit wird der Deutschunterricht weder
dem Medium Film als einer der Literatur ebenbürtigen 'erzählenden Kunst',
noch den Möglichkeiten eines Unterrichts zu Aspekten fiktionalen Erzählens
gerecht. Dieser Band untersucht das Medium Film dezidiert als
Gegenstand ästhetischer Erziehung im Deutschunterricht. Im Zentrum
steht dabei der Versuch, die Erzählweisen und -verfahren der Kunstform
Film zu reflektieren und die gewonnenen Erkenntnisse für den
Literaturunterricht praktisch nutzbar zu machen."
Matthias Buschmeier und Espen Hammer (Hg.):
Pragmatismus und Hermeneutik.
Beiträge zu Richard Rortys Kulturpolitik. Zeitschrift für Ästhetik und
Allgemeine Kunstwissenschaft, Sonderheft 11
"Wohl nur wenige andere zeitgenössische Philosophen haben die Geistes- und
Kulturwissenschaften so stark beeinflusst wie Richard Rorty.
Pragmatismus und Hermeneutik sucht Rortys Denken auf
fundamentale Fragen der Geisteswissenschaften neu zu beziehen. Der Band
untersucht neben seiner intellektuellen
Entwicklung und Rezeption u. a. Rortys spezifische Fassung des Pragmatismus,
seinen Blick auf die 'Humanities' und seine Infragestellung der systematischen
Trennung von Philosophie und Literatur."
Oliver Müller: Einführung in die Lyrik-Analyse.
Darmstadt: WBG 2011
"Das Lesen von Gedichten kann ein Vergnügen sein. Doch dazu bedarf es des
nötigen Rüstzeugs. Dieser Band führt Schritt für Schritt in die
Lyrik-Analyse ein. Er beantwortet einleitend die immer wieder gestellte
Frage 'Was ist ein Gedicht?' und skizziert anschließend Theorie und
Geschichte der Gattung vom Barock bis zur Gegenwart. Im Zentrum der
Darstellung steht jedoch die analytische Praxis, d.h. die Erklärung
des benötigten Instrumentariums und seine Erprobung am Text. Sieben
Einzelanalysen schlagen den Bogen von der Theorie zur Praxis und
erleichtern die selbständige Arbeit. Interpretiert werden Gedichte von
Hofmannswaldau, Goethe, Hölderlin, Heine, Rilke, Jacob van Hoddis und
Thomas Kling. Literaturangaben und Kommentare zu den wichtigsten
Publikationen verweisen auf weiterführende Lektüre."
Matthias Buschmeier / Kai Kauffmann: Einführung in die Literatur des Sturm
und Drang und der Weimarer Klassik. Darmstadt: WBG 2010
"Die vorliegende Einführung behandelt die deutsche Literatur des 'Sturm und
Drang' und der 'Weimarer Klassik'. Ihre Besonderheit besteht darin, dass sie zwei
Epochen, die in heutigen Literaturgeschichten gewöhnlich getrennt dargestellt
werden, eng aufeinander bezieht. Dies gilt für die Diskussion der beiden
Epochenbegriffe, die von der Germanistik als entwicklungsgeschichtliche Einheit
der deutschen Nationalliteratur konstruiert worden sind, ebenso wie für die
bisherige Forschung. Damit trägt der Band jüngsten Forschungsergebnissen
Rechnung und macht sie leicht verständlich zugänglich.
Nach einer einleitenden Beschreibung der historischen und sozialen Kontexte
werden die bestimmenden Ideen und Probleme der zeitgenössischen Poetik
analysiert. Ein ausführliches Kapitel ist den Entwicklungen der lyrischen,
dramatischen und epischen Dichtung gewidmet. Vergleichende Einzelanalysen
von je zwei repräsentativen Werken der beiden Epochen runden den Band ab."
Meinolf Schumacher: Einführung die deutsche Literatur des Mittelalters.
Darmstadt: WBG 2010
"Diese Einführung versammelt in kompakter Form das aktuelle Basiswissen
zur deutschen Literatur des Mittelalters von den Anfängen um 750 bis etwa
1500. Sie eröffnet damit einen raschen Zugang zur ersten Phase der deutschen
Literaturgeschichte, deren Kenntnis für die Beschäftigung mit allen späteren
Epochen grundlegend ist.
Der Band macht zunächst mit der älteren europäisch-lateinischen
Bildungstradition bekannt und stellt dann die alt- und mittelhochdeutschen
Dichtungen mit ihren Entstehungsbedingungen und Rezeptionsformen vor.
Analysen und Bildbeispiele aus den Handschriften geben Anreize zu weiterer
Auseinandersetzung mit mittelalterlichen Texten. Die Einführung ist als
Arbeitsbuch für Grundkurse in den neuen BA-Studiengängen geeignet, kann aber
genauso jedem Interessierten als Wegweiser zu den großen Werken des deutschen
Mittelalters dienen."